Am kommenden Sonntag (26) wählt Deutschland einen neuen Bundestag

Zehn Direktkandidaten wollen im Kreis Bergstraße in den Deutschen Bundestag

Am kommenden Sonntag (26.) wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Die letzten Bundestagswahl-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren beziehungsweise sind mit der Briefwahl schon im vollen Gange. Zur üblichen Organisation kommt allerdings im Coronajahr 2021 nochmal viel Aufwand dazu, damit jeder der rund 30.000 Bensheimer Wahlberechtigten unter den Vorgaben des Hygieneschutzes am 26. September auch seine Stimme abgeben kann. 27 Wahllokale gilt es in der größten Stadt des Kreises für den Urnengang vorzubereiten. So müssen beispielsweise kreuzungsfreie Bewegungsströme der Wählerinnen und Wähler ermöglicht werden, trennende Schutzeinrichtung für die Sitzplätze des Wahlvorstandes werden installiert oder Hygieneschutz zur Verfügung gestellt. Für viele wird sich allerdings die Stimmabgabe außerhalb des Wahllokals abspielen. Erwartet wird allgemein eine Rekordzahl von Briefwählern. Um mit dieser Option abstimmen zu können, müssen Bundesbürger einen Antrag stellen. Das kann entweder online, schriftlich oder per Brief erfolgen.

10 Direktkandidaten im Kreis Bergstraße

Zur Wahl des 20. Deutschen Bundestages dürfen alle Deutsche, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben, mitentscheiden. Mit ihrer Erststimme setzen die Wähler und Wählerinnen ein Kreuz für den jeweiligen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis. So können sie im Kreis Bergstraße unter zehn Kandidaten ihren Favoriten auswählen. Allein 23 Parteien stehen für das Kreuzchen der Zweitstimme, welches das Mehrheitsverhältnis im Bundestag beeinflusst, zur Verfügung. Der künftige Bundeskanzler wird also nicht direkt sondern von den künftigen Abgeordneten gewählt. Die Abstimmung im Wahllokal beginnt am Wahlsonntag (26. September) um 8 Uhr morgens und endet um 18 Uhr abends.

Wer steht zur Wahl?

Eine feste Größe in Berlin aber auch als CDU-Kreisvorsitzender in der Region ist der in Auerbach wohnende Christdemokrat Dr. Michael Meister. Bereits seit dem Jahr 1994 gehört der 60-jährige ununterbrochen dem deutschen Parlament an und begleitete in dieser Zeit unter anderem von 2013 bis 2018 die Funktion des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Finanzen und ist seit März 2018 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Mit dem Heppenheimer Till Mansmann schickt auch die FDP einen Kandidaten ins Rennen, der schon im Jahr 2017 über die FDP-Landesliste in die Berliner Fraktion gewählt wurde. Der 53-jährige Diplom-Physiker und Redakteur kandidiert in diesem Jahr auf Platz drei der Landesliste seiner Partei und dürfte beste Chancen haben, erneut ein Mandat zu ziehen, hatten doch bei der letzten Wahl sechs FDP-Abgeordnete den Sprung nach Berlin geschafft.

Erstmals ein Mandat im Bundestag strebt für die SPD der 40-jährige Sven Wingerter an. Seit 1998 war die amtierende Bundesjustiz- und Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht für die Bergsträßer Sozialdemokraten das Gesicht in Berlin. Aus privaten Grünen entschloss sie sich nun nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Bei einem Parteitag der SPD setzte sich schließlich der in Wald-Michelbach wohnende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Kreis Bergstraße Sven Wingerter als Direktkandidat durch. Bereits seinen zweiten Anlauf unternimmt der in Auerbach wohnende Moritz Müller. Der 28-jährige Ethnologe und Politologe ist seit zehn Jahren Mitglied der Grünen und auch in der Kommunalpolitik, sowohl im Kreistag, in der Bensheimer Stadtverordnetenversammlung als auch im Ortsbeirat, stark engagiert. Ebenfalls zum zweiten Mal für den Bundestag kandidiert für die Partei „Die Linken“ der 44-jährige Mörlenbacher Sascha Bahl. Er ist auch Vorsitzender seines Kreisverbandes und gehört dem Bergsträßer Kreistag an. Ebenfalls Mitglied des Kreistags ist der Bürstädter Rechtsanwalt Thomas Fetsch, der für die AfD ins Rennen geht.

Soweit die Kandidaten von Parteien, die allesamt bereits Fraktionen im Bundestag stellen. Dazu kommen noch vier weitere Direktkandidaten, wie die Heppenheimerin Kerstin Buchner für die Freien Wähler. Die Diplom-Ingenieurin ist ebenfalls Mitglied des Kreistages und Stadtverordnete in ihrer Heimatstadt. Ferner steht Gabriele Ermen für die Partei „Unabhängige für bürgernahe Demokratie“ auf dem Stimmzettel. Die 54-jährige ist in Bensheim zuhause und steht auf Platz 2 der Landesliste ihrer Partei. Neu ist zudem als Kandidat für die Basisdemokratische Partei Deutschland (Basis) Ina Rodewald aus Hirschhorn. Die Basis ist im Zusammenhang der Protestbewegung 2020 gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie entstanden. Als parteilose Einzelbewerberin will die in Alsbach-Hähnlein wohnende Heike Grammbitter in den Bundestag gewählt werden. Die 65-jährige Kauffrau ist in Bensheim als Geschäftsführerin vom Varieté Pegasus keine Unbekannte. Folgerichtig zählt neben Gastronomie und Gesundheitsversorgung auch die Kultur zu ihren Schwerpunkten.

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