Premiere: erste virtuelle Vertreterversammlung der Volksbank Darmstadt–Südhessen

Stabile Geschäftsentwicklung mit Wachstum im Kundengeschäft/Drei Prozent Divi-dende für Mitglieder

Die anhaltende Corona-Pandemie hat die Volksbank Darmstadt – Südhessen veranlasst, die Vertreterversammlung in anderer Art und Weise als bisher üblich durchzuführen. Erstmals in ihrer über 150-jährigen Geschichte wurde die ansonsten Ende Mai/Anfang Juni mit gut 500 Personen besuchte Vertreterversammlung nun am 2. November 2020 virtuell ausgerichtet. Dazu hatten sich Vorstand und Aufsichtsrat aufgrund der anhaltend fragilen Corona-Situation Anfang Oktober entschlossen.

Chat-Funktion stark genutzt

620 Vertreterinnen und Vertreter waren eingeladen ihr Stimmrecht für die knapp 100.000 Mitglieder der Bank auszuüben. Über ein Versammlungsportal hatten sie ortsunabhängig die Möglichkeit, den live aus der Darmstädter Zentrale übertragenen Berichten und Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Frank sowie der beiden Vorstandssprecher Michael Mahr und Matthias Martiné zu folgen und per Telefon oder Chat-Funktion Fragen zu stellen. Ermöglicht hatte diese bislang nicht satzungskonforme Versammlungsdurchführung das im Frühjahr von der Bundesregierung erlassene Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie. Positiv überrascht zeigten sich die Verantwortlichen im Nachgang der Veranstaltung über die durchweg anerkennende Resonanz und die rege Nutzung der Chat-Funktion durch die teilnehmenden Mitgliedervertreter, über die sich ein konstruktiver Dialog entwickelte.

Drei Prozent Dividende

Detailliert berichteten die Vorstandssprecher Michael Mahr und Matthias Martiné über die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres der Volksbank Darmstadt – Südhessen sowie die gegenwärtigen Herausforderungen der Bankenbranche. Der ausgewiesene Jahresüberschuss lag per 31.12.2019 bei 33,5 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahresniveau, womit man vor dem Hintergrund des herausfordernden Zinsumfelds zufrieden sei, bekräftigte Martiné. Durch Beschluss der Vertreterversammlung fließen davon 3,0 Prozent als Dividende auf die Konten der knapp 100.000 Mitglieder. Mit dem nach Abzug von Steuern verbleibenden Teil des Jahresüberschusses stärkt die Volksbank Darmstadt – Südhessen ihr Eigenkapital und die Rücklagen.

Verstärkt auf Aktien und Fonds setzen

Dass die Bank gut aufgestellt ist, belegen die präsentierten Zahlen. So flossen der Genossenschaftsbank 2019 weitere Kundeneinlagen zu, infolge dessen sich deren Volumen um 3,5 Prozent auf 3.836,9 Millionen Euro erhöhte. Zudem stiegen die verwalteten Guthaben der Volksbank-Kundinnen und -kunden in Wertpapierdepots und bei genossenschaftlichen Partnerinstituten wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall oder der R+V-Versicherung um 7,9 Prozent. „Bei so niedrigen Zinsen, wie wir sie im Moment haben, ist es besonders wichtig, auf ertragsstärkere Anlageformen wie Aktien und Fonds zu setzen und nicht die gesamten Ersparnisse auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto zu belassen. Sie sind die einzig verbliebene Möglichkeit zur Realvermögensmehrung in der Geldanlage“, betonte Matthias Martiné. Dank der im Jahr 2019 weiter ungebrochenen Nachfrage nach gewerblichen und privaten Darlehen stiegen auch die Ausleihungen um 3,4 Prozent auf 3.539,6 Millionen Euro. Alles in allem stieg das Kundengeschäftsvolumen, also die in der Bilanz und außerbilanziell bei den Partnern des Genossenschaftlichen Verbund geführten Einlagen und Kredite um 6,0 Prozent auf über 10,7 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Kreditgenossenschaft stieg 2019 um 1,4 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 4.669,2 Millionen Euro.

Wenig Hoffnung auf baldige Zinswende

Auch auf das laufende Jahr warf Martiné einen Blick und zeigte sich zuversichtlich, dass die Bank im Hinblick auf die Wachstumsraten im Kundengeschäft wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Er unterstrich, dass die Volksbank Darmstadt – Südhessen finanziell solide aufgestellt ist, wenngleich sich das aktuelle Negativzinsumfeld zusehends in der Ergebnisentwicklung bemerkbar mache. Er erinnerte daran, dass die EZB im September 2019 den Satz, den Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie Kundeneinlagen kurzfristig bei ihr parken, von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent erhöhte. „Noch vor wenigen Jahren hätte man die Vorstellung für Geldeinlagen etwas zahlen zu müssen, abwegig gefunden. Heute ist sie Realität und selbst für Banker, die täglich damit zu tun haben, noch immer schwer verstehbar“, hob Vorstandssprecher Michael Mahr zuvor in seinen Ausführungen zu den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen hervor. Angesichts der mit der Corona-Krise weiter steigenden Staatsverschuldung im Euroraum fehlen ihm und seinen Kollegen, so Mahr weiter, inzwischen allerdings jegliche Hoffnung auf eine baldige Zinswende, weswegen die Bank verstärkt mit strenger Kostendisziplin und dem Ausbau zinsunabhängiger Ertragsquellen dem erwarteten Ertragsrückgang für das laufende Geschäftsjahr gegensteuert.

Abstimmung online

Im Rahmen der Online-Beschlussfassungen erteilten die Vertreterinnen und Vertreter dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung. Zudem hat die Satzung der Volksbank Darmstadt – Südhessen einige Änderungen erhalten, die, neben zahlreichen redaktionellen Anpassungen überwiegend darin begründet sind, auch künftig virtuelle Versammlungen mit entsprechenden Abstimmungen durchzuführen. Dies haben die Verantwortlichen der Bank aber nur vor, wenn auch zukünftig Präsenzveranstaltungen nicht möglich sein sollten.

Abschließend stimmten die Vertreterinnen und Vertreter zur Vorbereitung der Vertreterwahl im kommenden Jahr über die Mitglieder des Wahlausschusses ab. Bestehend aus drei Vorstandsmitgliedern, drei Mitgliedern des Aufsichtsrates sowie dreizehn Mitgliedern der Genossenschaft beginnt dieser demnächst mit der Aufstellung der Wahllisten. Der Wahlausschuss wird außerdem die Stimmauszählung begleiten und überwachen sowie das Wahlergebnis feststellen. (red)

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