Pflanzen können nicht weglaufen

Vortrag zu gentechnischen Methoden von Science Slammer David Spencer im „Sanner-Forum“

Einen Vortrag zum Thema „Grüne Gentechnik – Nutzen und Risiken aus der Sicht eines Wissenschaftlers“ hielt am gestrigen Mittwochabend (5.) der Science Slammer David Spencer.

Kaum ein Thema ist so umstritten wie die Grüne Gentechnik. Hierbei züchten Biochemiker neue Pflanzenarten, die besonders resistent gegen Schädlinge oder Pestizide sind. Einerseits sehen viele in der Grünen Gentechnik unbegrenzte Möglichkeiten, um beispielsweise den Welthunger zu stillen und Ernten zu sichern, andere wiederum wehren sich und sehen Monopole von Unternehmen auf Pflanzen. Befürworter preisen sie als Chance, Gegner als Risiko. Für David Spencer, Science Slammer und Doktorand am Institut für Pflanzenphysiologie (RWTH Aachen), ist Gentechnik nicht gleich Gentechnik. Mit seinem gestrigen Vortrag (5.) im Sanner-Forum in Auerbach beleuchtete er das umstrittene Thema aus der Sicht eines Wissenschaftlers.

Referent David Spencer im Sanner-Forum.

Gentechnik als Werkzeug

Eindrucksvoll und informativ führte der Redner die zahlreichen Besucher an die Thematik heran. „Pflanzen können nicht weglaufen“, verdeutlichte David Spencer und verwies auf ihren Schutzfaktor, den sie sich über die Jahrhunderte aufgebaut haben. „Jetzt, im Zeichen des Klimawandels, verändert sich die Umgebung schneller. Die Pflanzen kommen nicht mehr hinterher, werden krank Die Konsequenz: der Einsatz von Spritzmitteln“, so Spencer. In der Gentechnik sieht der Wissenschaftler ein alternatives Werkzeug, um Pflanzen zu sichern. „Die Pflanzenzucht ist wichtig, die Weltbevölkerung steigt, die Hitze und Dürre vernichtet Ernten, die Hungersnot steigt.“ Eine der Lösungen sieht der Referent in einer kontrollierten Symbiose von ökologischer Landwirtschaft und grüner Gentechnik.

EuGH-Urteil kritisch beleuchtet

Kritsch beleuchtete David Spencer auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs(EuGH) aus dem Jahre 2018, nachdem Pflanzen, die mit moderner Mutagenese-Technik verändert werden, rechtlich als gentechnisch verändert gelten.Es würden somit wichtige Züchtungsmöglichkeiten, Pflanzen etwa gegen Krankheiten und Hitze widerstandsfähiger zu machen und der Anreiz zur Forschung fehlen. Die öffentliche Wahrnehmung sei anders, es gäbe viele populäre Vorurteile. Entgegen stehen die Meinungen einer Vielzahl von Nobelpreisträgern, welche die Methoden als unbedenklich einstuften. Auch für David Spencer wird die Innovation ausgebremst. Fakt ist: in deutschen Supermärkten finden sich nur vereinzelt als Gentechnik gekennzeichnete Lebensmittel. Zu groß ist die Ablehnung in der Bevölkerung. Nicht verwunderlich ist daher die Forderung von Wissenschaftlern nach einem modernen Gentechnikgesetz. Das alte stammt übrigens aus dem Jahre 2001.

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