Das ändert sich zum 1. Januar 2021

Soli, Kindergeld Grundrennte: eine Auswahl von Gesetzen und Regeln

Unabhängig von der dynamischen Lage rund um das Coronavirus stehen auch im neuen Jahr Neuerungen und Gesetze an. Diese betreffen beispielsweise das Einkommen, Sozialabgaben, Benzinpreise. Hier eine Auswahl:

Aufhebung Mehrwertsteuersenkung
Ab 1. Januar 2021 gelten nun wieder die alten Mehrwertsteuersätze. Somit entfallen auf Dienstleistungen, Nahrungsmittel und Waren wieder 19 Prozent. Ausnahmen sind ausgesuchte Lebensmittel, die laut Umsatzsteuergesetz mit sieben Prozent (bis 31.12 sind es fünf Prozent) besteuert werden.

Verbot Einwegplastik
Auch fliegen bei vielen Supermärkten und Discountern Plastik-Produkte aus dem Sortiment. Hintergrund ist unter anderem eine Gesetzesänderung der Europäischen Union, die ab 3. Juli 2021 den Verkauf bestimmter Artikel aus Einwegplastik verbietet beziehungsweise als Ordnungswidrigkeit einstuft. Dazu zählen beispielsweise Strohhalme, Beteck und Teller oder auch Styroporbecher und -behälter für Essen zum Mitnehmen.

Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen
Im Jahr 2021 wird das monatliche Kindergeld um 15 Euro aufgestockt. Das wurde durch den Bundestag im November beschlossen. Dementsprechend erhalten Eltern künftig für die ersten beiden Kinder 219 Euro, für das dritte Kind steigt die Unterstützung auf 225 Euro und ab dem vierten Kind gibt es monatlich 250 Euro.

Stufenweise Erhöhung des Mindestlohns
Eine stufenweise Erhöhung erhält ab dem kommenden Jahr auch der gesetzliche Mindestlohn. Dieser steigt im Januar von 9,35 Euro brutto pro Stunden auf 9,50 Euro. Ab 1. Juli gibt es dann nochmal 10 Cent mehr. Laut Beschluss des Bundeskabinetts soll der Mindestlohn zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro steigen. Auch Minijober verdienen dadurch mehr.

Abbau Solidaritätszuschlag
Für fast alle Bürger fällt ab Januar der Solidaritätszuschlag weg. Weiter zahlen sollen die zehn Prozent mit den höchsten Einkommen.

Einkommenssteuer
Für alle Steuerzahler steigt der Grundfreibetrag, auf den man keine Steuern zahlen muss. 2021 liegt er bei 9744 Euro statt bisher 9408 Euro.

Grundrente wird eingeführt
Die Große Koalition hatte lange über die Grundrente gestritten, 2021 wird sie aber eingeführt: 1,3 Menschen in Deutschland mit geringer Rente sollen davon profitieren – nämlich alle, die mindestens 33 Jahre lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben.

Kfz-Steuer
Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt die Kfz-Steuer. Das soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen. 

CO2-Preis verteuert Benzin und Heizöl
Ab 2021 gilt ein einheitlicher CO2-Preis, durch den fossile Energien teurer werden. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zunächst 25 Euro zahlen. Die Kosten werden an die Kunden weitergegeben. Laut Bundesregierung wird Benzin um 7 Cent pro Liter teurer, Diesel und Heizöl um 7,9 Cent. Bei Erdgas steigt der Preis um 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Bis 2025 wird sich der Betrag auf 55 Euro erhöhen.

Homeoffice-Pauschale
Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, bekommt einen Steuerbonus. Pro Homeoffice-Tag kann man 5 Euro geltend machen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten.

Der Personalausweis wird teurer
Ein neuer Personalausweis kostet künftig 10 Euro mehr. Bisher belief sich der Preis 28,80 Euro.

Bußgeldkatalog
Noch in der Warteschleife befindet sich der neue Bußgeldkatalog. So wurde im Juli aufgrund eines Formfehlers die bereits in Kraft getretene Novelle der Straßenverkehrsordnung wieder zurückgezogen. Sollten die Neuerungen noch umgesetzt werden, dann gelten verschiedentlich höhere Strafen, zum Beispiel bei überhöhter Geschwindigkeit oder Gefahrdung von Fahrradfahrern.

Maklerkosten
Wer eine Immobilie kauft, muss künftig nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten übernehmen. Bislang waren dies meist sieben Prozent der Kaufsumme.

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