Kinderbetreuung: Situation in den Einrichtungen spitzt sich zu

Forderung nach einheitlicher Regelung werden lauter/Es fehlen klare Landes-Regeln

Bürgermeisterin Christine Klein weist nochmals auf die äußerst schwierige und angespannte Situation in den Kindertagesstätten hin. Wie andere Bürgermeister im Kreis Bergstraße auch, fordert sie das Land Hessen dazu auf, klare Regelungen zu treffen: Zu Beginn der Pandemie sprach die Landesregierung ein Betretungsverbot für die Kindertagesstätten aus. Nur bei der Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen durfte eine Notbetreuung in Anspruch genommen werden. „Diese eindeutige Regelung wurde zwar in manchen Bereichen als ungerecht empfunden, gleichzeitig hatten die Leitungen eine Handlungsanleitung, um den Zugang zur Kindertagesstätte zu ermöglichen oder ablehnen zu können“, betont Klein und ergänzt: „Wir sehen die Nöte vieler Eltern. Neben den Kindern sind wir als Arbeitgeber aber auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet. Unsere Beschäftigten sind sich der Systemrelevanz ihres Arbeitsplatzes durchaus bewusst. Allerdings ist es für sie in keiner Weise nachvollziehbar, sich täglich einer hohen Anzahl von Kontakten aussetzen zu müssen und gleichzeitig im privaten Bereich zur Minimierung von Kontakten aufgefordert zu sein.“ Bürgermeisterin Klein fordert darüber hinaus, die Erzieherinnen und Erzieher in die Impfstufe 2 aufzunehmen.

Spannungsfeld Betreuungsbedarf und Beschäftigung

Klein verweist auf das Spannungsfeld zwischen den gesetzlichen Regelungen, den Empfehlungen der Landesregierung und des Kreises, den Ängsten aus den Kindertagesstätten und dem Betreuungsbedarf der Eltern. Zum Hintergrund: Seit Juli 2020 arbeiten die Kindertagesstätten wieder im Regelbetrieb und sind für alle Kinder geöffnet. Zwar wurde aufgrund der hohen Infektionszahlen zunächst vom 16. Dezember bis 10. Januar der Betrieb der Kindertagesstätten auf ein Minimum reduziert, allerdings reduzierten sich die Infektionszahlen nicht in dem gewünschten Maß. Die aktuelle Verordnungslage der Hessischen Landesregierung sieht die Inanspruchnahme von Betreuungseinrichtungen ausdrücklich nur bei dringender Betreuungsnotwendigkeit vor. Allerdings blieb es seither beim Appell an die Eltern, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Empfehlungen kaum umsetzbar

Die vom hessischen Innenministerium herausgegebenen Hygieneempfehlungen sehen eine Betreuung in konstanter Gruppenzusammensetzung, Trennung der Gruppen untereinander und kein Personalwechsel zwischen den Gruppen vor. Das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße empfiehlt eine Gruppenreduzierung im Kindergarten von 25 auf 10 Plätze und in den Krippen von 12 auf 7 Plätze. Die Realität zeigt in machen Einrichtungen aber, dass diese Empfehlungen faktisch nicht umsetzbar sind. Hinzu kommt: Für die Umsetzung der Hygieneempfehlung wird zusätzliches Personal benötigt, das nicht verfügbar ist. Die Entwicklung zeigt eindeutig: Je länger die Einschränkungen dauern, umso mehr sind die Betreuungsplätze belegt.

An Anbetracht der Tatsache, dass zunehmend Infektionsfälle sowohl bei betreuten Kindern als auch Erzieherinnen und Erzieher auftreten, sieht Christine Klein das Land Hessen in der Pflicht, die Vorgaben dringend zu präzisieren. „Wir brauchen einheitliche Regelungen mit eindeutigen Vorgaben für die Kindertageseinrichtungen bis zum Ende der Pandemie“, sagt Christine Klein und fordert, allen Beteiligten eine planbare Perspektive zu bieten. (ps)

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