Landrat für schnelleres Impfen der Feuerwehren

Warten auf die Verordnung des Landes zur bundesweiten Notbremse

Die vom Bundestag im Zusammenhang mit Ergänzungen des Infektionsschutzgesetzes beschlossene bundesweite Notbremse spielte zwar auch bei der am heutigen Donnerstag (22.) durchgeführten Video-Pressekonferenz mit der Kreisspitze eine Rolle, eine konkrete Aussage konnte Landrat Christian Engelhardt hierzu allerdings noch nicht treffen. „Wir müssen dem morgigen Beschluss der hessischen Landesregierung abwarten, zumal Hessen teilweise Maßnahmen verfügt hat, die über die vorgesehenen Bundesregelungen hinausgehen“, erläuterte der Landrat. Eine Anpassung wird daher möglicherweise kommen, zumal Ministerpräsident Volker Bouffier in den heutigen Bundesratsberatungen klargestellt hat, dass Hessen -trotz aller Bedenken- dem Gesetz nicht im Wege stehen wird. Das überragende Ziel sei es, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und die Pandemie so schnell wie möglich einzudämmen. Auch Landrat Engelhardt hält einen ausschließlichen Blick auf die Inzidenz nicht für zielführend, zumal es einen Unterschied mache ob ein Virusausbruch in einem Betrieb oder über Ortschaften hinweg vorliegt.

Bergsträßer Inzidenz-Werte sind korrekt

Bereits mehrmals angesprochen wurden die unterschiedlich veröffentlichten Inzidenzen des Kreises und der RKI. „Unsere Zahlen sind die richtigen. So werden sie auch gemeldet. Wo dann der Fehler liegt, ist vom hier schwer nachzuvollziehen“, erklärte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Interessant werden diese Werte allerdings, wenn die RKI-Zahlen die Notbremse ausrufen und die Kreiszahlen nicht. „Maßgebend ist grundsätzlich der Bundesgesetzgeber. Es wird dann aber juristisch zu klären sein, wenn die angenommene Datenbasis nicht verlässlich ist“, verdeutlichte der Jurist Christina Engelhardt.

Hohe Ansteckungsgefahr bei Hilfseinsätzen

In der Öffentlichkeit stark diskutiert und auch vom Feuerwehrverband deutlich gefordert, wird aktuell das Vorziehen von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten auf der Impfprioritätenliste von Gruppe drei in zwei, da Einsätze hohe Ansteckungsgefahren mit sich bringen. Wie Landrat Engelhardt aus einer Videokonferenz der hessischen Landrätinnen und Landräte berichtete, unterstützen diese gemeinsam den hessischen Feuerwehrverband in seiner Forderung, mit dem Impfen der Retterinnen und Retter zu beginnen und eine Ausnahme von den Vorgaben der Empfehlungen der ständigen Impfkommission beziehungsweise von der CoronaImpfVerordnung zu machen. „Wir sind als Kreis vorbereitet. Listen über die Impfbereiten aus den Hilfsorganisationen liegen uns vor. Falls kein Vorziehen in die Prioritätengruppe zwei gibt, könnten wir auf jeden Fall die Helfer zu Beginn der Gruppe drei impfen“, erklärte der Landrat.

Derzeit über 1100 Impfungen pro Tag

Im Impfzentrum Bergstraße werden aktuell im Schnitt 1158 Personen geimpft. „Gestern waren es beispielsweise 1158 Dosen. Wir könnten noch 200 mehr“, so der Landrat. Nicht gestiegen sei die sogenannte „No-Show-Rate“, also verursacht von Personen, die einen Impftermin ohne Ankündigung einfach nicht wahrnehmen. Nach wie vor liegt die Zahl bei circa 17 Prozent, welche durch bewusstes Überbuchen vom Impfzentrum aufgefangen wird.

Ein positives Feedback hat die Kreisspitze von den an Schulen seit Montag durchgeführten Selbsttests. Eine größere Auswirkung auf die Anzahl der Neu-Infizierten hatten diese bislang noch nicht. So wurden von den Bürgertests in Apotheken etc. circa 70 positive gemeldet. Bei den Selbsttests waren es rund 50. Von diesen Tests bestätigten sich dreiviertel durch einen PCR-Test. „Die Zahlen könnten sich aber verschieben, da die Tests an den Schulen für Fehleranfälliger sind“, verdeutlichte Diana Stolz.

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