Kreis plant Sonderimpfung in Gemeinschafts- und Obdachlosenunterkünften

Der Altersdurchschnitt der Infizierten im Kreis Bergstraße sinkt

Einen Abriss über das aktuelle Infektionsgeschehen im Kreis gab am heutigen Nachmittag die Kreisspitze in einer Videopressekonferenz. So kommt das Impfen im Kreis Bergstraße, laut Auskunft von Landrat Christian Engelhardt, gut voran. Täglich verimpfen die Teams im Impfzentrum rund 1.300 Dosen, so dass am heutigen Donnerstag (6.) die Gesamtzahl von 80.000 überschritten werden konnte. Abgeschlossen kann noch in dieser Woche die Sonderimpfung der Rettungskräfte, wie unter anderem der Feuerwehr. „Wir waren in Hessen mit zwei Stadtkreisen die Ersten. 2000 Helfer konnten so schnell im Kreis geimpft werden“, verdeutlichte der Landrat.  

Integrationsbeauftragte werden eingebunden

Auf eine Sonderimpfung der Gruppe von Bewohnern von Gemeinschafts- und Obdachlosenunterkünften bereitet sich aktuell der Kreis Bergstraße vor. Zwischenzeitlich gibt es in Städten Erkenntnisse, das überdurchschnittlich Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte von Infizierungen stark betroffen sind. Auch verfügt die Gruppe über eine sehr hohe Mobilität. „Dies ist oft den Lebensumständen und den engeren Wohnverhältnissen in großen Familien geschuldet. Dieser Aufgabe stellen wir uns. Es liegt im Interesse aller, die Zahlen des Infektionsgeschehens zu reduzieren“, erklärte der Landrat. Wie Kreisbeigeordneter Karsten Krug als zuständiger Dezernent bestätigte gibt es aktuell 39 Fälle in 12 Unterkünften. Der Landrat plant daher in der kommenden Woche in einer Videokonferenz mit den Integrationsbeauftragten der Städten und Gemeinden zu erörtern, wie diese Menschen am besten erreicht werden können, um die Immunität zu steigern. Hierzu wird vom Land Hessen empfohlen, bei der Sonderimpfung dieser Gruppe den Impfstoff Johnson und Johnson einzusetzen, da mit diesem eine Impfung ausreicht.   

Ferner gab der Landrat den Hinweis, dass sowohl das Bundeskabinett als auch der Bundestag Lockerungen für Geimpfte und Genesene beschlossen haben. Die Verordnung sieht vor, dass für vollständig Geimpfte und Genesene die geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegfallen. In vielen Bereichen –  etwa beim Einkauf oder beim Friseurbesuch – werden sie zudem negativ Getesteten gleichgestellt. Nun bedarf es noch der Zustimmung des Bundesrates. Diese Sitzung findet am morgigen Freitag statt. Siehe auch: https://bensheim-auerbach.com/coronavirus/coronavirus-regierung-raet-zu-einschneidenden-massnahmen

26- bis 30-jährige am häufigsten infiziert

„Wir haben zur Zeit erfreuliche Zahlen was das Infektionsgeschehen angeht. Die Inzidenzen liegen derzeit unter Bundes- und Landesschnitt. Wie merken dies auch an den eingehenden Schnelltests. Auch hier nimmt die positive Rate ab“, erklärte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Weiter gesunken sind in diesem Zusammenhang auch der Anteil der über 80-jährigen Infizierten, welcher nun unter einem Prozent liegt. Keine Altersgruppe weise mehr eine Inzidenz von über 200 auf. Am häufigsten betroffen wären derzeit die 26- bis 30-Jährigen.   

Zwei Kinder wegen Covid-19 in Klinik

„Bei den stationären Patienten haben wir ein Durchschnittsalter das unter 60 Jahren liegt. Aktuell haben wir allerdings auch zwei Kinder mit Covid-19 in den Kliniken“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Am häufigsten befindet sich derzeit die Gruppe der 60- bis 69-jährigen im Krankenhaus, welche alleine rund 40 Prozent der Personen ausmachen, die sich stationär wegen Corona behandeln lassen müssen. „Über alle Altersgruppen hinweg werden derzeit circa 40 Prozent intensivmedizinisch behandelt. Hier liegt der Altersdurchschnitt bei 63 Jahren“, so Stolz.

Text Post 2, Werbung