„Letter of Intent“ für Wohnbebauung Sanner begrüßt

Letzte Sitzung des Auerbacher Ortsbeirats in dieser Legislaturperiode

Die Absichtserklärung der Stadt Bensheim und der Firma Sanner zur Entwicklung der künftigen Wohnbebauung auf dem derzeitigen Firmengelände bildete einen der Tagesordnungspunkte des Auerbacher Ortsbeirats.

Zur 28. und damit voraussichtlich auch letzten Ortsbeiratssitzung dieser Legislaturperiode traf sich am Montagabend (1.) der Auerbacher Ortsbeirat unter besonderen Hygienebedingungen im Bürgerhaus Kronepark. Mit dieser Sitzung verabschieden sich auch -wie es Ortsvorsteher Robert Schlappner ausdrückte- vier Ur-Gesteine der Auerbacher Kommunalpolitik. So wollen nach Jahrzehnten Achim Benick, Christoph von Fumetti, Horst Knop und Thomas Roth altersbedingt kürzer treten und für jüngere Auerbacher im Gremium Platz machen. Alle vier Kommunalpolitiker hatten ihre besonderen Fähigkeiten und ihr Fachwissen zum Wohle ihres Stadtteils und seiner Bürger konstruktiv in die Diskussionen eingebracht. Die offizielle Verabschiedung ist wie gewohnt -allerdings in Abhängigkeit der Auswirkungen der Corona-Pandemie- nach der Kommunalwahl (14. März) in der konstituierenden Sitzung geplant. Ein besonderes Lob richtete Robert Schlappner an seine Ortsbeiratsmitglieder. „Wir hatten Parteipolitik außen vor gelassen, sachlich diskutiert, um möglichst mit einer Stimme unsere Auerbacher Meinung nach außen zu vertreten“, so der Ortsvorsteher.

Lärmschutzwand kann entfallen   

Auf der Tagesordnung stand im beschleunigten Verfahren die Verabschiedung als Entwurf und die Zustimmung zur Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden/Träger des Bebauungsplanes BA 42 „Nördlich der Ernst-Ludwig-Promenade“ 2. Änderung. Der Bebauungsplan ist nach einem Satzungsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung, vom 13.12.2012, rechtskräftig. So wurden auf dem Gelände hinter dem Kreis-Kinderheim vier Mehrfamilienwohnhäusern mit je fünf Wohneinheiten und zwei Tiefgaragen gebaut. Bestandteil der Baugenehmigung war zum Schutz der angrenzenden Wohnbebauung auch eine Lärmschutzwand, welche sich in einem neueren Gutachten als nicht mehr notwendig herausstellte. Auch lagen Schreiben der unmittelbar betroffenen Anlieger vor, dass diese mit dem Entfall der Lärmschutzwand einverstanden sind. Der Ortsbeirat erklärte sich mehrheitlich mit dem entsprechenden Beschluss einverstanden.    

Einstimmig votierten die Ortsbeiratsmitglieder für eine weitere zehnjährige Amtszeit von dem in Bensheim wohnenden Bernhard Emig im Ortsgericht Bensheim I. Dieses Gremium wird unter anderem für Schätzungen von Grundstücken und Häusern eingesetzt und wird vom Direktor des Amtsgerichts Bensheim ernannt. Aufgrund seines umfangreichen Fachwissens erfüllt der amtierende Ortsgerichtsschöffe diese Kriterien.

Letter of Intent für Wohnbebauung Sanner

Zustimmend nahmen der Ortsbeirat Auerbach die Absichtserklärung/Letter of Intent zwischen der Stadt Bensheim und der Sanner GmbH. zur Kenntnis. Wie bereits mehrfach berichtet beabsichtigt die Firma Sanner ihr Unternehmen auf das Gelände an der Bertha-Benz-Straße im Stubenwald II zu verlagern. Im Gegenzug soll in den kommenden Jahren auf der in Auerbach entstehenden Konversionsfläche ein attraktives zukunftsorientiertes und ökologisch wertvolles Wohnquartier entwickelt werden. Ein Thema, dass nicht nur die städtischen Gremien in den nächsten Jahren noch umfassend beschäftigen wird. Voraussichtlicher Baubeginn dürfte nach einem Zeitplan im Jahre 2025 sein.

Umfangreiche Zielvorstellungen

Nach dem Letter of Intent sollen im städtebaulichen Vertrag unter anderem die Ziele Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Geschosswohnungsbau, Fahrradfreundliches Quartier, Ansprechende Freiflächen mit Aufenthaltsqualität, Familienfreundliches Quartier, Sozial durchmischtes Quartier,  Grünes und ökologisch wertvolles Quartier,  Demographiegerechtes Wohnen, Errichtung einer Kindertagesstätte und dezentrale Spielmöglichkeiten entwickelt werden. „Mindestens 25 Prozent wollen wir im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, zuzüglich Wohnraum für Menschen mit Einschränkungen, berücksichtigt sehen“, verdeutlichte auch die erstmals im Auerbacher Ortsbeirat anwesende neue Bürgermeisterin Christine Klein. Wichtig sind für das Gremium auch Berechnungen und Planungen in Bezug auf die Verkehrsentwicklung rund um das künftige Baugebiet. Noch Anfang 2021 ist eine erste Bürgerinformationsveranstaltung geplant, um die Bürger*innen frühzeitig an der Umsetzung des Projekts zu beteiligen.   

Drehkreuze für das Weiherhausstadion

Keinen weiteren Diskussionsbedarf hatten die Ortsbeiratsmitglieder mit der Anschaffung zweier Drehkreuze für den Nord- und Südeingang des Weiherhaus-Stadions. Zahlreiche Vandalismusschäden, Zurücklassen von Müll oder Glasscherben und die Reduzierung des Fahrradverkehrs, um Gefährdungen zu minimieren, machten die Maßnahme notwendig. Nach Schließung der Drehkreuze ist ein Betreten der Sportanlage nicht mehr möglich. Die Vereine, welche die Maßnahme auch nach Bestätigung von Ortsbeiratsmitglied Horst Knop für die TSV Auerbach, ausnahmslos begrüßten, erhielten für eine spätabendliche Nutzung Schlüssel.   

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