Ortsbeirat stimmt Grundsatzbeschluss zur Umsiedlung Firma Sanner zu

Möglicherweise bis 2024/25 zwischen 170 bis 230 neue Wohnungen in Auerbach

Zugestimmt hat der Auerbacher Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung dem Grundsatzbeschluss zur geplanten Umsiedlung des in Auerbach beheimateten Unternehmens Firma Sanner. Unser Bild zeigt einen ersten Blick auf die Machbarkeitsstudie.

Mehr Wachstumsmöglichkeiten und eine damit einhergehende Steigerung der Produktivität sowie einem Ausbau der Marktführerschaft, Beseitigung von allen Begleiterscheinungen, die ein Industriegebiet in einem Wohngebiet mit sich bringt und dazu auf einer Fläche von circa 30.000 Quadratmeter zwischen 170 bis 230 neue Wohnungen in Auerbach sind nur einige Beispiele für das Projekt. Die Vorteile der beabsichtigen Verlagerung der an der Schillerstraße beheimateten Firma Sanner GmbH überwiegen und überzeugten in seiner gestrigen Sitzung (31. August) auch den Auerbacher Ortsbeirat, der mit nur einer Enthaltung (FDP) der städtischen Vorlage zum „Grundsatzbeschluss zur Konversion des Sanner-Betriebsgeländes“ zustimmte. Der Grundsatzbeschluss, der Änderungen mit einem Bebauungs- und Flächennutzungsplan vorausgeht, sieht vor, dass den aufgeführten Zielvorstellungen der Verwaltung berücksichtigt und Bürgerinnen und Bürger in die weitere Entwicklung der Planung eingebunden werden.

Konflikt Industriebetrieb – Wohnbebauung

„Dies ist einer der wichtigsten Beschlüsse in meiner Amtszeit“, verdeutlichte in der von Ortsvorsteher Robert Schlappner geleiteten Sitzung Bürgermeister Rolf Richter. Seit dem Jahr 1927 befindet sich die bereits 1894 gegründete Firma Sanner auf dem Grundstück am Auerbacher Bahnhof. Standen die Gebäude damals noch auf der grünen Wiese, so sind sie heute direkt an einem Wohnquartier angesiedelt. Die eingetretene Enge mit unvermeidlichen Emissionen in einem 24-Stunden-Betrieb und einem Lkw-Liefer- oder Pkw-Verkehr der circa 220 Mitarbeiter lassen sich kaum noch mit dem Wohnumfeld vereinbaren und waren nicht nur einmal Grund für Diskussionen. Auf der anderen Seite ist das heimatverbundene Unternehmen nicht glücklich mit den Einschränkungen und fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten. Folgerichtig ist es nur konsequent der Firma Sanner eine Umsiedlung im Grundsatz zu ermöglichen. Details und Fragen, die dem ein oder anderen Anwesenden in der Sitzung schon auf der Zunge lagen, müssen dann im Bebauungsplanverfahren geklärt werden.

Flächen werden entsiegelt

Als neues Firmenareal haben die Planer eine drei Hektar große Fläche im Gewerbegebiet Stubenwald II in Bensheim auserkoren. Hier ließen sich die betrieblichen Anforderungen wesentlich effizienter abbilden. Im Gegenzug könnten die freiwerdenden Grundstücksflächen in Auerbach zukünftig einer Wohnnutzung zugeführt werden. Positiver Nebeneffekt für Auerbach: etwa ein Drittel der derzeitigen Betriebsfläche könnte entsiegelt und damit aufgewertet werden. Darüber hinaus soll auf bereits im Regionalplan festgeschriebene drei Hektar Vorranggebiet für Siedlungsflächen in Fehlheim und Zell verzichtet werden. Ein Ansinnen, dass Dr. Rolf Schepp (FDP) lieber in Auerbach gesehen hätte, obwohl die eigentliche Versiegelung in Bensheim vorgenommen wird. Mit der Ablehnung dieses Vorschlages ist die Thematik von Herausnehmen von Siedlungsflächen in Auerbach allerdings für die Ortsbeiratsmitglieder nicht gänzlich vom Tisch und dürfte bei der in naher Zukunft anstehenden Fortschreibung des Regionalplans eine wesentliche Rolle spielen.

Machbarkeitsstudie liegt vor

Aktuell liegt für das künftige Baugebiet in Auerbach eine Machbarkeitsstudie vor. Demnach wäre die Fläche für Geschosswohnungsbau mit entsprechender Freiflächengestaltung als familienfreundliches Quartier geeignet. Um die neue aber auch die bestehende Wohnbebauung zu schützen, ist bahnseitig eine Lärmschutzwand im Fokus. Weitere Stichpunkte sind ein auf das Gesamtprojekt zugeschnittenes nachhaltiges Energiekonzept, zur Nutzung mit Photovoltaik-Anlagen geeignete Dachflächen, viel Grün oder auch Fahrradfreundlichkeit, um nur einige der angedachten Möglichkeiten zu nennen. Zudem soll eine Kindertagesstätte als integraler Bestandteil des neuen Quartiers entstehen. Von großer Bedeutung ist auch die soziale Ausgewogenheit. So werden 25 Prozent der Wohnungen nach den Kriterien des sozialen Wohnungsbaus für Personen mit niedrigen und mittleren Einkommen, seniorengerecht oder für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung errichtet. Die verbleibenden 75 Prozent stünden dann als Miet- und Eigentumswohnungen für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung. „Mit dem Baurecht ist allerdings erst in den Jahren 2024/25 zu rechnen“, erklärte Bürgermeister Rolf Richter. Nicht von der Umsiedlung betroffen ist übrigens die Sanner Ventures GmbH, auch die Firma Zillig Baustoffe GmbH liegt aktuell außerhalb des Bebauungsplans.

Siehe auch Artikel unter: https://bensheim-auerbach.com/gewerbe/sanner-group-will-von-auerbach-nach-bensheim-umsiedeln

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