Innenminister Beuth zeichnet Bensheim mit KOMPASS-Sicherheitssiegel aus

Palette von Maßnahmen gemeinsam mit der Polizei umgesetzt/Lebensqualität vor Ort weiter steigern

Mit dem Kompass-Sicherheitssiegel wurde am Mittwoch (22.) die Stadt Bensheim vom hessischen Innenminister Peter Beuth (Bildmitte mit Bürgermeisterin Christine Klein) als eine der ersten Kommunen in Hessen ausgezeichnet. Bild © ps

Großer Bahnhof am heutigen Mittwochnachmittag (22.) im Magistratssaal des Bensheimer Rathauses, hatte sich doch der hessische Innenminister Peter Beuth angesagt, um der Stadt Bensheim als eine der ersten der zwischenzeitlich 94 teilnehmenden Kommunen in Hessen das KOMPASS-Sicherheitssiegel zu verleihen. Die größte Stadt des Kreises nimmt seit Oktober 2018 offiziell an der Sicherheitsinitiative teil und hat in den vergangenen drei Jahren gemeinsam mit der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die zu einer verbesserten Sicherheitslage und einem positiveren Sicherheitsgefühl beitragen. Daher war es nicht verwunderlich, dass auch das Polizeipräsidium Südhessen mit Polizeipräsident Bernhard Lammel an der Spitze, Kriminaldirektorin Juliane Ries von der Polizeidirektion Bergstraße oder auch der Dienststellenleiter der Polizeistation Bensheim, Polizeihauptkommissar Dirk von Hammel, mit weiteren Beamtinnen und Beamten überwiegend aus dem Bereich Prävention von Bürgermeisterin Christine Klein begrüßt werden konnten.

„Mit großem Aufwand das Siegel redlich verdient“

„Bensheim hat sich mit großem Aufwand das KOMPASS-Sicherheitssiegel redlich verdient und gemeinsam mit der Polizei eine ganze Palette an Maßnahmen umgesetzt, die allesamt zu einer Verbesserung der Sicherheitslage und des Sicherheitsgefühls vor Ort beitragen werden. Dabei hat die Stadt die Bedarfe schonungslos und entschlossen benannt und mustergültig Maßnahmen umgesetzt, welche die Lebensqualität vor Ort stärken. Am Ende eines solchen Prozesses für die Sicherheit steht die Auszeichnung mit dem Sicherheitssiegel. Es dokumentiert, dass die Kommune mehr für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger unternommen hat und sich auch weiterhin verpflichtet fühlt, den Sicherheitsgedanken vor Ort mit Leben zu füllen“, so Innenminister Peter Beuth in seiner Laudatio. Auch Polizeipräsident sah in der Stadt Bensheim eine Kommune mit Vorbildfunktion.

Wie der für die Thematik Sicherheit zuständige Dezernent und Stadtrat Adil Oyan ausführte, konnte in Sicherheitskonferenzen und einem Online-Fragebogen mit insgesamt mehr als 670 Antworten festgestellt werden, dass sich 80 Prozent der Bensheimerinnen und Bensheimer in ihrer Stadt „sicher“ beziehungsweise „sehr sicher“ fühlen. Als Örtlichkeiten mit erhöhtem Sicherheitsbedarf wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem in den Abend- und Nachtstunden die Bahnhofsumgebung, sowie der Beauner Platz, sowie die Fußgängerzone und der an den Weinbergen gelegene Stadtpark benannt. An diesen Örtlichkeiten wurde als eine der ersten Maßnahmen die Beleuchtung freigeschnitten, ausgetauscht oder zusätzliche Laternen errichtet und die Videoanlage ertüchtigt.

Viele Maßnahmen am Bensheimer Bahnhof

Der Bahnhof von Bensheim, der von den Bürgerinnen und Bürgern besonders häufig als „Problembereich“ identifiziert wurde, erhielt einen neuen Pavillon für Menschen, die sich besonders regelmäßig in diesem Bereich aufhalten. Für Pendler wurde ein neuer Fahrradabstellplatz eingerichtet. Eine neue öffentliche Toilettenanlage, die früher im Bereich der Tiefgarage zu finden war, befindet sich nunmehr auf dem Amersham Platz und damit gut einsehbar unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude, an welchem die Videosicherheitsanlage modernisiert und neu positioniert wurde. In der Entstehung sind derzeit ein Fahrradparkhaus und als Anlaufstelle ein Büro der Stadtpolizei im Gebäude des Bensheimer Bahnhofs. Im Übrigen besteht bereits seit dem Jahre 2012 eine Ordnungspartnerschaft mit der Deutschen Bahn für die Bahnhöfe Bensheim und Auerbach.

