Bergstraße wird Teil der Wasserstoffmodellregion

Technologietransfer und Qualifizierung kann bis zu 1.100 neue Arbeitsplätze schaffen

Der Kreis Bergstraße wird Teil der Wasserstoffmodellregionen zur Umsetzung vom Wasserstoffprojekten. Bild © kb

Seit der Energiewende wird Wasserstoff als Energieträger heiß gehandelt. Manche meinen gar, Wasserstoff sei das Erdöl von morgen. Deswegen hat der Bund ein Förderprogramm mit Wasserstoffmodellregionen ins Leben gerufen, um den Einsatz von Technologie zur Nutzung von Wasserstoff zu fördern. Im Rahmen des Förderprogramms HYLAND gibt es deutschlandweit insgesamt 25 Modellregionen, drei davon in der Kategorie „HyPerformer“, die sich mit der Umsetzung von Wasserstoffprojekten beschäftigt. Eine dieser drei Modellregionen ist die Metropolregion Rhein-Neckar, zu der auch der Kreis Bergstraße gehört.

Potential für Bergsträßer Unternehmen

„Der Kreis Bergstraße ist jetzt nicht nur Teil der Metropolregion Rhein-Neckar, sondern auch der Wasserstoffmodellregion“, freut sich Landrat Christian Engelhardt, der dadurch Potential für Bergsträßer Unternehmen sieht, sich an der Förderinitiative des Bundes zu beteiligen. Denn persönlich gehe er davon aus, dass es zu kurz gedacht sei, lediglich auf batterieelektrische Autos zu setzen, wenn man ökologische Mobilität wolle: „Autos mit Batterien sind nicht für alles eine gute Lösung. Wir brauchen die Offenheit, auch andere Technologien wie E-Fuels und eben auch Wasserstoff zu fördern“ so Engelhardt.

Fachleute erörtern Anwendungsszenarien

Engelhardt traf sich deshalb mit Dr. Doris Wittneben, Leiterin Fachbereich Energie und Mobilität bei der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) GmbH, sowie Lukas Haase, Leiter des Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekts „H2Rivers“. Von der Hessischen Landesenergieagentur nahmen Geschäftsführer Dr. Karsten McGovern, Tanja Scharnhoop (Projektleiterin Bildung Erneuerbare Energien) und Oliver Eich (Projektleiter Wasserstoff und Brennstoffzellen) teil. Außerdem dabei waren Gerhard Goliasch, Geschäftsführer des ZAKB, und Corinna Simeth, Abteilungsleiterin Grundsatz und Kreisentwicklung aus der Kreisverwaltung.

Im Gespräch ging es darum, in welchen Bereichen Wasserstoff eingesetzt werden kann und welche Potentiale und Anwendungsszenarien es im Kreis Bergstraße gibt. Das gemeinsame Ziel ist die Schaffung einer integrierten Wasserstoffwirtschaft, bei der die gesamte Wertschöpfungskette in der Metropolregion etabliert ist, von Erzeugung, Verteilung, Speicherung über die Anwendung. „Ich will einen Beitrag zur Energiewende leisten. Außerdem wird durch Technologietransfer und Qualifizierung bis zu 1.100 neue Arbeitsplätze in der Region in diesem Bereich geschaffen. Daher setze ich mich für neue Innovationen ein,“ so Landrat Engelhardt. Wasserstoff, so der Landrat, könne dabei ein Teil der Lösung sein, den dieser könne CO2-neutral hergestellt, lange gespeichert und über weite Strecken transportiert werden.

Landkreis in Vorreiter-Rolle

Landrat Engelhardt steht zudem im Austausch mit der Landesenergieagentur Hessen. „Wir werden eine gemeinsame Bildungs-Initiative im Bereich Wasserstoff etablieren. Der Kreis Bergstraße, als idealer Standort im Bereich des Wasserstoffes, wird hier eine Vorreiterrolle einnehmen,“ so Landrat Engelhardt.

Die Metropolregion Rhein Neckar hat im Rahmen des Bundeswettbewerbs 20 Millionen Euro Fördermittel zur Entwicklung einer Wasserstoff-Modellregion im Bereich der Mobilität erhalten. Weitere 20 Mio. Euro investiert das Land Baden-Württemberg in das Projekt. Ein Ziel der Wasserstoff-Modellregion ist die Etablierung eines klimafreundlichen ÖPNV. Dafür soll eine entsprechende Infrastruktur mit H2-Tankstellen gespeist aus Erneuerbaren Energien relevant. Neben Bussen für den ÖPNV können auch Nutzfahrzeuge aus den unterschiedlichen Industriebereiche, Züge oder auch PKWs von einer solchen Infrastruktur profitieren. Darüber hinaus ist Wasserstoff auch denkbar als Baustein in einer CO2-neutralen Quartiersversorgung.

Die Akteure verständigten sich darauf, dass die Schaffung der Infrastruktur und eine mögliche Sektorenkoppelung untersucht werden soll und Interessenten aus der Wirtschaft und öffentlicher Hand zusammengebracht werden. (kb)

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