Corona: Alle Impfberechtigte mit Prio 1 und 2 haben im Kreis Impftermin

Vollständiger Impfschutz gilt in Hessen als Negativnachweis/Infizierte sind zunehmen jünger

„Wir haben zwischenzeitlich über 70.000 Personen Dosen im Kreis Bergstraße verimpft (Erst- und Zweitimpfung) und gestern im Impfzentrum mit 1.259 Menschen so viele wie noch nie. Alle mit Priorisierung 1 und 2 angemeldete Impfberechtigte hätten laut Land Hessen einen Impftermin erhalten“, verdeutlichte in der am heutigen Donnerstag (29.) durchgeführten Video-Pressekonferenz mit der Kreis-Spitze Landrat Christian Engelhardt. Der sogenannte No-Show-Anteil beträgt beim Astrazeneca-Impfung derzeit 17 Prozent; sieben Prozent sind zur Impfung von Biontech nicht erschienen. In allen Fällen konnten die Impftermine über die Nachrückerliste besetzt werden.

Erfreulich ist aus Kreissicht auch, dass durch die Öffnung der Priorisierung 3 die Rettungsdienste sofort geimpft werden können. „Wir waren in Hessen die ersten und sind in ein paar Tagen mit den parallel im Foyer der Weststadthalle laufenden Impfungen der Feuerwehren und Rettungsdienste fertig“, erklärte der Landrat. Zudem erhalten die Ärzte zwischenzeitlich die doppelte und dreifache Menge. Die genauen Zahlen liegen dem Kreis Bergstraße allerdings nicht vor. Nachdem das Impfzentrum nun langsam an seine Kapazitätsgrenzen kommt, finden die weiteren Impf-Steigerungen bei den Ärzten statt. Auf Nachfrage teilte der Landrat mit, dass im Impfzentrum in Bensheim derzeit überwiegend die Stoffe Biontech und Moderna, aber auch Astrazeneca, verimpft werden. Laut Bund ist geplant, die Impfungen mit Astrazeneca überwiegend bei Hausärzten vornehmen zu lassen.  

Impfschutz als Negativnachweis

Angepasst wurde vom Land Hessen, mit Datum vom 27. April, auch die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung. Demnach wurde in § 1b festgehalten, dass der Nachweis eines vollständigen Impfschutzes als Negativnachweis zugelassen ist. Somit erfolgt hier eine Gleichstellung mit negativen PCR-Tests, Antigen-Schnelltests und anlassbezogen vor Ort durchgeführten Selbsttests. Ein vollständiger Impfschutz liegt vor, wenn seit der Gabe der letzten Impfdosis, die nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut für ein vollständiges Impfschema erforderlich ist, mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff mehr als 14 Tage vergangen sind. Zur Nachweisführung ist die Impfbescheinigungen gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorzulegen. Hier der Link zur Verordnung: https://www.hessen.de/sites/default/files/media/03_corona-kontakt-_und_betriebsbeschraenkungsverordnung_stand_27.04.21_0.pdf

Infizierte zunehmen jünger

„Derzeit stellen wir überwiegend Cluster in Betrieben und mit steigender Tendenz in Familien fest. Die Infizierten werden zunehmend jünger“, äußerte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz zu den aktuellen Zahlen im Kreis Bergstraße. So berechnete die Behörde die aktuelle Altersinzidenz und stellte bei den 0- bis 40-jährigen eine Inzidenz von 200 fest. Danach flachen die Werte stark ab. „Die 60- bis 70-jährigen haben eine Inzidenz von ungefähr 95, die über 70-Jährigen liegen bei etwa 50“, so die Erste Kreisbeigeordnete. Hierbei seien die durchgeführten Schultests nicht das Phänomen, liegt doch die Inzidenz bei den mutmaßlich nicht mehr zur Schule gehenden 21- bis 25-jährigen seit 14. April über 200. Das Durchschnittsalter aller Neu-Infizierten liegt aktuell bei 39 Jahren, die über 60-jährigen schlagen nur noch mit rund 15 Prozent zu Buche.

Ein ähnliches Bild ergebe sich auch bei den stationär in Krankhäusern behandelten Patienten. So wird aktuell eine Person unter 30 Jahre intensivmedizinisch betreut, fünf Personen seinen zwischen 41 und 50 Jahre alt. Allerdings seien die jüngeren Patienten auch länger auf den Intensivstationen. 

Wann könnten Schulen wieder öffnen?

Erläuterungen gab Landrat Engelhardt auch zu der Frage, wann Schulen wieder geöffnet werden könnten, sollte die Inzidenz unter den von der Bundes-Notbremse vorgegeben RKI-Wert von 165 sinken. Hierzu gibt das Bundes-Infektionsschutzgesetz vor, das an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen (Sonn- und Feiertage werden nicht mitgerechnet) diese Stufe unterschritten worden sein muss. Maßgebend sind die Werte vom RKI. Die Zählung beginnt an dem Tag nachdem die Schulschließungen greifen. Bezogen auf den Kreis Bergstraße wäre dies der morgige Freitag (30.). Der nächste Zähltag wäre dann -Samstag ist Feiertag- der kommende Montag. Nach den dann erreichten fünf Tagen unter einer Inzidenz von 165 erfolgt dann die Öffnung am übernächsten Tag, also bei diesem Beispiel am Montag (10.). Wird die Fünftagesfrist durch einen überhöhten Wert unterbrochen, beginnt die Zählung wieder von vorne.  

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