Enge des Feuerwehrgerätehauses und Bau von Sporthallen im Blick

Umfangreiche Tagesordnung des Auerbacher Ortsbeirates/Objektschilder an historischen Gebäuden

Thema des Fünf-Jahres-Planes der Bensheimer Feuerwehren ist auch der aktuelle Standort des Auerbacher Feuerwehrgerätehauses.

Eine umfangreiche Tagesordnung hatten am vergangenen Montag (25.) die Mitglieder des Auerbacher Ortsbeirates in ihrer Sitzung im Bürgerhaus Kronepark zu bewältigen. So standen unter der Leitung von Ortsvorsteher Robert Schlappner neben dem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan BA 42 „Nördlich der Ernst-Ludwig-Promenade“ auch zwei Vorträge der TSV Auerbach zu den geplanten Sporthallenneubauten und der Freiwilligen Feuerwehren zum Bedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Bensheim für den Brandschutz im Mittelpunkt. Zudem beschlossen die Kommunalpolitiker die Verwendung von ihren zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln in Höhe von 1.000 Euro.  

Verzicht auf eine Lärmschutzwand

Relativ schnell abgehakt hatten die Ortsbeiratsmitglieder, welche auch Stadträtin Nicole Rauber-Jung in ihrer Mitte begrüßen konnten, den Tagesordnungspunkt zum Bebauungsplan „Nördlich der Ernst-Ludwig-Promenade“. Ein Thema, das die Kommunalpolitiker bereits mehrere Male seit 2012 beschäftigte. In der jetzigen Sitzung ging es allerdings ausschließlich um den Verzicht auf eine ursprünglich festgesetzte Lärmschutzwand entlang der Grundstückzufahren zu den bestehenden Wohngebäuden. So ergab im Jahre 2012 eine überschlägig durchgeführte Lärmprognose die Errichtung einer Lärmschutzwand. Eine Entscheidung, die aufgrund eines im Jahr 2019 -basierend auf die nun tatsächlich vorhandenen Fahrbewegungen- erstellten neuen Lärmgutachtens revidiert werden sollte. So ergaben die Ergebnisse keine Erfordernis für eine Lärmschutzwand, auch die unmittelbar „betroffenen“ Anlieger waren mit einem Entfall einverstanden. Zudem wurden bei der öffentlichen Auslegung seitens der Behörden keine gravierende Veränderungen gewünscht. Letztendlich wurden auch die von einem nur mittelbar betroffenen Anlieger vorgebrachten Bedenken im Rahmen der Abwägungsvorschläge zurückgewiesen. Der Auerbacher Ortsbeirat verabschiedete den Beschlussvorschlag zum Verzicht auf die Lärmschutzwand einstimmig.

Bau von zwei Sporthallen

„Wir haben derzeit wöchentlich einen Fehlbedarf von 98 Hallenstunden“, äußerte der Präsident der TSV Auerbach, Günther Kuch, zum geplanten Bau von zwei Sporthallen am Berliner Ring. So beabsichtigen die SSG Bensheim und die TSV an der Auerbacher Gemarkungsgrenze, nördlich des derzeit im Bau befindlichen Kindergartens, auf einem freien Gelände zwischen Winkelbach und Berliner Ring, zwei Hallen zu erstellen. Sowohl die Drei-Felder-Sporthalle mit bedarfsgerechter Tribüne über den Nebenräumen als auch eine kleine Sporthalle -überwiegend genutzt von den Cheerleadern- sollen bis 15:30 Uhr dem Kreis Bergstraße beziehungsweise den Schulen zur Verfügung stehen. „Wir haben fünf Jahre nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Acht Objekte aus verschiedenen Blickwinkeln geprüft, bis sich plötzlich die Möglichkeit in direkter Nachbarschaft zum Weiherhausstadion ergab“, erklärte der engagierte Sportfunktionär.

Anhand von schwerpunktmäßig diskutierten Fragestellungen begründete Günther Kuch die Notwendigkeit zum Bau der beiden Hallen. So sei unter anderem ein Aufstocken von vorhandenen Sportstätten aufgrund fehlender Parkplätze, unzureichende Statik oder beispielweise einer nicht ausreichenden Energieversorgung nicht möglich. Auch das Argument von Baumfällungen ließ der TSV-Präsident nicht gelten. „Wir haben die Gebäude so verschoben, dass die Wallnussbäume erhalten bleiben. Weitere 20 Bäume werden gepflanzt“, so Kuch. Für ihn noch nicht ganz in Stein gemeißelt ist die Reduzierung auf 65 Stellflächen. Kuch: „Darüber bin ich nicht so glücklich. Parkplätze werden gebraucht, dass zeigt sich deutlich im Weiherhausstadion. Wir werden ohnehin wieder mit Versicherungssteinen arbeiten“. Vorgesehen sind an den neuen Gebäuden auch eine Dachbegrünung und an der Ostseite die Begrünung der Fassade, welche alleine mit 70.000 Euro zu Buche schlagen wird. Argumente, welche die anwesenden Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet Bensheim“ nicht unbedingt überzeugten. „Es wird generell in Bensheim zu viel versiegelt“, machten Sprecher der BI deutlich. Überwiegend positive Stimmen gab es zu dem Projekt von Seiten der Ortsbeiratsmitglieder, wenn auch das ein oder andere Mitglied das Ansinnen aufgrund des Flächenverbrauchs differenzierter sah.

