Corona: Lob für „Corona“-Teststrategie des Kreises

Hessisches Ministerium zu Gast beim Bergsträßer Gesundheitsamt

Das Hessische Ministerium beim Erfahrungsaustausch im Bergsträßer Gesundheitsamt, von links Cornelius Weidenauer (Gesundheitsamt Kreis Bergstraße, Teamleiter Corona-Ermittlung), Tanja Kögel (Projektkoordinatorin Gesundheitsversorgung, Kreis Bergstraße), Dr. Alexander Beile (Amtsleiter Gesundheitsamt Kreis Bergstraße), Dr. Sofia Massoud (Mitarbeiterin HMSI), Dr. Barbara Unger-Goldinger (Stellvertretende Amtsleiterin und Leiterin FB KJÄD, Gesundheitsamt Kreis Bergstraße), Stefan Sydow (Leiter Abteilung V/Sonderlage COVID-19 im HMSI), Diana Stolz (Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin, Kreis Bergstraße) und Dr. Helen Schlosser (Stellvertretende Amtsleiterin Gesundheitsamt und Leiterin FB AÄD, Gesundheitsamt Kreis Bergstraße). Bild © kb

„Testen, testen, testen!“ lautet der dringende Appell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen das Coronavirus und das RKI ergänzt „- aber gezielt!“. Daran orientiert sich das Gesundheitsamt des Kreises seit Anbeginn der Pandemie und hat dafür nun ein ausdrückliches Lob aus Wiesbaden erhalten. Denn der Kreis Bergstraße verfolgt seit Anbeginn eine umfassende Teststrategie, die immer wieder angepasst und ausgebaut wurde. So wurden nun auch frühzeitig Sequenzierungen von Positivbefunden vom hiesigen Gesundheitsamt beauftragt und in Zusammenhang mit Mutanten-Nachweisen erweiterte Reihentestungen veranlasst.

Beispielgebende Testung im Kreis

Der Leiter der Abteilung Gesundheit und der Sonderlage COVID-19 im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Stefan Sydow, bezeichnete diese Strategie bei einem Besuch in Heppenheim als „der Lage angemessen und beispielgebend“. „Der Kreis Bergstraße hat von Anfang an auf umfangreiche Testungen gesetzt, was ich vorbildlich finde. Die vom Gesundheitsamt veranlassten Screenings in Einrichtungen mit Unterstützung der Bundeswehr, das COVID-Koordinierungscenter der Kassenärztlichen Vereinigung sowie die niedergelassenen Mediziner ergänzen sich hier ideal und helfen mit, die Ausbreitung des Virus und seiner Mutationen frühzeitig zu erkennen und so gut wie möglich einzudämmen“, ist Sydow überzeugt. Rückblickend ist zum Beispiel anhand der umfangreichen Datenlage deutlich erkennbar, dass im Kreis Bergstraße regelhaft sehr früh der Anstieg des Infektionsgeschehens erkannt wurde und durch konsequente Nachverfolgung schnell mit passgenauen Maßnahmen reagiert wurde. So hatte der Landkreis zum Beispiel sowohl in der sogenannten ersten als auch in der zweiten Welle schneller einen Anstieg der Infektionszahlen, aber dann deutlich schneller ein Abflachen bewirkt. Aktuell verzeichnet der Kreis wieder einen leichten Anstieg der Infektionen und es wurden erste Fälle der britischen Virus-Mutation festgestellt. Auch dies war von großem Interesse für den Abteilungsleiter des Hessischen Sozialministeriums.

Corona-Matrix als Grundlage

Die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Gesundheitsdezernentin Diana Stolz stellte Sydow und seiner Mitarbeiterin, Dr. Sofia Massoud, gemeinsam mit dem Führungsteam aus dem Gesundheitsamt vor Ort auch die im Frühjahr 2020 eingeführte Corona-Matrix der Kreisverwaltung, die als Grundlage für die zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben, die im Rahmen der Pandemie anfallen, erarbeitet wurde, vor. Diese Matrix verfüge nicht nur über eine flexible Struktur und über mittlerweile zehn Teams aus der gesamten Kreisverwaltung, sondern sei auch höchst effektiv und erlaube es, kurzfristig auf Entwicklungen zu reagieren. „Aufgrund des von uns umgesetzten Vorgehens im Zusammenhang mit SARV-CoV-2-Infektionen können wir schnellstmöglich auf das Infektionsgeschehen im Kreis reagieren. Das Gesundheitsamt kann mit diesem Wissen nicht nur zahlreiche Infektionsketten kappen, sondern wir versuchen auf dieser Grundlage auch, jeweils weitere gezielte Maßnahmen anzustoßen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern – aktuell etwa durch sofort greifende Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit einem Nachweis von Mutanten“, so Dezernentin Stolz. „Ich bin davon überzeugt, dass unser konsequentes Handeln richtig ist. Denn es mehren sich auch bei uns die Hinweise darauf, dass sich gerade die britische Virusmutation sehr viel rascher ausbreiten kann. Da ist das Wissen um deren Existenz und potentielle Infektionsquellen wichtig im Kampf gegen die Ausbreitung.“

Für Kreis zählen nicht nur Inzidenzen

Aktuell läge die Inzidenz des Kreises insbesondere aufgrund der umfangreicheren Teststrategie zwar höher als im Hessenschnitt. Doch dies soll den Bergsträßerinnen und Bergsträßern nicht zum Nachteil gereichen. Landrat Christian Engelhardt dazu: „Wir werden – soweit der Kreis selbst darüber entscheiden kann – keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen aufgrund dieser aktuellen Inzidenzen veranlassen. Als Basis der Entscheidungen über regionale Corona-Maßnahmen, die wir als Landkreis treffen mussten, diente bisher nie allein der Inzidenzwert. Sondern wir haben immer auch andere Faktoren mit einbezogen. Dies werden wir nach Möglichkeit auch weiterhin tun. So hatten wir frühzeitig auf das Hybrid-Modell in Schulen gesetzt, aber zum Beispiel die 15-km-Regelung abgelehnt.“

Stefan Sydow bedankte sich für den aus seiner Sicht sehr aufschlussreichen Termin in Heppenheim und nahm eine ganze Reihe von Anregungen nach Wiesbaden mit. (kb) 

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