Corona-Pandemie: Arbeitslosenquote steigt im Juni weiter

Im Vergleich noch moderater Anstieg im Kreis Bergstraße

Der Arbeitsmarkt steht durch die Corona-Pandemie in Deutschland und Hessen weiter stark unter Druck. Seit April 2020 steigen die Arbeitslosenzahlen nicht zuletzt aufgrund der Beschränkungen stetig an, so auch im zurückliegenden Monat Juni. Deutlich abgefedert wird diese negative Entwicklung auch weiterhin durch eine massive Nutzung von Kurzarbeit durch hessische Unternehmen. Laut Mitteilung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni in Hessen 197.084 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 4.935 mehr (+2,6 Prozent) als im Mai und 49.804 Menschen mehr (+33,8 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Im Juni 2019 lag die Quote noch bei 4,3 Prozent. „Da sich die wirtschaftliche Situation weiterhin nur zögerlich verbessert, wird auch der Arbeitsmarkt noch längere Zeit mit den Folgen der Corona-Krise leben müssen. Eine kurzfristige Rückkehr zum sehr guten Vorkrisenniveau erscheint unrealistisch“, so der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Dr. Frank Martin. Aktuell sind im Kreis Bergstraße 6.376 Arbeitslose gemeldet. Im Mai waren es noch 6.111, im April 5729.

Alle Personengruppen betroffen

Nach Angaben der Regionaldirektion erreichten die Auswirkungen der Corona-Krise alle betrachteten Personengruppen. Der Vorjahresvergleich macht die Brisanz der Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt deutlich. Besonders hoch fällt der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit aus: +40,2 Prozent. Weitere Personengruppen: Ausländer: +38,4 Prozent; Männer: +36,7 Prozent; Frauen: +30,3 Prozent, Menschen ab 50 Jahren: +28,6 Prozent; Langzeitarbeitslose: + 9,7 Prozent.

Entwicklung Kurzarbeit

Für den Zeitraum März bis Juni 2020 wurden von rund 64.000 hessischen Unternehmen der Bedarf an Kurzarbeit für etwa 871.000 Personen angezeigt. Etwa 70 Prozent dieser Unternehmen nutzten bislang das Instrument auch tatsächlich, über 111.000 Anträge auf konkrete Auszahlung wurden gestellt. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen hat die Möglichkeit auf Kurzarbeit bereits auslaufen lassen, die übrigen sind unverändert abrechnungsberechtigt.

Die Kurzarbeit-Anzeigen erreichten im April 2020 mit über 44.000 eingegangenen Anzeigen ihren Höhepunkt. In den Folgemonaten gingen deutlich weniger Anzeigen von Betrieben bei den Agenturen für Arbeit ein. Im Juni wurden bisher nur noch rund 2.000 Anzeigen entgegengenommen.

Anstieg im Kreis im Vergleich moderat

Bei der Entwicklung in den Regionen liegen aktuell zwölf hessische Landkreise bei der Arbeitslosenquote weiter unter der 5-Prozent-Marke. Darunter mit 4,3 Prozent auch der Kreis Bergstraße, welcher allerdings zum Vorjahresmonat ein Plus von 0,9 Prozent tragen muss. Der benachbarte Odenwaldkreis weist 5,1 Prozent auf, der Landkreis Darmstadt-Dieburg 5,2. Die höchsten Quoten haben neben der Stadt Darmstadt (6,5 Prozent) die Städte Offenbach (10,4 Prozent), Wiesbaden (7,6 Prozent), Frankfurt (7,2 Prozent), und die Kreise Groß-Gerau (6,3 Prozent) und Gießen (6,2 Prozent) auf.

Kreis unterstützt Unternehmen

„Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße weiter gestiegen. Dennoch liegt sie auch weiterhin deutlich unter dem hessischen Schnitt von derzeit 5,7 Prozent“, so Landrat Christian Engelhardt. „Die Coronavirus-Pandemie und vor allem der damit verbundene Shut-Down und die Unterbrechung von Lieferketten hatten den Arbeitsmarkt auch bei uns unter Druck gesetzt. Daher hatte ich während der vergangenen Monate in intensivem Kontakt mit Vertretern der hiesigen Wirtschaft, der Banken und der Wirtschaftsverbände. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung habe ich entsprechend der Bedürfnisse hier vor Ort an unterstützenden Maßnahmen sowie über meine Netzwerkarbeit aktiv an der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die hessische Wirtschaft mitgewirkt“, so der Landrat. Auch die sehr erfolgreich laufende Internetseite www.lieferservice-kreis-bergstrasse.de sei in diesem Zusammenhang entstanden.

„Verschiedene Branchen, insbesondere die Kultur- und Gastro-Branche, werden längerfristig unter den Auswirkungen der aktuellen Pandemie leiden“, betont Engelhardt. Daher habe der Kreis gerade für diese Bereiche eigene Förderinstrumente aufgelegt. .Engelhardt: „Ich habe angeregt, dass der Kreisausschuss insgesamt bis zu 200.000 Euro bewilligt, um Gastronomen und Kulturschaffende im Kreis finanziell beziehungsweise über die Zurverfügungstellung von Hygiene-Paketen zu unterstützen.“ (rs-red)

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