74 Bürgerbeiträge im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms

Volles Programm beim Ortsteilspaziergang Hochstädten

Ein Ortsteilspaziergang wurde am vergangenen Samstag (11.) im Rahmen der Bürgerbeteili-gung des Dorfentwicklungsprogramms in Hochstädten durchgeführt. Bild © privat

Vergangenen Samstag (8. August) trafen sich Vertreter der Stadt Bensheim, des Planungsbüros FIRU und sieben Hochstädter Ortskenner, um die vielen Anregungen aus der Hochstädter Bevölkerung im Rahmen der Bürgerbeteiligung des Dorfentwicklungsprogramms vor Ort in Augenschein zu nehmen. Bei der Online-Beteiligung wurden aus Hochstädten mit 74 Beiträgen, von den wahrgenommenen Stärken und Schwächen ausgehend, die mit Abstand meisten Erwartungen aller Stadtteile an das Programm eingereicht.  „Wir freuen uns sehr über diese intensive Beteiligung, da sie das Interesse der Hochstädter Bevölkerung an der Lebensqualität in ihrem Ort belegt und die Chance wahrgenommen wird, die das Programm der Hessischen Landesregierung für Hochstädten und die anderen Ortsteile Bensheims bedeutet“, meint Ortsvorsteher Bernd Rettig.

Große Bandbreite an Themen

Die angesprochenen Themen wiesen eine große Bandbreite auf und reichten von Mobilität, über Digitalisierung, Daseinsvorsorge, städtebaulicher Entwicklung bis hin zum ehrenamtlichen Engagement und historischen Wurzeln. Besonders wichtig ist den Hochstädtern die Anlage eines Fuß-/Radweges nach Auerbach, da die derzeitige Situation als sehr gefährlich erachtet wird. Die ÖPNV-Verbindungen gelten als ausbaufähig, obwohl der Ausbau der Ruftaxi-Verbindungen hier bereits eine deutliche Verbesserung gebracht hat. Der aktuellen Forderung des SPD Ortsverbands Auerbach/Hochstädten, über die Buslinie 671 das neue Ärztezentrum in Auerbach besser anzuschließen, fügt der Ortsbeirat Hochstädten die Bitte hinzu, dies auch auf Hochstädten auszuweiten.

Städtebaulich wurde zum Beispiel die Ortseinfahrt in Hochstädten betrachtet, die sich im Bereich der neuen Bushaltestelle am Hochstädter Haus als eng und optisch wenig ansprechend erweist. Für das alte Feuerwehrgebäude, das früher als Kirchsaal und heute noch dem Kerwe- und Heimatverein als Stützpunkt dient, ist eine Perspektive zu finden. Die Geschichte des Marmorbergwerks, dessen Spuren an vielen Stellen noch sichtbar sind, könne in einem historischen Lehrpfad verdeutlicht werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die nachhaltige Festigung des Hochstädter Hauses, das mit Dorfladen, Café und den weiteren Aktivitäten in vielen Beiträgen als Stärke des Ortsteils hervorgehoben wurden.

Bestandteil des Entwicklungskonzepts

Viele weitere Anregungen werden Eingang in die nächsten Schritte zur Entwicklung des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) für die Dorfentwicklung finden und auch Bestandteil erneuter Bürgerbeteiligungsformate sein. Anette Reil-Held, für den Ortsbeirat Mitglied in der Steuerungsgruppe zur Dorfentwicklung, zeigt sich optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass viele der sich aktuell entwickelnden Projektvorschläge in der sechs Jahre dauernden Umsetzungsphase auch realisiert werden“.

Eine verrückte Idee sei noch genannt, da sie für Einfallsreichtum steht: warum nicht die Identität Hochstädtens visuell stärken, indem jeder seine Hausfassade blau oder weiß neu streicht und Hochstädten zum „blauen Dorf“ macht. (red)

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