In Bensheim entsteht weiter bezahlbarer Wohnraum

Rolf Richter: Bensheims Flächenverbrauch beschränken/Keine ICE-Trasse an der A 5

„Bezahlbarer und Wohnraum für junge Familien, gehört zu den wichtigen Projekten, wenn Bensheim für die Zukunft fit bleiben soll“, das erklärte Bürgermeister Rolf Richter bei seiner dritten Informationstour am Samstag (17. Oktober). Diesmal mit dem Rad unterwegs, galt sein Augenmerk der Stadtentwicklung in Bensheims Westen. „Wir merken am ungewöhnlich starken Zuzug, dass Bensheim als attraktive Stadt gilt, die aufgrund ihrer Lage zwischen zwei Metropolregionen, einer hochwertigen Infrastruktur und der Nähe zu etlichen grünen  Naherholungsgebieten vermehrt in den Fokus gerade auch junger Familien gerät“, so Richter. „Ich will dafür sorgen, dass gerade innerhalb Bensheims für alle Wohnformen ein angemessenes Angebot besteht, insbesondere für junge Familien und im Bereich des bezahlbaren Wohnbaus. Hierfür müssen in den nächsten Jahren die begonnenen Projekte umgesetzt werden. Um den Flächenverbrauch zu minimieren geht es hierbei vornehmlich um Innenentwicklung!“

Info-Radtour und Dialog

Mit dem Rad von Langwaden über Fehlheim nach Schwanheim durch die herbstliche und Radler freundliche Ebene von Bensheims Riedstadtteilen unterwegs, startete Rolf Richter mit einigen Unterstützerinnen und Unterstützern am Dorfgemeinschaftshaus in Langwaden. Dort informierte Richter erneut über das Dorfentwicklungsprogramm. Es gelte die Ortskerne zu stärken und Leerstände zu beseitigen. Mit den Zuschussmöglichkeiten des Programms – auch für private Investitionen – bestehe die Chance, die Ortskerne vital zu erhalten und Wohnraum zu schaffen.

Erschließungsmaßnahmen in Fehlheim

Beim nächsten Stopp in Fehlheim wurden die umfangreichen Erschließungsmaßnahmen im Neubaugebiet besichtigt. Bensheim – und das wird an dem Verkaufsfortschritt der 67 städtischen Grundstücke in Fehlheim deutlich – gilt als ein beliebter Wohnort mit anziehender Lebensqualität. Es findet Zuzug statt, Immobilien aller Kategorien werden gesucht. Weil dies die Preise für Mieten oder Eigentum nach oben treibt, sei es auch für die Stadt immens wichtig – durch ein vermehrtes Angebot im Wohnungsbau – bezahlbare Preise zu ermöglichen.

Rund 350 neue Wohneinheiten in Bensheim

Hier hat sich in den jüngsten Jahren in Bensheim einiges getan: Rund 350 Wohneinheiten – von freistehenden Einfamilienhäusern bis hin zu gefördertem Wohnraum mit günstigen Mietpreisen wurden errichtet. Auf dem Euler-Gelände sind so beispielsweise 230 Wohnungen, in Schwanheim 34, im Gärtnerweg/Meerbachstraße 27 und in der Dammstraße 20 neue Wohnungen entstanden. Das Baugebiet Fehlheim ist für Richter im Bereich der Einzel-/Doppel- und Reihenhäuser das herausragende Projekt der Stadt, um Familien ein Angebot zu unterbreiten. Pro Kind gibt es beim Verkauf der Bauplätze einen Rabatt von zehn Euro auf den Quadratmeterpreis. „Angesichts der Tatsache, dass schon über 80 Prozent der Bauplätze verkauft sind, liegen wir mit diesem Angebot absolut im Trend“, stellt Richter fest.  

500 Wohnungen in den nächsten fünf Jahren

In den kommenden Jahren soll die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter entschärft werden: Im neuen Wohnquartier Meerbachsportplatz werden etwa 120 Wohneinheiten entstehen, in der  Wormser Straße/Ecke Moselstraße (ehem. EKZ-Gelände) rund 140 Einheiten und am Seeberg in Schönberg circa 100 Wohnungen. Weiter Projekte sind geplant, sodass insgesamt etwa 500 neue Wohneinheiten in den kommenden fünf Jahren realisiert werden. Hinzu kommt noch die Umnutzung des jetzigen Firmenareals der Firma Sanner, welches nach der Umsiedelung des Unternehmens in den Stubenwald für den Wohnbau (170 bis 230 Wohneinheiten) zur Verfügung stehen wird. Wichtig sei ihm, so Richter, dass gerade auch für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbarer Wohnraum in Bensheim entsteht. Daher werde bei allen größeren Bauprojekten stets die Errichtung von sozialem Wohnbau festgeschrieben.

Wachstum künftig begrenzen

Bei allem Nachdruck, geeignete Rahmenbedingungen für bezahlbaren und attraktiven Wohnraum zu schaffen, sei eines klar: Mit dem Realisieren der aktuellen Projekte sei eine Grenze des Wachstums in Bensheim erreicht. Die vorhandene Infrastruktur könne nicht beliebig weit beansprucht werden, zusätzliche großräumige Versiegelung von Grünflächen dürfe es nicht geben.

Keine ICE-Strecke entlang der A 5

In Schwanheim spricht sich Rolf Richter gegen eine ICE-Trassenführung entlang der A 5 aus. Diese Variante würde die Stadtteile Fehlheim, Schwanheim und Langwaden von dem Rest Bensheims abschneiden, den Segelflugplatz unmöglich machen und insbesondere wichtige ökologische Gebiete von Bensheim und Lorsch zerstören. Bensheims Ried wäre nicht mehr das Naherholungsgebiet für die Menschen und Rückzugsgebiet für viele heimische Vögel und Wildtiere. „Für mich und für unsere Stadt kommt nur eine Variante der Schnellbahnstrecke entlang der A 67 in Frage“, so Rolf Richter, deshalb werde er sich mit aller Kraft gegen die A 5 Variante wehren! (red)

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