Unternehmen „Gaveg“ rüstet Lkw-Flotte auf Flüssigerdgas (LNG) um

CO₂-Ausstoß gegenüber vorherigen Diesel-Lkw um rund 20 Prozent reduziert

Seine Flotte von rund 20 Diesel-Lkw hat das Bensheimer Flüssiggasanbieter „Gaveg“ auf LNG (Liquefied Natural Gas - Flüssigerdgas) umgestellt. Das Unternehmen erwartet hierdurch eine Reduzierung des CO₂-Ausstoßes von circa 20 Prozent.

Die aktuellen Klima-Debatten spielen bei den Zukunftsplanungen von Lkw-Besitzern sicherlich eine große Rolle. Diskussionspunkte sind beispielsweise ausgesperrte Diesel-Lkw aus den Innenstädten, um die Lufteinhaltung zu verbessern, zudem liebäugeln viele Städte mit der Einführung einer schadstoffabhängigen City-Maut oder die Politik diskutiert eine neue CO2-Steuer. Perspektivisch alles keine Tabu-Themen mehr. Kein Wunder also, das Lkw-Besitzer oder Logistikunternehmen vom Einsatz innovativer Antriebe und Kraftstoffe träumen, um unter anderem ihre CO2-Emissionen zu senken.

Circa 20 Lkw ausgetauscht

Einen kleinen Boom erlebt derzeit die Flüssiggasbranche. So eröffnet die Verflüssigung von Erdgas zu LNG (Liquefied Natural Gas – Flüssigerdgas) für das in Auerbach, am Berliner Ring 158 beheimatete Unternehmen Gaveg als freier Flüssiggasanbieter eine echte Alternative. „Der Umstieg unserer Lkw-Flotte von Diesel auf LNG lag auf der Hand. Elf Lkw wurden bereits für den Fernverkehr zwischen Bensheim und Antwerpen mit Neufahrzeugen ausgetauscht, bis Oktober kommen nochmals acht Neufahrzeuge für unser Verteilernetz hinzu“, verdeutlichte Geschäftsführer Matthias Fürmann in einem Gespräch mit der Onlinezeitung. Pro Lkw je nach Modell eine Investition zwischen 100.000 Euro und 150.000 Euro. „Von dem Umstieg auf umweltfreundliche Lkw profitieren nicht nur wir als Unternehmen, sondern auch die Umwelt und mögliche Anwohner“, so Fürmann.

Förderprogramme vom Bund

Der Grund liegt in der Reduzierung des CO₂-Ausstoßes. Laut dem Geschäftsführer beträgt die Ersparnis zum vorherigen Diesel-Lkw 20 Prozent. Mit einer Tankfüllung -die im Übrigen wesentlich günstiger im Vergleich zu Benzin oder Diesel ist- schafft der Lkw 1000 bis 1500 Kilometer, zudem ist das LNG-Tankstellennetz zumindest für die Strecke zwischen Bensheim und Antwerpen ausreichend ausgebaut. Aktiv ist auch die Politik. Mit dem Förderprogramm „Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge“ (EEN) sollen die negativen Wirkungen des Straßengüterverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen auf Umwelt und Klima reduziert und die Anschaffung von schweren Nutzfahrzeugen mit energieeffizienten und/oder CO2-armen Antriebstechnologien in Unternehmen gefördert werden. Ferner folgte der Bundestag der Empfehlung des Verkehrsausschusses und hat die Mautbefreiung von erdgasbetriebenen Lkws bis Ende 2023 verlängert. Mittel, die auch der Firma Gaveg zugutekamen. 

Wunsch nach Tankstelle für alternative Kraftstoffe

Relativ gut sieht es mit dem Tankstellennetz in Deutschland mit LPG (Liquefied Petroleum Gas – Autogas) für Pkw aus. Rund 5500 Tankmöglichkeiten, erklärt Fürmann, sind bundesweit verzeichnet, Gaveg selbst verfügt über ein eigenes Netz mit 250 Tankstellen, wie bespielweise auf dem Betriebsgelände am Berliner Ring 189. Zudem beschäftigt sich das Unternehmen mit der Errichtung einer Tankstelle für alternative Kraftstoffe, wie für LPG, LNG, Erdgas und Wasserstoff, in der Region. Derzeit müssen die Firmen-Lkw in Mannheim oder auf der Strecke getankt werden.

Die Firma Unternehmen Gaveg ist bereits seit dem Jahre 2002 als selbstständiges und inhabergeführtes Unternehmen am Markt und hat gegenwärtig 50 meist aus der Region stammende Beschäftigte. 16 Auszubildende wurden seit 2008 betreut. Der Umsatz beträgt circa 50 Millionen Euro, welcher ausschließlich in Deutschland versteuert wird.

Sponsoring für Vereine

Mit einem sechsstelligen Eurobetrag engagiert sich das Unternehmen Gaveg auch für Vereine in der Region. Vom Sponsoring profitieren unter anderem die Bundesliga-Handballerinnen „Flames“, die TSV Auerbach und die FSG Bensheim mit Fahrzeugen, die Basketballer des VFL Bensheim, die SKG Bickenbach oder auch der KSC Bensheim. „Unser Social-Sponsoring richtet sich insbesondere an die Förderung der Jugend“, verdeutlicht der Geschäftsführer.  

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