Tagespflege der Diakonie Bensheim offiziell eröffnet

Aus einem Schuhgeschäft wurde eine Tagespflegeeinrichtung

Die Tagespflegeeinrichtung der Diakonie Bensheim wurde am vergangenen Freitag offiziell in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Schuhgeschäftes am Berliner Ring in Auerbach, Nähe Aldi-Markt, eröffnet. Unser Bild zeigt von links Geschäftsführer Rainer Daum, die Leiterin der Tagespflege Karoline Thom, Pfarrer Dr. Wilfried Bergner (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung), Architekt Lothar Mundt und seine Mitarbeiterin Angelika Schmitt.

Die Neueröffnung einer Tagespflege in Zeiten von Covid-19 stellte auch für die Diakoniestation Bensheim eine große Herausforderung dar. Bereits Ende November gab es mit einem Beschluss der Gesellschafterversammlung der gemeinnützige GmbH der sechs evangelischen Kirchengemeinden Bensheims den Startschuss für die Erarbeitung einer Konzeption für den Umzug des zuvor in der Fehlheimer Straße beheimateten ambulanten Pflegedienstes in neue Räumlichkeiten im Berliner Ring 161b in Auerbach. Schon im Mai 2020 zog die Diakoniestation um, doch die Eröffnung der Tagespflege wurde durch Corona ausgebremst. Vorsicht und Angst vor einer Infektion hielten die Verantwortlichen von der Eröffnung der Begegnungsstätte ab. Jetzt ist es soweit. Am 1. November geht es los. Unter Anwesenheit mehrerer Offizieller wurden am Freitag (29.) die modernen und funktionalen Räume Nähe Aldi-Markt in Betrieb genommen.    

20 Betreuungsplätze vorhanden

Über einen mangelnden Zulauf dürfte sich die Diakoniestation wohl kaum beschweren, bietet doch ein Tagespflegeangebot die ideale Lösung für ein Dilemma, vor dem Angehörige von pflegebedürftigen älteren Menschen häufig stehen: Die Betroffenen möchten gerne zu Hause wohnen bleiben, benötigen aber tagsüber Betreuung und Pflege, die Angehörige nicht leisten können, insbesondere, wenn sie berufstätig sind. Die Einrichtung kann helfen, die bisherigen Lebensweise beizubehalten und die Unterbringung in ein stationäres Pflegeheim hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden. „Den Bedarf hatten wir schon vor Jahren beim Betreiben eines Seniorencafés in Auerbach festgestellt“, erläuterte bei seiner Ansprache Geschäftsführer Rainer Daum. 

20 Plätze für Menschen aus der näheren Umgebung stehen pro Tag auf einer Fläche von knapp 300 Quadratmeter zur Verfügung. Darunter ein großer Aufenthaltsraum mit offener Küche, ein Multifunktions- und Ruheraum, ein Raum mit einem Pflegebett und sanitären Anlagen, alles natürlich im Erdgeschoss gelegen und barrierefrei. Fünf Pflegekräfte werden sich unter der Leitung von Karoline Thom um das Wohlbefinden der Gäste kümmern. „Wir sind bereit. Bis zu 60 Interessenten können berücksichtigt werden, da viele nur an einem oder an zwei Tagen die Einrichtung besuchen“, erklärte Rainer Daum. Geöffnet ist die Tagespflege werktägig von 8 Uhr bis 16 Uhr. Ein zuverlässiger Fahrdienst kann den Tagesgast morgens zu Hause abholen und am Nachmittag wieder zurückbringen.

Funktional und modern: die neuen Räumlichkeiten der Tagespflege der Diakonie Bensheim.

Lange Standortsuche

In der Fehlheimer Straße war die Diakonie schlicht und einfach an Grenzen gestoßen, wenn auch der ein oder Mitarbeiter das Verlassen des Gebäudes, in dem sich heute das Geburtshaus Bergstraße befindet, bedauerte. Am längsten dauerte die Standortsuche. „Auch das Neumarktcenter war im Gespräch. Aber da hatten wir schon Schwierigkeiten den Eigentümer zu finden“, so mit einem nicht ganz ernstgemeinten Satz Rainer Daum, der hier natürlich die Lacher in Bezug auf die Bensheimer Situation, die sich nach wie vor für einen Gag eignet, auf seiner Seite hatte. „Mein Dank gilt aber auch den Behörden. Ursprünglich war der Standort bei uns nicht unbedingt unumstritten. Aber zuletzt hat sich in diesem Bereich von Auerbach vieles entwickelt, wie beispielsweise die Ärztehäuser.“, so Daum.

„In den letzten eineinhalb Jahren wurde viel geleistet, aber über Menschen, die Unterstützung brauchen und ihre pflegenden Angehörigen, über deren Bedürfnisse, wurde leider kaum gesprochen“, erinnerte in ihrem Grußwort die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, welche sich bei der Diakonie für ihr Engagement bedankte und einen guten Start wünschte. Worte des Dankes kamen auch vom Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung Pfarrer Dr. Wilfried Bergner und von Karoline Thom. „Die Aufgabe war für uns durchaus ambitioniert. Wir befanden uns in einem ehemaligen Schuhgeschäft, die Räume waren abgewohnt. Es galt die ambulante Pflege und die Tagespflege räumlich zusammenzuführen“, erinnerte auch Architekt Lothar Mundt, „wir wollten ein zweites Zuhause für ältere Menschen schaffen“. Ein Vorhaben, das durchaus gelang. Nach nur einem halben Jahr Bauzeit konnten die ersten Räumlichkeiten bezogen werden. 20 Firmen, überwiegend aus Bensheim, waren am Ende an der Fertigstellung beteiligt. Als symbolischen Akt überreichte Lothar Mundt den Verantwortlichen einen in einer Lorscher Bäckerei gebackenen großen Schlüssel. Ein schöneres kulinarisches Finale konnte es kaum geben.     

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