Coronavirus: Shanghai schließt kulturelle Stätten

Bereits 41 Tote durch Krankheitserreger/Virus erreicht Europa

Das Coronavirus hinterlässt auch in der 700 Kilometer von Wuhan entfernten 25 Millionenstadt Shanghai/China seine Spuren. Das öffentliche Leben kommt praktisch zum Erliegen; bekannte Kultur- und Tourismusstätten wurden geschlossen. Unser Bild zeigt eine gestrige Aufnahme (24.) einer normalerweise mit Menschen oftmals überfüllten Haupt-Metrolinie in Shanghai. Bild © privat

In die erste Reihe der deutschen Nachrichten oder in die Gespräche auf der Straße hat es das Coronavirus zumindest gefühlt noch nicht geschafft. Mit Abstand liest oder hört man die News von der Ausbreitung der Epidemie im ach so fernen China. Hohes Fieber, Husten, vielleicht einer Lungenentzündung sind die Symptome. 81Tote sind an dem eine Lungenkrankheit verursachenden Krankheitserreger nach heutigen Zahlen (27.1.) bereits gestorben; 2881Menschen seien nach offiziellen Zeitungsberichten in China bereits infiziert -rund ein Drittel mehr als noch am Vortag, was allerdings auch mit einem verbesserten Screening zusammenhängen kann. Hongkong hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Notstand und damit die höchste Warnstufe der Stadt ausgerufen. Das Virus breitet sich schnell aus, ist nicht mehr nur auf das Gebiet Wuhan begrenzt, wo das Virus ausbrach. Und jetzt das: die ersten drei Fälle von Coronavirus in Frankreich. Der Krankheitserreger hat Europa erreicht und wird sicherlich auch nicht vor den deutschen Grenzen Halt machen.

Die aktuellen Zahlen in China (Stand 23.2.2020):

Infizierte in China: 77048
Global: 78889
Deutschland: 16
Tote in China: 2445
Global: 2466
Quelle: Shanghai Daily, unter Berufung auf chinesisches Staatsfernsehen

Sehr ernste Lage in China

Wenn man die Informationspolitik von China kennt, zeigen die schon alleine von der chinesischen Regierung getroffenen Maßnahmen, wie ernst die Lage im Land tatsächlich ist. Der Schreiber dieser Zeilen kennt China und insbesondere Shanghai, pendelte die letzten sieben Jahre aus familiären Gründen immer wieder in die pulsierende 25 Millionenstadt. Informationen aus erster Hand sind daher vorhanden.

Metrolinien sind menschenleer

Circa 700 Kilometer Luftlinie beträgt die Distanz nach Wuhan. Und trotzdem: am Beispiel Shanghai werden die Maßnahmen und damit der Ernst der Lage deutlich. Unglaubliches Erstaunen über ein privat übermitteltes Foto von der wohl am stärksten frequentierten Metrolinie in Shanghai. Die ansonsten gnadenlos mit Menschen gefüllten U-Bahn-Waggons fahren leer. Kulturelle Veranstaltungsorten in der ganzen Stadt wurden geschlossen, um groß angelegte Versammlungen -gerade über die chinesischen Neujahrstage- zu verhindern oder öffentliche Bereiche zu desinfizieren, um eine weitere Ausbreitung von der Krankheit zu unterbinden. Eine Reihe wichtiger Kultur- und Tourismusstätten wurden in der Stadt geschlossen, darunter Disney, Yuyuan Gardens, Shanghai Museum, Shanghai Science and Technology Museum, Pearl Tower und Shanghai Grand Theater. Der Betrieb von Heimtiermärkten und Ausbildungseinrichtungen wurde ausgesetzt. Im öffentlichen Verkehr haben die Behörden Berichten zufolge zweimal täglich damit begonnen, das U-Bahn-System der Stadt zu desinfizieren. Bewohner werden aufgefordert Masken und Handschuhe zu tragen und die Hände zu desinfizieren, was auch dazu führt, dass die Hilfsmittel -so auch in Shanghai- nur noch schwer zu kaufen sind und Bekannten von hier Masken zugesandt werden.

Experten sehen Deutschland vorbereitet

Allein diese Beispiele zeigen den Ernst der Lage – noch überwiegend in Asien. Aber auch hierzulande wächst langsam die Angst, wenn auch das Robert Koch-Institut die Ansteckungsgefahr in Deutschland noch als gering einstuft. Lange Übertragungsketten seien noch nicht festgestellt werden. Auch nach WHO-Informationen haben sich Menschen bislang nur bei engem Kontakt mit Infizierten angesteckt, in der Familie oder in Praxen und Gesundheitszentren. Aber auch so sei Deutschland gut vorbereitet. (Fokus Online, vom 25.1.) Trotzdem: äußerst beunruhigend ist das Virus allemal. Wie das Beispiel Shanghai zeigt, sollte man es keinesfalls unterschätzen.

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