Bensheimer Impfzentrum offiziell geschlossen

Fast 100.000 Menschen erhielten im Zentrum Coronaspritzen/Drei mobile Impfteams weiter unterwegs

Mit Dankesworten und Informationen zur Statistik verabschiedete Landrat Christian Engelhardt am Donnerstagabend (30.) bei der Schließung des Bergsträßer Impfzentrums nahezu 188 Mitarbeiter.

183.000 Spritzen bei fast 100.000 Personen wurden seit der Eröffnung am 9. Februar diesen Jahres im Impfzentrum Bergstraße gesetzt, davon circa 95.000 Erst-, knapp 86.000 Zweit- und mehr als 1.400 Drittimpfungen. Eine logistische Mammutaufgabe. Fehlte zum Auftakt noch Corona-Impfstoff, so bildeten sich nach dem Vorhandensein von genügend Dosen trotz Terminvergabe lange Warteschlangen und das Zentrum am Berliner Ring in Bensheim war ausgelastet. Ab dem Frühjahr nahm die Impfkampagne so richtig Fahrt auf, stärkster Impfmonat dürfte wie überall in Hessen auch in Bensheim der Mai gewesen sein. Jetzt kann die Regelversorgung der Bevölkerung durch Haus- und Fachärzte sichergestellt werden. Folgerichtig wurden mit Datum vom 30. September die hessischen Impfzentren geschlossen. So drehten am Abend Landrat Christian Engelhardt und der Leiter des Impfzentrums Markus Stracke symbolisch am Berliner Ring den Schlüssel um.   

188 Beschäftigte im Impfzentrum

Zahlreiche der insgesamt 188 im Bergsträßer Impfzentrum Beschäftigten waren am Donnerstag (30.) zur offiziellen Schließung der Einrichtung gekommen und füllten zusehends das Foyer. Ein deutliches Zeichen für die sich über acht Monate erstreckende gute Teamarbeit. „Wir wollten die Pandemie in Schach halten und es musste schnell gehen“, verdeutlichte Markus Stracke in seinen kurzen Dankesworten die Motivation der Mitarbeiter, unter denen sich auch 15 Ehrenbeamte und vier Personen aus der Abteilung Gefahrenabwehr des Kreises befanden. Seinen Dank sprach auch Landrat Christian Engelhardt aus und rief nicht nur die ein oder andere Begebenheit in Erinnerung sondern verkündete auch beeindruckende statistische Zahlen. So war am Anfang der Impfstoff knapp, was auch zu manch wütender Reaktion von erschienenen nichtimpfberechtigten und nichteinsichtigen Personen führte. 28 Impfzentren wurden in Hessen innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft, darunter auch im Kreis Bergstraße. Innerhalb von 14 Tagen war das Zentrum arbeitsfähig. Blaupausen und Erfahrungswerte gab es keine. Auch unterlag der Impfstoff zu Beginn ganz speziellen Anforderungen bezüglich der Transport- und Lagerbedingungen. Fast 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen galt es zu Diensten einzuteilen. Die Organisatoren wurden buchstäblich ins kalte Wasser geworfen. Zuletzt war der Besuch dann allerdings eher übersichtlich, zumal folgerichtig nach dem Vorhandensein von ausreichend Impfstoff Impfungen bei Haus- und Fachärzten durchgeführt werden konnten.

Das Impfzentrum Bergstraße symbolisch geschlossen haben am Donnerstagabend (30.) auf unserem Bild Landrat Christian Engelhardt und der Leiter des Impfzentrums Markus Stracke (Von links). 183.000 Spritzen bei fast 100.000 Personen wurden seit der Eröffnung am 9. Februar diesen Jahres im Impfzentrum Bergstraße gesetzt.

