Impfungen nehmen im Impfzentrum deutlich zu

Corona-Ansteckungsorte vermehrt in Familien und Betrieben/Viele wollen Astra-Zeneca nicht

Sehr zufrieden äußerte sich Landrat Christian Engelhardt in der heutigen (15.) Video-Pressekonferenz über die Anzahl der gelieferten Impfdosen. So wurden in der letzten Woche täglich Stoff für circa 1000 Impfungen geliefert. Den bisherigen Höhepunkt erreichten das Impfzentrum und die mobilen Teams am gestrigen Mittwoch mit über 1400 Impfungen. Nicht gemeldet werden dem Kreis die Anzahl der Impfungen bei den Hausärzten, so dass die Gesamtzahl der geimpften Bergsträßer doch um einiges höher sein dürfte. Mit Stand vom 14. April sind der Kreisbehörde 37.036 Personen erstgeimpfte Personen bekannt. Zudem sind 15.822 Personen mit Erhalt der Zweitimpfung bereits immun. „Wir sind durch die Impfungen auf einem guten Weg aus der Krise“, verdeutlichte der Landrat. Auf Nachfrage bestätigte Christian Engelhardt, dass in den letzten zehn Tagen 16/17 Prozent der Impftermine nicht wahrgenommen wurden. Der größere Anteil fällt hierbei auf den Impfstoff von Astra-Zeneca. „Wir fangen diese Impfungen allerdings mit Termin-Überbuchungen auf. Mit diesem System waren wir praktisch auch der Vorreiter für anderen Landkreise“, so Engelhardt.

Manche vergreifen sich im Ton

Ein stückweit sauer war der Landrat über die zum Teil unverschämten Äußerungen von Impfberechtigten im Zentrum. „Manche vergreifen sich im Ton. Dafür habe ich kein Verständnis. Die dortigen Mitarbeiten empfinden dies als Zumutung“, stellte Engelhardt unmissverständlich klar und wies daraufhin, dass viele Beschäftigte im Impfzentrum nebenberuflich oder bereits in Rente einen zusätzlichen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten.

Kontaktbeschränkungen stärker kontrollieren

Mit einem direkten Blick auf die steigenden Infektionen erläuterte der Landrat, dass der Kreis frühzeitig Wege bestritten hatte, um über die Vorgaben des Landes Hessen hinaus, mögliche Ketten zu unterbrechen. Hierzu zählten beispielsweise ein Betretungsverbot von Angehörigen infizierter Kinder in Schulen und Kindergärten. „In der neuen hessischen Verordnung wurde dies in ähnlicher Form jetzt ebenfalls übernommen“, äußerte Christian Engelhardt. In einem nächsten Schritt soll nun verstärkt auf die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen hingewirkt werden. Aktuell ist in Hessen der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen gestattet, da zugehörige Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren bleiben unberücksichtigt. Paare gelten als ein Hausstand. „Es ist festzustellen, dass diese Regel vermehrt nicht eingehalten wird. Wir haben daher in der letzten Besprechung mit den Bürgermeistern appelliert als Ordnungsbehörde vermehrt Kontrollen durchzuführen“, erklärte der Landrat. Verlängert wird vom Gesundheitsamt auch die Quarantäne von Infizierten (Nicht von den Kontaktpersonen) von 14 auf 21 Tage. „Viele waren bei Testungen am Tag 14 noch positiv“, verdeutlichte Diana Stolz.  

Ansteckungsorte Familie und Betriebe

Wesentlich höher als vor Ostern liegt aktuell mit fast 150 derzeit die Inzidenz. „Vermehrt liegen die Ansteckungsorte innerhalb der Familien oder in Betrieben. Dies geht einher mit der britischen Mutation, welche deutlich ansteckender und im Kreis Bergstraße zum Regelfall geworden ist“, verdeutlichte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, welche appellierte vermehrt auf Schnelltests zurückzugreifen. Aufgrund der frühen Teststrategie des Kreises hatte die Anzahl der positiven Schnelltests -nicht wie in anderen Landkreisen- stark zugenommen. In den letzten sieben Tage wurden allerdings 65 positive Antigen-Schnelltests und 21 positive Laientestformen dem Bergsträßer Gesundheitsamt gemeldet.  

Interessant auch die Erfahrungen des Gesundheitsamtes in Bezug auf die Symptome bei den mit dem Coronavirus angesteckten und sich bereits in Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen. So traten bei Erwachsenen vielfach Symptome ernst nach einer Woche auf. Wenn die Erkrankung eine stationäre Aufnahme erforderlich macht, erfolgt diese meist um den 10. Tag der Infektion. Anders bei Kindern. „Diese hatten oft am ersten Tag einen kurzen eintägigen Fieberschub und anschließend Schnupfen. Die Symptome waren bei den Kindern auch schwächer“, erklärte die Erste Kreisbeigeordnete. „Auf jeden Fall sollte bei diesen Erscheinungsformen ein Kinderarzt aufgesucht werden.“

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