Altarberghäuschen im Fürstenlager wird rekonstruiert

Schutzhütte wurde bereits abgetragen/Bauarbeiten beginnen Mitte September

Wieder aufgebaut wird an die Stelle des ursprünglichen Teehauses im Bereich Fürstenlager das Altarberghäuschen. Das Gebäude wurde bereits abgetragen, die Bauarbeiten beginnen Mitte September. Von hier hat der Besucher einen freien Blick bis in die Rheinebene.

Für Aufregung sorgte in den letzten Tagen unter anderem in den sozialen Netzwerken das Abtragen einer in Auerbach unter Altarberghäuschen bekannte Schutzhütte. Ein gern besuchtes zum Staatspark Fürstenlager gehörendes Holzhäuschen am Westhang des Altarberges, von dem Wanderer einen ausgezeichneten freien Blick über das gesamte Stadtgebiet oder Auerbach bis hin ins Rheintal nach Worms und nach Rheinland-Pfalz haben. Zurück blieb -nach einem ersten Eindruck- nur die gepflasterte Bodenplatte. Alle Aufregung war allerdings umsonst, wird doch wieder ein neues Gebäude erstellt.

Instandsetzung nach historischer Vorlage

„Das Dach war marode und musste renoviert werden. So standen wir nun vor der Wahl es gleich richtig zu machen und das Gebäude komplett nach historischem Vorbild instand zusetzen“, verdeutlichte in einem Gespräch der Verwalter des Fürstenlagers Stefan Jagenteufel. Das Teehaus wurde daher aus Gründen der Verkehrssicherheit abgerissen. Durch große, feuchtigkeitsbedingte Schäden im Dach war dessen Standsicherheit nicht mehr gegeben. Der Wiederaufbau durch das Fachgebiet Bauangelegenheiten und Denkmalpflege soll bereits Mitte September auf Grundlage der historischen Baupläne des Jahres 1857 beginnen. Im ersten Bauabschnitt werden bis voraussichtlich Ende Oktober die historischen Fundamente neu errichtet, die Fachwerkkonstruktion der Wände sowie der Dachstuhl aufgebaut und das Dach mit Schiefer gedeckt. Im zweiten Bauabschnitt, der für die zweite Hälfte des kommenden Jahres geplant ist, wird das Fachwerk ausgemauert und verputzt sowie Türen und Fenster eingesetzt. Nach Fertigstellung soll das Teehaus dann wieder so aussehen, wie es der großherzogliche Hof- und Theatermaler Ernst August Schnittspahn 1862 dargestellt hat.

Das schadhaftes Dach des Altarberghäuschen im Staatspark Fürstenlager. Bild © SG / Christoph Haarmann

Altarberghäuschen war ursprünglich Teehaus

Der Aussichtspunkt selbst war in der Historie Standort eines 1787 erbauten Teehauses, das im Jahre 1918 abgetragen wurde. Seit 1958 steht auf dem alten Fundament eine hölzerne Schutzhütte, die allerdings keinerlei Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen klassizistischen Bau hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich der 1783 von Erbprinzessin Luise als Erinnerungszeichen geschaffene Freundschaftsaltar mit den geschwungenen Initialen des Landgrafen von Hessen-Darmstadt Ludwig X und seiner Gemahlin Luise. Der Altar wurde zuletzt im Jahr 1999 rekonstruiert.

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