7.000 Impfungen in Pflegeheimen

Detailliert schlüsselte Landrat Engelhardt die Zahlen auf. So erfuhren die Anwesenden, dass beispielsweise über 7.000 Erst- und Zweitimpfungen von mobilen Teams in Seniorenheimen durchgeführt wurden. Einen Piks erhielten unter anderem auch rund 5.000 Beschäftigte von Rettungsdiensten, wie Feuerwehr oder Polizei, circa 2.400 Lehrkräfte und 1.000 Erzieherinnen oder fast 1.400 Bewohner in Gemeinschaftsunterkünften, um nur einige Beispiele zu nennen. „Weit mehr als ein Drittel aller Bergsträßerinnen und Bergsträßer hat das Team des Impfzentrums kennengelernt. Das Feedback war durchweg positiv“, lobte Engelhardt. Auftakt der Bergsträßer Kampagne war übrigens direkt nach den Weihnachtsfeiertagen, am 27. Dezember, beim Seniorenheim „Johanniter-Haus“ in Lorsch. Die erste Impfung erhielt von den Impfärzten Dr. Scheuer und Dr. Häffner eine 93-jährige Lorscherin.

Unter Volllast arbeiteten jeweils 47 Mitarbeiter in zwei Schichten von 06:30 Uhr bis 23 Uhr. „Manchmal wurde noch nachts um 2 Uhr eine Statistik versandt“, erinnerte Markus Stracke. Seit Juli konnte die Anzahl des Personals auf 28 reduziert werden. Zudem waren drei mobile Teams mit vom Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Einsatzfahrzeugen unterwegs. Dazu kam noch ein Dienstfahrzeug des Kreises.  

4,7 Millionen Impfungen in Hessens Impfzentren

Ziel der Impfzentren war es, so schnell und effizient wie möglich alle Vorkehrungen zu treffen, um eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger schnell impfen zu können. Laut Presseauskunft von Hessens Innenminister Peter Beuth wurden rund 4,7 Millionen einzelne Schutzimpfungen in den 28 hessischen Impfzentren gegen das Corona-Virus verabreicht.  worden (Erstimpfungen: 2.479.664; Zweitimpfungen: 2.189.854, Auffrischungsimpfungen: 32.858; Stand: 28.09.2021). Damit beträgt der Anteil an allen in Hessen bis heute erfolgten Impfungen (Gesamtanzahl: 8.059.091; Stand: 28.09.2021) knapp 60 Prozent. Allein mehr als 3,2 Millionen Impfungen erfolgten in den Impfzentren mit dem Impfstoff von Biontech. Darüber hinaus wurden mehr als 800.000 Moderna-, mehr als 600.000 AstraZeneca- und mehr als 80.000 Impfungen mit dem Einmalimpfstoff von Johnson&Johnson vorgenommen. Nach einer ersten vorläufigen Grobkostenschätzung für Aufbau und Betrieb der Impfzentren betragen die Durchschnittskosten rund 1,8 Millionen Euro pro Impfzentrum im Monat. Mithin können bei 28 zu betreibenden Impfzentren Kosten in Höhe von insgesamt 50,4 Millionen Euro pro Monat entstehen. Das Land Hessen und der Bund teilen sich hierbei die Mittel zu je 50 Prozent.

Drei mobile Impfteams weiter im Einsatz

Jetzt gehen die Corona-Schutzimpfungen in den beiden Säulen Ärzteschaft und Öffentlicher Gesundheitsdienst weiter. Dies gilt natürlich auch für die wichtigen Auffrischungsimpfungen. Zudem werden im Kreis Bergstraße bis auf Weiteres drei mobile Impfteams, meist in Absprache mit der Ärzteschaft, beispielsweise für Immunisierungen an Schulen oder für Auffrischungsimpfungen in Pflegeheimen oder in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, zur Verabreichung von Impfungen eingesetzt. Diesbezüglich werden eigens 21 Personen, davon 12 Vollzeitkräfte, weiterbeschäftigt. „Auch steht für uns jetzt erstmal der Abbau der Einrichtung auf der Tagesordnung. Wir rechnen wieder mit einer Zeitspanne von 14 Tagen“, erläuterte der jetzt ehemalige Leiter des Impfzentrums Markus Stracke.  

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