In Bensheim deutlich mehr Betreuungseinrichtungen für Kinder

Rolf Richter: Bensheims Attraktivität für Familien soll weiterwachsen

Zahlreiche Teilnehmer begleiteten am gestrigen Freitag (2. Oktober) Bürgermeister Rolf Richter auf seiner Wanderung von Hochstädten nach Auerbach. Im Mittelpunkt standen Erläuterungen zur Kinderbetreuung in Bensheim. So gibt es aktuell 38 Kinder-Betreuungseinrichtungen in Bensheim. Weitere Einrichtungen sind im Bau, beträgt der Mehrbedarf durch steigende Kinderzahlen doch circa 16 Betreuungsgruppen. Der Zuschussbedarf der Stadt Bensheim steigt auf 13,4 Millionen Euro.

„Jedes Kind in Bensheim, dessen Eltern einen Betreuungsplatz wünschen, soll in Bensheim seinen Platz finden“, erklärte Bürgermeister Rolf Richter bei einem Informationsgang am gestrigen Freitag (2. Oktober) durch die Ortsteile Hochstädten und Auerbach. Er wolle dafür sorgen, dass Eltern auch künftig ein zumutbares Angebot haben werden. Dazu gehöre, dass Kinderbetreuungseinrichtungen permanent ausgebaut und neue Einrichtungen – wie die sieben-zügige Kita am Berliner Ring – entstehen würden.

Info-Wanderung und Dialog

Die gutbesuchte Info-Wanderung von Rolf Richter führte am Freitag (2.) von Hochstädten nach Auerbach. Start war am evangelischen Kindergarten in der Felsbergstraße. Das Gebäude wurde bereits im Jahre 1908 als Schulhaus vom Großherzoglichen Kreisbauamt gebaut und diente in den Jahren auch als Bürgermeisterei der ehemals selbständigen Gemeinde Hochstädten. Am alten Schulhaus kam Richter mit Eltern und Hochstädtern ins Gespräch und hörte, was ihnen wichtig ist. Der Kindergarten, in einem Haus der Stadt untergebracht, beheimatet zudem die Stadtteildokumentation und wird von der evangelischen Kirchengemeinde Auerbach – Hochstädten betrieben. Mit Blick auf die sanierungsbedürftige Bausubstanz und den Umbau zu moderneren Standards für Kitas, ist bereits ein erfahrener Architekt mit der Planung beauftragt. Zusammen mit Ortsvorsteher Bernd Rettig ist die Suche nach einem Übergangsstandort für einen Modulkindergarten im Gange. 2022 soll saniert werden. Bis dahin soll auch die Statteildokumentation ein neues Quartier finden.


Einen Stopp legten die Teilnehmer der von Bürgermeister Rolf Richter durchgeführten Wanderung auch am Hochstädter Haus ein, wo Ortsvorsteher Bernd Rettig die Wanderer über die Fortentwicklung der Arbeiten an der neuen Gemeinschaftseinrichtung der Hochstädter informierte. So werden aktuell im Außenbereich auf einer Fläche von 450 Quadratmeter 66 Tonnen Pflastersteine verlegt. Fertiggestellt sind zwischenzeitlich die von Stadt Bensheim und der DB Station&Service AG finanzierten Arbeiten zur Sanierung des auf Auerbacher Gemarkung liegenden Eingangsbereichs zum Marmoritstollen. Der Stollen hat eine große Bedeutung für den Schutz von Fledermäusen. Der städtische Anteil zur Finanzierung betrug rund 12.000 Euro.

38 Kinder-Betreuungseinrichtungen in Bensheim

Auf dem Weg nach Auerbach zeigte Bürgermeister Rolf Richter, welch gewaltige Leistung die Stadt Bensheim alljährlich vollbringe, um sich das Prädikat „Familienfreundliche Stadt“ in der Realität zu verdienen: Insgesamt sind im Stadtgebiet 38 Betreuungseinrichtungen für Kinder bis zehn Jahre vorhanden. Für Kinder bis sechs Jahre gibt es insgesamt 1 820 Krippen- und Kindergartenplätze in 14 kirchliche Kindertagesstätten, acht Einrichtungen werden von freien Trägern betrieben und fünf sind in städtischer Trägerschaft. Hinzu kommen aktuell 120 Plätze bei Tagespflegeeltern, so dass insgesamt 1.940 Kinder unter sechs Jahren in Bensheim betreut werden können. In der Schulkindbetreuung stehen aktuell 929 Plätze in elf Einrichtungen an Grundschulen und in Kinderhorten zur Verfügung.

