Heilig-Geist Hospital eröffnet Schlaflabor

Erholsamer Schlaf bei nächtlichen Atmungsstörungen im Bensheimer Schlaflabor

Ein Schlaflabor eröffnete kürzlich im Bensheimer Heilig-Geist-Hospital. Die Betreuung hat der Ärztliche Direktor Prof. Dr. mel. Karl Hörmann in leitender Funktion inne. Bild © red

Bereits seit April verfügt das Bensheimer Heilig-Geist Hospital über eine neue Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde unter der chefärztlichen Leitung von Dr. med. Jérôme Servais. Nun durfte der neue Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Karl Hörmann das dazugehörige Schlaflabor eröffnen, welches er auch in leitender Funktion betreuen wird. Das medizinisch auf neuesten Stand der Technik ausgestattete Labor, verfügt über mehrere Polysomnographie-Plätze und Videokameras zur visuellen Überwachung. Abends können Patienten mit „unklaren Schlafstörungen“ an die Überwachungsgeräte angeschlossen und ihr Einschlafverhalten beobachtet werden. Hierbei werden schlafbezogene Atmungsstörungen während der Nacht überprüft und aufgezeichnet. Dabei können unter anderem die Krankheitsbilder Insomnie, Hypertonie, Narkolepsie sowie diverse schlafbezogene Atmungsstörungen festgestellt werden. Vor allem die Schlafapnoe ist eine sehr häufige Erkrankung (circa. 9 Prozent aller Männer und 4 Prozent aller Frauen), die neben dem lästigen Schnarchen auch zu Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck, Impotenz, einem erhöhten Herzinfarktrisiko sowie Tagesmüdigkeit führen kann.

Schlund- und Rachenmuskeln blockieren

 „Bei der gefährlichsten und häufigsten Form der Atmungsstörung, der obstruktiven Schlafapnoe, blockieren die Schlund- und Rachenmuskeln die oberen Atemwege nahezu vollständig, so dass die Atemluft für kurze Zeit nicht mehr hindurch kann. Es kommt zu Atemstillständen mit Abfall der Sauerstoffsättigung. Diese führen dann zu einer Weckreaktion und damit zu einem Öffnen der Atemwege. Die Weckreaktion bemerkt der Patient nachts häufig gar nicht – er bemerkt nur, dass er am Morgen unausgeschlafen und tagsüber müde ist, obwohl er glaubt lange genug geschlafen zu haben“, erklärt Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Ärztlicher Direktor und Leiter des Schlaflabors am Heilig-Geist Hospital Bensheim.

Klassische und operative Therapie

Bei der Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms wird der Patient in der Regel mit einer angepassten Maske und einem Gerät versorgt, dass die Atemwege nachts offenhält und so die Weckreaktion verhindert. Viele Patienten bemerken bereits nach der ersten Nacht mit Maske im Schlaflabor, dass sie einen viel erholsameren Schlaf hatten als die ganzen Jahre davor und fühlen sich auch tagsüber fitter. Neben den klassischen Therapieformen besteht im Heilig-Geist Hospital Bensheim auch die Möglichkeit einer operativen Therapie. Hierbei ist die minimal-invasive radiofrequenzgestützte Volumenreduktion von Nase, Weichgaumen, Zungengrund und Gaumenmandeln möglich. Nach ausführlicher Diagnostik entscheiden Ärzteteam und Patient gemeinsam, welche Behandlungsmethode für den jeweiligen Patienten, die individuell beste Lösung ist.

Die Diagnostik im Schlaflabor

Führt ein niedergelassener Arzt (z.B. Pneumologe oder HNO-Arzt) eine Polygraphie durch, so können Patienten an das Schlaflabor im Heilig-Geist Hospital eingewiesen und hier genauer untersucht werden. In einem Anamnesegespräch werden dort zunächst die Vorgeschichte des Patienten erfragt und wichtige zusätzliche Hinweise und Informationen über das Schlafverhalten des Patienten gewonnen. Danach erfolgen körperliche Untersuchungen wie EKG und die Überprüfung der Lungenfunktion. Im sogenannten Vigilanztest wird die Reaktionsbereitschaft in monotonen Situationen über einen langen Zeitraum dokumentiert. Hierdurch können Funktionsstörungen und die Beeinträchtigung durch nicht erholsamen Schlaf, der zu Tagesschläfrigkeit, Müdigkeit und Funktionseinschränkungen führt, gemessen und die Therapieerfolge somit dokumentiert und objektiv dargestellt werden. (red)

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