20 Prozent ließen vereinbarten Termin im Impfzentrum verstreichen

Landrat plädiert für Click&Meet mit Testung/34.000 Bergsträßer geimpft

„Die Zurückführung von Click&Meet auf Click&Collect in der neusten hessischen Verordnung sehe ich kritisch“, verdeutlichte Landrat Christian Engelhardt in der am heutigen Donnerstagnachmittag (25.) durchgeführten Video-Pressekonferenz mit der Kreisspitze. (Siehe auch Beschluss des Landes unter Hessen-Update. 23. März! Corona: Hessen zieht weitgehend die Notbremse/Hier die Beschlüsse – Online-Zeitung Bensheim-Auerbach (bensheim-auerbach.com) So sei nach seiner Auffassung mit der Teststrategie beziehungsweise dem Anspruch auf kostenfreie Tests in vielen Zentren/Apotheken vor Ort die Möglichkeit geschaffen worden, alltagsnahe Angebote, wie beim Einzelhandel, anzubieten. „Hier wäre ein Modifizieren und Abwägen möglich. Ein Test im Zusammenhang mit Click&Meet wäre auch möglich gewesen, so dass die Bevölkerung mit einem negativen Test ein Geschäft aufsuchen könnte“, so der Landrat, welche auch an die Bürger*innen appellierte die Testmöglichkeiten vor Ort mehr zu nutzen.  

Modellhafte Konzepte vor Ort

Neu sei in der Verordnung, dass hessische Städte oder Landkreise modellhaft Konzepte ausarbeiten könnten. „Wir haben in Gesprächen mit Vertretern des Einzelhandels beziehungsweise Verbänden ausdrücklich ermuntert mit ihren Gemeinden Konzepte für solche Modellvorhaben auszuarbeiten. Der Landkreis wird dies gerne unterstützen“, ergänzte Christian Engelhardt. Unabhängig davon wolle auch die Modellregion über die Landesgrenzen hinweg gemeinsame Vorschläge machen.

Art des Impfstoff spielte keine Rolle  

Aktuell wurden über das Bergsträßer Impfzentrum 34.000 Berechtigte geimpft. Schade findet der Landrat, dass seit Montag viele Impfberechtigte, die einen Termin über das Vergabeportal des Landes oder ihre Berufsgruppe hatten, ihren Termin einfach verstreichen ließen. „Das sind circa 20 Prozent, unabhängig vom Impfstoff AstraZeneca oder Biontech. Bei mehr als 800 im Zentrum geplanten Impfungen am Tag ist dies natürlich eine Menge“, erklärte Christian Engelhardt. Ein Punkt, der allen ein Dorn im Auge sein dürfte, die sich gegen Covid-19 impfen lassen wollen, aber laut aktueller Priorisierungsliste noch nicht an der Reihe sind. Die persönliche Vermutung des Landrates geht dahin, dass nach der Veröffentlichung am vergangenen Freitag manche Ältere den Weg zum Impfzentrum scheuen und sich lieber – wenn dann möglich- bei ihrem Hausarzt die Spritze setzen lassen wollen. Als Reaktion habe der Landkreis nun begonnen, die Termine deutlich zu überbuchen, also mehr Termine einzustellen, als eigentlich möglich wären. Genutzt werden können hierzu auch die noch nicht verimpften Dosen. Unabhängig hiervon rechnet der Landrat in den nächsten zwei Wochen mit der Anlieferung von weniger Impfstoff, also circa 650 Impfdosen statt derzeit ungefähr 1000.

Aktuell Nachzügler-Impfen in Einrichtungen

Sehr gut liefe das dezentrale Impfen. Demnach war gestern das Impfmobil in Birkenau, am Wochenende wird in Viernheim geimpft. Danach beginnt der Einsatz wieder von vorne mit der dann möglichen Zweitimpfung im Neckartal. Heute und morgen werden in Pflegeeinrichtung, bei sogenannten Sternfahrten, Nachzüglern die Spritzen gesetzt. Fortgeführt wird in der nächsten Woche das Konzept mit häuslichen Impfungen durch niedergelassene Ärzte in Heppenheim, welches bereits am letzten Wochenende in Lampertheim durchgeführt wurde. Darüber hinaus haben sich zehn Arztpraxen im Kreis Bergstraße für ein Pilotprojekt bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Impfung ihrer eigenen Patienten gemeldet und sollen jeweils 60 Impfdosen erhalten.   

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