Kinderzahlen steigen

Steigende Bevölkerungszahlen deuten darauf hin, dass Bensheim für Familien als attraktiv wahrgenommen wird. Dies zeigt auch die Entwicklung der Kinderzahlen der vergangenen fünf Jahre: Die Zahl der unter Dreijährigen ist von 964 auf 1.233 um 269 Kinder gestiegen. Die Zahl der Kinder zwischen drei und sechs Jahren stieg im selben Zeitraum um 126 auf 1 516 Kinder. Dies stellt einen Mehrbedarf von circa 16 Betreuungsgruppen dar!

„Pakt für den Nachmittag“

Dabei wurden seit 2015 fünf neue Einrichtungen mit 380 Plätzen für Kinder zwischen ein und sechs Jahren in Betrieb genommen. Zudem hat die Stadt Bensheim an der Carl-Orff Schule in Fehlheim, der Schloßberg- und der Schillerschule in Auerbach die Grundschulbetreuung für den Nachmittag übernommen. „Auch wenn wir als Stadt nicht für die Grundschulbetreuung zuständig sind, müssen wir auch hier einsteigen. Wenn eine Familie bis zum sechsten Lebensjahr der Kinder auf eine verlässlich gute Betreuung vertrauen konnte, können wir nicht zusehen, wenn die Schulkindbetreuung keinen Platz anbietet. Ich mache mich dafür stark, dass Bensheim in jeder Grundschule, die sich dem „Pakt für den Nachmittag“ anschließt, die Betreuung übernimmt, sofern es keinen anderen Träger gibt,“ macht Rolf Richter deutlich.

Kita Jakob-Löhr-Straße geht kurzfristig in Betrieb

Aktuell, so berichtete Richter dem Ortsvorsteher Robert Schlappner, werden weitere 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren kurzfristig in der Kindertagesstätte Jakob-Löhr-Straße ihre Heimat finden. Der Umbau vom Hort in eine Kindertagestätte wurde durch die Übernahme der Schulkindbetreuung „Wilde 13“ in der Schillerschule und deren Zusammenführung mit dem Hort möglich. Hier arbeiten Schule und Stadt Hand-in-Hand. Eine fruchtbare Sache!

Städtischer Zuschuss steigt auf 13,4 Millionen Euro

Weiter Kindertagesstätten entstehen: Anfang 2021 wird für 48 Krippenkindern (Träger Familienzentrum) in der Werner-von-Siemens-Straße ein Angebot geschaffen. 2022 wird die im Bau befindliche Kita Berliner Ring mit 136 Plätzen ihren Betrieb aufnehmen. In Fehlheim steht eine Erweiterung an, in der Weststadt wird der Hort der Diakonie nach Eintritt der Josef-Heckler-Schule in den „Pakt für den Nachmittag“ umgewandelt und auf dem Gelände des AWO-Sozialzentrums soll eine zweizügige Einrichtung Kita entstehen. „Wir nehmen unseren Auftrag sehr ernst und planen bereits jetzt weit in die Zukunft!“ so Rolf Richter.

Das alles gibt es natürlich nicht zum Nulltarif! Der Zuschussbedarf pro Betreuungsgruppe liegt bei rund 175 000 Euro. Der städtische Zuschuss an den „Eigenbetrieb Kinderbetreuung“ steigt 2021 von 11,3 Millionen Euro auf über 13,4 Millionen Euro. „Jeder Euro ist mir das wert. Wir investieren sowohl in Qualität als auch Quantität, um mit einer positiven Kinderbetreuung gute Rahmenbedingungen für unsere Zukunft und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern zu schaffen. Beides ist mir herausragend wichtig,“ betont Rolf Richter. (rs-red)

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