„Don`t Panic“ beim Thema Plastikmüll

Vortrag von Wissenschaftler Simon McGowan im Sanner-Forum

Rund 100 Zuhörer fanden sich am vergangenen Donnerstag zum Vortrag „Jeder hat es… keiner will es!“ im Sanner-Forum ein. Referent Simon McGowan, Science Slammer und Wissenschaftler vom Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) in Hannover, sprach zum Thema Plastikmüll.

„Don`t Panic!“  Durchaus optimistisch schaute Simon McGowan, Science Slammer und Wissenschaftler vom Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) in Hannover, am Ende seines kürzlich im Sanner-Forum gehaltenen Vortrages in die Zukunft. Mit seinem Vortrag „Jeder hat es… keiner will es!“ setzte er sich mit der Thematik Plastikmüll auseinander.

Mit deutlich warnenden Worten und ohne die Problematik zu verharmlosen legte der Referent den Finger in die Wunde, gab aber auch Möglichkeiten zu Verbesserungen im Alltag mit auf den Weg.

12,8 Millionen Tonnen Kunststoff jährlich im Meer

„Geschätzt rund 12,8 Millionen Tonnen Kunststoff landen im Jahr im Meer. Heruntergerechnet bedeutet dies 24 Tonnen pro Minute. Es droht der Verlust einer Nahrungskette“, so der Verfahrensingenieur und warf eine „Bestsellerliste“ der 20 Hauptverantwortlichen von China bis zur USA auf die Leinwand. Auch Europa leistet hierzu einen nicht unerheblichen Beitrag, könnte aber durch sein Wissen durchaus Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Verteufeln wollte Simon McGowan Kunststoff allerdings bei Weitem nicht und wies auch auf die Vorteile des Stoffes hin. „Eine Zukunft ohne Kunststoff wird nicht möglich sein. Aber wir müssen mehr Verantwortungsbewusstsein entwickeln“. Vorteile sind unter anderem die einfache Herstellung, die große ständig wachsende Vielfalt, die Recyclefähigkeit vieler Kunststoffe und ihre Stabilität, die aber durch ihre Langlebigkeit gleich wieder zum Problem wird.  Auf lange Sicht wird auch der zurückgehende Rohstoff Erdöl für die Herstellung zum Handikap werden“, äußerte der Fachmann.

„Auch im kommenden Jahr werden wir fünf Vorträge anbieten“, versprach die Gesellschafterin der Sanner GmbH, Ute Sanner-Friedrich, bei ihrem Dank
an Referent Simon Mc Gowan.

Abfallmanagement unzureichend

Eine Ursache sieht McGowan im unzureichenden Abfallmanagement, wobei Deutschland noch an der Spitze beim Recyclen liegt. Ideen gibt es auch für den Alltag einige, so der Referent und sprach Beispiele wie „Coffee to go – Becher“, das Auslaufmodell Strohhalme oder neue gesetzliche Bestimmungen, wie das Verbot von Einwegplastik, an. „Die Rahmenbedingungen müssen sich vielfach ändern. Beispielsweise bei der Lebensmittelverpackung, Kunststoff ist billig, eine Plastikflasche kostet 25 Cent Pfand und landet dann im Müll “, plädierte der Wissenschaftler für neue Strukturen. Auch der Einsatz von Bio-Kunstoffen, hergestellt aus Mais oder Kartoffeln, könnten helfen, sind sie doch biologisch abbaubar. Nachteil: sie sind doppelt so teuer wie der herkömmliche Kunststoff und aufgrund ihrer Eigenschaften -zum Beispiel ihre Hitzebeständigkeit- nicht überall einsetzbar. Der Vortrag schloss mit einem Appell des Wissenschaftlers. „Verzichte auf das was Du kannst und habe Spaß dabei. Dann kannst Du es durchhalten. Animiere auch andere zum Recyclen“ – „Dont`Panic“.     

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