Feuerwehrgerätehaus viel zu eng

Einen Blick in die Zukunft wagten Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn, sein Stellvertreter Thomas Strößinger und der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach, Eugen Sponagel mit der Vorstellung des neuen Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Jahre 2021 bis 2026. Ein fast 300 Seiten umfassendes Werk, in dem die Auerbacher Wehr einen nicht unerheblichen Schwerpunkt bildet. Knackpunkt: der Bau eines neues Feuerwehrgerätehauses. Für die Ortsbeiratsmitglieder aus einsatztaktischen Gründen absolut notwendig, aber -wie Ortsvorsteher Robert Schlappner formulierte- „das Vereinsherz blutet“, war die Auerbacher Wehr doch schon seit dem Jahre 1859, also weit vor der Gründung der Wehr im Jahre 1890, mit ihren Einsatzmitteln immer zentral in der Bachgasse gelegen nie an einem anderem Platz. Trotzdem: die Unfallverhütungsvorschriften des Landes geben den Rahmen vor. Zu klein und eng, keine baulichen Veränderungen möglich, keine Parkflächen für die alarmierten Kräfte im Einsatzfall, Grenzbebauung an allen Seiten, kleiner Hof und nicht zuletzt eine schwierige Umkleidesituation, um nur einige Beispiele aufzuzählen. „Mittelfristig, also in einem Zeitrahmen bis zehn Jahre, ist der Standort nicht mehr haltbar. Auch die Reduzierung von sechs auf fünf Einsatzfahrzeugen, war durch eine günstigere Aufteilung der Bestückung möglich ist, bringt keine wirkliche Verbesserung“, erläuterte Jens-Peter Karn.  

Unterdeckung bei Sirenen

„Wir sind nicht blauäugig. Wir wissen natürlich um die Problematik einen geeigneten Standort, der möglichst östlich der Bahnlinie liegen sollte, ausfindig zu machen“, erklärte der Stadtbrandinspektor. So hat die Feuerwehr bei der Alarmierung die Regelhilfsfrist von zehn Minuten im Nacken, die bei einem Feuerwehrgerätehaus, beispielsweise am Berliner Ring, mit einer Anfahrt über zwei Bahnüberführungen, kaum zu schaffen wäre. Gebraucht wird nach derzeitigen Berechnungen eine Fläche von rund 2.100 Quadratmeter, ohne Grünanlage und Grenzabstände. Derzeit stehen der Wehr in der Bachgasse circa 600 Quadratmeter zur Verfügung, was die Misere nochmals unterstreicht. „Wir haben das Problem nun in der Verwaltung eingespeist. Es gilt nun aufmerksam zu sein und geeignete Flächen zu suchen“, erklärten die Wehrmänner.    

Bereits seit der Sirenenüberprüfung um Jahre 2019, also schon zwei Jahre vor den großen Unwetterunglücken in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, stehen die Anlagen in Bensheim im Fokus. Viele Kommunen hatten in den letzten Jahren die Sirenen abgebaut, Bensheim verfügt gottlob noch über 27 Sirenen, die allerdings aufgrund ihrer Standorte nicht alle Bewohner erreichen. Gerade der Westbereich Auerbachs ist hier nicht gut aufgestellt. „Aufgerüstet wird nun nicht nur in Anzahl sondern auch in die technische Ausstattung. „Es ist eine digitale Ansteuerung von dann elektronischen Sirenen geplant. Zur Zeit bleiben die Sirenen bei einem Stromausfall stumm“, machte der Stadtbrandinspektor unmissverständlich klar.

Objektschilder an historischen Gebäuden

Einen Einstieg in Objektschilder mit Erklärungen an historischen Gebäuden wollen die Ortsbeiratsmitglieder mit den zur Verfügung stehenden 1.000 Euro vollziehen. Einstimmig einigten sie sich entsprechende Hinweisschilder zunächst am Rathaus in der Bachgasse (Beginn 19. Jahrhundert), am Gebäude des Kinderhauses Effax (Ehemaliges Elektrizitätswerk, um 1896) und am Wasserreservoir und Aussichtspavillon (Verlängerte Burgstraße, Bau um 1913)  anzubringen. Ebenfalls mit einem Objektschild versehen werden soll „Die Atzel“. Das zwischen 1595 und 1605 erbaute Gebäude Weidgasse 10 beheimatete ehemals eine Gaststätte und war Gründungsstätte der Auerbacher Vereine „Gut Heil“ (Heute TSV Auerbach) und Gesangverein Liedertafel. Unabhängig davon wollen die Ortsbeiratsmitglieder in diesem Zusammenhang einen Art historischen Rundweg, auch im Hinblick auf weitere Hinweisschilder, prüfen lassen.  

Text Post 2, Werbung