31 Schulen im Kreis Bergstraße aktuell von Corona betroffen

Hauptanteil der Infizierten liegt zwischen 16 und 25 Jahre/Mobile Impfteams bleiben im Bestand

„Die Inzidenz ist seit dem heutigen Donnerstag nur noch ein Parameter unter vielen und verliert dramatisch an Bedeutung“, verdeutlichte in der heutigen Video-Pressekonferenz Landrat Christian Engelhardt. Ein Systemwechsel, den der Kreis schon lange forderte und nun in Anbetracht der Impfzahlen vom Land Hessen umgesetzt wurde. Maßgebend sind nun als Indikatoren die Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivbetten. Am heutigen Donnerstag beträgt diese in Hessen 2,26 (Grenzwert Stufe 1 lautet 8), ferner sind 150 Intensivbetten mit Coronapatienten hessenweit belegt. Bis zu 200 sind als Grenzwert in der Stufe 1 vorgesehen. Bislang gab die Inzidenz ausschließlich Aufschluss über das lokale Infektionsgeschehen, während die beiden neuen Maßstäbe vor dem Hintergrund, dass Patienten aus dem Kreis je nach Kapazitäten auch in andere Regionen, zum Teil sehr weit, verlegt werden können, breiter angelegt sind. „Vieles ist durch die neuen Regeln auch einfacher geworden. Es ergeben sich zum Beispiel durch die 2G-Optionsregel mehr Möglichkeiten. Zudem werden die Allgemeinverfügungen des Kreises Bergstraße aufgehoben“, so der Landrat.

Erstimpfungen zuletzt gestiegen

Zum Thema Impfen betonte Landrat Engelhardt nochmals, dass das Impfzentrum Bergstraße Ende des Monats September schließen wird. Engelhardt: „Zur Zeit sind aber weiterhin Erstimpfungen mit Biontech sowie mit Johnson und Johnson möglich, ebenso Zweitimpfungen für alle anderen Impfstoffe“. Insbesondere in den letzten Tagen sei die Zahl der Erstimpfungen um mehr als 100 im Zentrum gestiegen, zusätzlich fahren mobile Teams Pflegeeinrichtungen für den dritten Piks an. „Aber auch nach Schließung des Impfzentrums werden diese Teams im Kreis Bergstraße unterwegs sein“, erklärte der Landrat, der am heutigen Donnerstag auch den ersten Tag seiner zweiten Amtszeit absolviert.

Schultestungen haben sich bewährt

Interessant die von Gesundheitsdezernentin Diana Stolz erläuterten Zahlen zum Infektionsgeschehen im Kreis Bergstraße. Demnach haben sich die Schultestungen an den Schulen nach den Sommerferien bewährt. So wurden in der ersten Schulwoche 50 und in der zweiten 75 positive Schnelltests nachgewiesen. „In der zweiten Woche waren sie meist am Wochenanfang. In der dritten sind die Zahlen deutlich niedriger“, erklärte die Erste Kreisbeigeordnete. Betroffen sind aktuell 31 Schulen mit einem bis zu acht Infizierten, neun Kindergärten und zwei Gemeinschaftseinrichtungen. „In der betroffenen Pflegeeinrichtung in Rimbach gab es seit Anfang September keine Neuinfizierungen mehr. Dort wird sich auch das RKI das Infektionsgeschehen ansehen, um mögliche Rückschlüsse ziehen zu können“, so Stolz.

Wie bei den vorgenannten Infektionsorten nicht anders zu erwarten spielt sich das Infektionsgeschehen vor allem bei den Jüngeren ab. Demnach liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 31 Jahren. Stärkste Altersgruppe sind allerdings nicht die Schüler, sondern die 16- bis 25-jährigen mit einer Inzidenz von über 200. Über der Marke 100 liegen die bis 15-jährigen und die Gruppe der 26- bis 40-jährigen. Deutlich niedriger, mindestens unter 50, ist die Inzidenz bei Bürgern ab 41 Jahre. Bei den stationären Patienten in Kliniken beträgt das Durchschnittsalter 58 Jahre. Aktuell wird eine Person aus dem Kreis (mit Infektionsnachweis) intensivmedizinisch betreut. Wie letztendlich auch Hessenweit liegt im Kreis Bergstraße im Altersbereich, für den derzeit COVID-19-Impfungen zugelassen sind (mindestens 12 Jahre alt), die 7-Tage-Inzidenz für Ungeimpfte oder Teilgeimpfte und Personen, bei denen Angaben zum Impfstatus fehlen, über 200. Für vollständig Geimpfte weist diese den Wert um die 20 auf.         

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