Um eine höhere Präsenz und eine Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls zu erreichen, wurde die Kontrolldichte am Bahnhof und innerhalb des Stadtgebietes erhöht. Bereits seit 2015 verfügt Bensheim über einen „Schutzmann vor Ort“, der sowohl als Fußstreife in der Stadt unterwegs als auch zu festen Sprechzeiten erreichbar ist. Zeitnah soll der Freiwillige Polizeidienst, der im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit mit Zwingenberg seit 2005 besteht, von zehn auf dreizehn Helferinnen und Helfer aufgestockt werden. Ein eigens implementierter Sicherheitsbeauftragter der Stadt leitet überdies den Arbeitskreis Sicherheit/Prävention der Stadt, indem in regelmäßigen Abständen aktuelle Entwicklungen und Sicherheitsbedarfen innerhalb der Kommune erhoben werden.

Individuell zugeschnittene Präventionsmaßnahmen

Die Landespolizei berät die Bensheimerinnen und Bensheimer zudem über verschiedene Präventionsangebote, wie „Prävention im Team“ (PiT), „Schleuder-Drama“, „MAXimal mobil bleiben“ sowie unterschiedliche Vorträge, die von der Polizeidirektion Bergstraße angeboten werden. „Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik belegt, dass Hessen und auch Bensheim sehr sicher sind. Mit neuen Impulsen und individuell zugeschnittenen Präventionsmaßnahmen haben die Beteiligten vor Ort gemeinsam mit der Polizei die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in der Stadt, insbesondere rund um den Bahnhof, weiter gestärkt. Diese Auszeichnung bedeutet nicht, dass hier künftig keine Straftat mehr passieren. Es steht vielmehr dafür, dass die Kommune sich in besonderem Maße für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt, deren Sorgen und Ängste aufgegriffen und gemeinsam mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt hat“, so der Innenminister.

Bereits 94 Kommunen dabei

Bereits 94 hessische Kommunen nehmen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport teil. Über 2,6 Millionen Hessinnen und Hessen profitieren damit von der bundesweit einmaligen Initiative. Zahlreiche Bürgerbefragungen und lokale Sicherheitskonferenzen haben stattgefunden. Als Ausfluss daraus sind jeweils vor Ort in den KOMPASS-Kommunen passgenaue Lösungen für identifizierte Problemlagen angestoßen und vielerorts bereits umgesetzt worden. Mit KOMPASSpartner und KOMPASSregion bietet die Sicherheitsinitiative des Landes künftig speziell auch kleineren Kommunen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm. So können kleinere Kommunen zunächst als KOMPASSpartner von einzelnen KOMPASS-Bausteinen profitieren. Ebenso können sich mehrere kleinere Kommunen als KOMPASSregion zusammentun und so gemeinsam die Vorteile des Programms nutzen und sich das kommunalen Engagement für mehr Sicherheit aufteilen. Im Aufbau für das neue Programm KOMPASSregion befindet sich beispielsweise auch die Region Weschnitztal mit den Lindenfels, Fürth, Rimbach und Mörlenbach.

Hintergrund und Bensheimer Statistik

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der erfassten Straftaten im Landkreis Bergstraße sowie in der Stadt Bensheim sukzessive zurückgegangen, während die Aufklärungsquote von Delikten beständig anstieg. Die Polizeidirektion Bergstraße verzeichnete 2020 insgesamt 8.442 (-3,2 Prozent) Straftaten im Zuständigkeitsbereich; die geringste Anzahl seit über 20 Jahren. Im Ranking der hessischen Landkreise steht der Kreis Bergstraße damit auf dem fünften Platz der sichersten Landkreise in ganz Hessen. Die Anzahl der erfassten Straftaten in Bensheim war 2020 mit 3.342 Straftaten (hochgerechnet) pro 100.000 Einwohner ebenfalls auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die Sicherheitslage wird in den hessischen Kommunen von Jahr zu Jahr signifikant besser. 2020 ist war die Kriminalitätsbelastung in Hessen im vierten Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (- 6,1 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung ist mit 5.446 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2019: 5.823). Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand. 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2019 (65,2 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971. (rs/red)

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