Die Suche nach den Wurzeln von Hochstädten

Hochstädter Familienbuch bei Ausstellung der Stadtteildokumentation vorgestellt

Das „Familienbuch Hochstädten 1660 – 1939“ wurde am gestrigen Freitagabend bei der diesjährigen Ausstellung der Stadtteildokumentation vorgestellt. Unser Bild zeigt von links Co-Autor Ulrich Kirschnick, Grafik-Designerin Janina Glaza-Schennach, den ehrenamtlichen Stadtrat Hans Seibert, Bürgermeister Rolf Richter, Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, Autorin Claudia Sosniak und Hochstädten`s Ortsvorsteher Bernd Rettig.

Der Titel ist Programm: Familienbuch Hochstädten 1660 – 1939. Es war eine aufwendige Suche nach den Wurzeln von Hochstädten. Drei Jahre intensive Detektivarbeit in Kirchenbüchern und Archiven oder auch lange Gespräche mit Bewohnern über ihre Familien und wichtige Ereignisse oder beispielsweise gefühlt 100 Telefonate mit ihrem Co Ulrich Kirschnick, verbrachte Autorin Claudia Sosniak von der Hochstädter Stadtteildokumentation mit ihrer Recherche bis zur Präsentation des Hochstädter Familienbuches am vergangenen Freitagabend (1.11.) im Hochstädter Haus. Es war eine Punktlandung. Erst am Tag zuvor wurde die 394 Seiten und 655 Familien umfassende Lektüre von der Druckerei geliefert. Parallel wurde die an das Familienbuch angelehnte diesjährige Ausstellung der Stadtteildokumentation eröffnet.   

Daten, Statistiken und Bilder

Für die Stadt Bensheim ist es nach Gronau und Zell der dritte Stadtteil mit einem eigenen Familienbuch. Noch am 14. November wird in Schönberg und Wilmshausen ein viertes offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Es sind Nachschlagwerke, mit viel Fleißarbeit geschrieben von leidenschaftlichen Hobby-Ahnenforschern, mit einer Fülle von Informationen und prägenden teils originellen Ereignissen. So erfasst das Buch unter anderem Hochstädter Häuser von 1829 bis 1939, Familien von A bis Z oder Schultheiße, Bürgermeister und Ortsvorsteher. Auf allein 22 Doppelseiten mit Familienbildern bekamen die Menschen ein Gesicht. Ein eigens Kapitel widmet sich Ausgebomten, Flüchtlingen, Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft und Vertriebenen, die Zuflucht in Hochstädten suchten. Eine Herzensangelegenheit war die Berücksichtigung von ausländischen Zivilarbeitern, die neben Zwangsarbeitern von 1940 bis 1945 in fast allen Bereichen, aber meist in der Landwirtschaft, in Hochstädten eingesetzt waren. Herausgeber des Familienbuches ist die Stadt Bensheim, die Einbandgestaltung nahm Grafik-Designerin Janina Glaza-Schennach vor.

Schicksalen und Tragödien

Einigen ausgesuchten menschlichen Schicksalen und Tragödien im Spiegel der Zeit, beginnend vom 30-jährigen Krieg über zwei Weltkriege bis fast zur Neuzeit, widmete sich auch die auf rund zehn Tafeln mit Bild und Text präsentierte Ausstellung. Claudia Sosniak suchte einige bei ihrer Recherche erfasste interessante Biografien heraus. So erinnerten Tafeln an Mörder und Ehebrecher, Räuber, Selbstmörder oder Hochstapler, die einst in Hochstädten lebten und für viel Gesprächsstoff sorgten. Einen breiten Raum nahm die Lebensgeschichte von Chinakämpfer, Musketier und Soldat Georg Fuchs ein, der später bei Maurer Riebel in Auerbach und im Marmoritwerk arbeitete. Georg Fuchs starb im Jahre 1953; seine Nachkommen leben noch heute in Hochstädten. Abgerundet wurde die Ausstellung mit aktuellen Bildern zum Hochstädter Geschehen in den Jahren 2018 und 2019.

Weitere Arbeiten am Hochstädter Haus

Worte des Dankes bei der mit Filmen aufgelockerten Veranstaltung sprach Bürgermeister Rolf Richter. „Wir kommen alle in den Genuss von dieser aufwendigen Recherchearbeit zu profitieren“, lobte Rolf Richter. Noch bevorstehende Maßnahmen rund um das Hochstädter Haus sprach Ortsvorsteher Bernd Rettig an. Nach den aktuellen Arbeiten im Stollen und dem Stellen der Gabionenwand wollen sich die Hochstädter den Außenanlagen widmen.  

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