Erster bestätigter Corona-Fall im Kreis Bergstraße

Behörden, Gesundheitsamt, Kreiskrankenhaus und Rettungsdienste vorbereitet

Schon in der vergangenen Woche besprachen Führungskräfte vom Kreis Bergstraße, von der Gefahrenabwehr und dem Gesundheitsamt, wie sich die Behörden auf einen Ausbruch des Coronavirus im Kreis vorbereiten können. Bild © kb

Das Coronavirus breitet sich weltweit und auch in Deutschland immer mehr aus. Jetzt ist auch der Kreis Bergstraße betroffen. So teilte der Kreis Bergstraße in einer am heutigen Montag (2.) ergänzten Pressemeldung mit, dass sich bei einer Person der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt hat. Es handelt sich um eine 42 Jahre alte Frau aus Lampertheim, die zur Fastnacht in Heinsberg, Nordrhein-Westfalen, gewesen war. Sie hat leichte Krankheitssymptome und befindet sich bereits einschließlich ihrer Familie, mit der sie in den vergangenen Tagen engen Kontakt hatte, unter Beachtung aller infektionsepidemiologischer Gesichtspunkte in häuslicher Quarantäne. Bei der Familie findet eine engmaschige Betreuung durch das Gesundheitsamt statt. Die Familie hatte seit ihrer Rückkehr aus Heinsberg zu keinen anderen Personen im Landkreis Kontakt.

Kreis-Gesundheitsamt ist vorbereitet

„Ich rufe alle Menschen im Kreis Bergstraße und auch die Medien auf, Ruhe zu bewahren“, sagte Landrat Christian Engelhardt in diesem Zusammenhang. Engelhardt forderte die Menschen auf, die bekannten Hygienemaßnahmen zu beachten. Er warnt indessen vor Hysterie und unnötiger Panik.

Das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße ist auf den Ausbruch des Coronavirus vorbereitet. „Im Gesundheitsamt arbeiten entsprechende Fachleute, die alle derzeit gemeldeten begründeten Verdachtsfälle steuern“, erklärte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. So übernimmt das Gesundheitsamt, sobald bei einem Patienten der leichteste Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts gemeldet wird, sofort die Steuerungs- und Beratungsfunktion und stellt sicher, dass alle beteiligten Akteure darüber informiert sind, wie die Diagnostik in fachlich gebotener Form in die Wege zu leiten ist. Die Diagnostik erfolgt, nach Festlegung des zuständigen Landesministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung, in der Regel über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, nach zwingend erforderlicher telefonischer Vorabklärung. Das Gesundheitsamt übernimmt die infektionsepidemiologisch federführende Funktion. Auch eine entsprechend erforderliche Quarantäne spricht das Gesundheitsamt aus, bis sichergestellt ist, dass von einer möglichen Weiterübertragung des Coronavirus nicht mehr ausgegangen werden muss. Für Ärzte hat das Gesundheitsamt zudem eine eigene Hotline zur Verfügung gestellt.

Geschultes Personal im Kreiskrankenhaus

Auch das Kreiskrankenhaus Bergstraße ist gut vorbereitet, um im Bedarfsfall abgestimmt zu handeln. „Unser Personal ist geschult und weiß mit solchen Patienten umzugehen“, so Daniel Frische, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Bergstraße.  „Es gibt für solche Situationen in unserem Krankenhaus entsprechende Einsatzpläne, welche greifen und umgesetzt werden. Hier halten wir uns an die bekannten Empfehlungen zum Vorgehen des Robert Koch Instituts (RKI), die bestehenden Einsatzpläne und Abstimmung mit den Gesundheitsämtern.“ Dennoch appelliert Frische an die Bevölkerung, nicht sofort bei den ersten grippeähnlichen Anzeichen die Notaufnahme des Krankenhauses aufzusuchen, sondern sich zunächst an die genannten Hotlines zu wenden. Der Fokus des Krankenhauses liegt auf der Behandlung von Patienten, welche einer stationären Versorgung im Krankenhaus bedürfen.

Rettungsdienst ist für Verdachtsfälle gerüstet

Der Rettungsdienst im Kreis Bergstraße hat sich für Notfalleinsätze und Krankentransporte, bei denen der Kontakt zu einem potentiellen Verdachtsfall bestehen kann, ebenfalls entsprechend gerüstet: Vorgehensweise, Fahrzeugdesinfektion und persönliche Schutzmaßnahmen der Rettungsteams sind festgelegt und entsprechend den fachlichen medizinischen Vorgaben.

Informationsseiten für Bürger

Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass Menschen, die einen Verdacht haben, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, sich in jedem Fall zunächst telefonisch an ihren Hausarzt, das Gesundheitsamt oder den Ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117) wenden sollten. Informationen zum Coronavirus gibt es auf der Webseite des Kreises Bergstraße unter www.kreis-bergstrasse.de. Dort sind auch die Rufnummer der Info-Hotlines des Landes Hessen und des Bundes aufgeführt. Zudem können Links zu den Informationsangeboten des Hessischen Sozialministeriums sowie des Robert-Koch-Instituts zum Coronavirus aufgerufen werden.

Falschmeldungen richtiggestellt

Einstweilen möchte die Kreisverwaltung darauf hinweisen, dass vereinzelte Presseberichte vom Freitag und Samstag über eine angebliche mögliche Erkrankung von Oberstufenschülerinnen und -schülern des Lessing-Gymnasiums in Lampertheim aufgrund einer Klassenfahrt nach Italien unzutreffend sind. Eine solche Klassenfahrt hat nicht stattgefunden. Die Schulleitung hat auch die Schulgemeinde entsprechend informiert. Zwar haben sich verschiedenste Klassen aus dem Kreisgebiet auf Fahrten in Italien in letzter Zeit befunden, aber diese waren zu keinem Zeitpunkt in Gebieten, die nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts als Risikogebiete eingestuft sind. Das Gesundheitsamt des Kreises hatte alle entsprechend gemeldeten Routen sofort überprüft. (kb)

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