93-jährige Lorscherin erhielt erste Corona-Impfung im Kreis

Impfstart im Johanniter-Haus in Lorsch/Mobiles Team im Einsatz

Begehrtes Fotomotiv beim ersten Corona-Impftermin am heutigen Sonntagvormittag (27.) am Johanniter-Haus in Lorsch: der Impfstoff.

Die ersten Impfdosen sind da und damit auch im Kreis Bergstraße angekommen. Die erste Station der großen Impfaktion gegen das Coronavirus war das Seniorenheim „Johanniter-Haus“ in Lorsch, welches bereits am heutigen Sonntagvormittag (27.) von einem mobilen Team des Impfzentrums Bergstraße besucht wurde. „Verimpft wurden im ersten Step 150 Dosen, 30 weitere gelieferte gehen in den nächsten Tag“, berichtete bei einem offiziellen Pressetermin vor dem Seniorenheim Landrat Christian Engelhardt. Im Gesamten rechnet der Kreis Bergstraße noch in diesem Jahr mit rund 2000 Impfungen. Die erste Impfung im Kreis Bergstraße erhielt eine 93-jährige Bewohnerin aus Lorsch.

Licht am Ende des Tunnels

„Die Einschränkungen sind natürlich in der Summe belastbar, Existenzen gefährdet. Der heutige Tag ist der Auftakt aus der Krise, das Licht am Ende des Tunnels“, äußerte der Landrat. Das Johanniter-Haus war entsprechend der Landesvorgabe, dass in der Einrichtung kein akuter Infektionsfall vorliegen soll, gut gewählt. „Wir hatten seit März keinen Fall. Sehen die erste Impfung im Kreis auch als eine Art Belohnung“, freute sich Einrichtungsleiterin Sylvia Jeuthe. Auch für Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, welche seit Beginn der Krise mit dem Gesundheitsamt unter massiven Arbeitsdruck steht, war die erste Impfung ein ganz besonderer Termin und bedeutsamer Moment. Die Verantwortungen für die Impfungen liegen nun beim Ärztlichen Leiter des Impfzentrums, Dr. Marc Häffner und dem Leiter des Impfzentrums Markus Stracke, welche innerhalb kürzester Zeit die benötigten Vorbereitungsarbeiten abschlossen.

Genau 2555 Bewohner von Alten- und Pflegeheimen des Kreises Bergstraße können in der ersten Phase der bislang größten Impfaktion in der Geschichte Deutschlands geimpft werden. Unser Bild zeigt das genutzte Rettungsfahrzeug des mobilen Impfteams.

Rettungswagen als mobiles Impfzentrum

Als mobiles Impfzentrum wählten die Verantwortlichen einen auf die neue Situation etwas umgebauten voll ausgerüsteten Rettungswagen. „Wir sind für alle Fälle gewappnet“, verdeutlichte Dr. Häffner. „Die Anreicherung des Impfstoffs im Rettungswagen ist sehr gut gelöst. Wir haben gute Voraussetzungen“, lobte auch Dr. Wilhelm Saur von der Stadt-Apotheke Heppenheim welches sich mit einer Mitarbeiterin spontan in den Dienst der guten Sache stellte. „Wir benötigen aber noch weitere Apotheker*innen und Pharmazeutische Assistenten“, warb Dr. Saur um weitere Untersützung.  

Bei ihm laufen die Fäden zusammen: beim Leiter des Impfzentrums Markus Stracke.  

5000 Impfungen am ersten Tag in Hessen

10.000 Impfdosen wurden mit einer ersten Lieferung nach Hessen verbracht. Davon werden entsprechend einer bundesweiten Planung die ersten 5.000 Dosen Mitarbeiter auf den Covid-19-Intensivstationen der Krankenhäuser und Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen erhalten. Die anderen knapp 5.000 Dosen gehen zunächst zur Zwischenlagerung in ein Kühlzentrum, um die Zweitimpfung in rund drei Wochen sicherzustellen. Die Immunität tritt dann ungefähr eine Woche nach der zweiten Impfung ein. Notwendig sind im Kreis Bergstraße in Alten- und Pflegeheimen Impfungen -sofern sie diese wünschen- bei aktuell 2555 Bewohner, zudem sind auf Kreisebene im Gesamten 10.000 Pflegebedürftige bekannt. Insgesamt zählt die erste Gruppe in Hessen rund 567.000 Männer und Frauen. Bis Mitte Februar will man mit der ersten Phase durch sein.

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