Projekt „WIR in Lorsch“ erhält einen 10.000 Euro dotierten Preis

Ausgezeichnete Landschaftsprojekte – Stadt Lorsch, Lauresham und Partner erhalten Preis des „Verbandes Region Rhein-Neckar“

Für hervorragende Landschaftsprojekte haben die Stadt Lorsch, das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham am UNESCO Welterbere Kloster Lorsch und lokale Partner eine Auszeichnung des „Verbandes Region Rhein-Neckar“ erhalten. Am Donnerstag (24.) vergab der Verband einen mit 10.000 € dotierten Preis während des 8. Regionalparkforums mit dem Thema „Landschaft, Regionalplanung“. Es wird für Partner:innen im Netzwerk regionaler Entwicklungsprojekte abgehalten.

Alle zwei Jahre Prämierung

Der Verband ist Träger grenzüberschreitender Regionalplanung und –entwicklung. Seit 2010 prämiert er alle zwei Jahre vorbildliche Landschaftsprojekte von Städten und Gemeinden. Eine Fachjury bewertet Kreativität, den regionalen Mehrwert als auch das partnerschaftliche Miteinander bei Konzeptionen und Umsetzungen. Im Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ wurde das von Laureshams Leiter Claus Kropp entwickelte Projekt „WIR in Lorsch“ gekürt. Es gründet sich auf eine Kooperation zwischen der Stadt Lorsch, dem Freilichtlabor (Staatliche Schlösser und Gärten Hessen) und weiteren lokalen Partnern.

Vier Innovations-„Leuchttürme“ geplant

Insgesamt sind Kropp zufolge vier Innovations-“Leuchttürme“ in der Lorscher Gemarkung geplant, die sich mit der Etablierung und Erforschung nachhaltiger und umweltfreundlicher Landnutzungskonzepte befassen sowie mit der (Re)vitalisierung regionaler und lokaler Wertschöpfungsketten für Lebensmittel. Nebenher wolle man eine intensivere Auseinandersetzung mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung von Landwirtschaft in der Region fördern.

Unter Kropps Federführung entsteht unter anderem ein Schau- und Versuchsacker, um die Bedeutung von Zugtieren in der Feldbewirtschaftung im 21. Jahrhundert zu prüfen. An dem Teilprojekt sind Forschungsinstitute im In- und Ausland beteiligt. Im Süden der Lorscher Gemarkung wollen die Stadt, Lauresham und ihre Partner auf einem etwa ein Hektar großen Eichenmischwald ein für die Region einzigartiges Hutewaldprojekt mit Düppeler Weideschweinen realisieren. Es ist Ziel, sowohl eine historische Nutzungsform des Waldes zu veranschaulichen als auch artengerechte Schweinehaltung zu demonstrieren.

Lorscher Acker für die Vielfalt

„Von besonderer Bedeutung ist für uns Initiatoren der geplante »Lorscher Acker für die Vielfalt«“, erklärte Kropp. In Kooperation mit Lorscher Landwirten werde auf einer ausgewählten Ackerfläche bei pestizidfreien und bodenschonenden Bearbeitungsweisen eine für die Artenvielfalt hochwertige Fläche entwickelt. Die angebauten, alten Getreidesorten (Emmer, Dinkel, Roggen) würden im Sinne einer lokalen Wertschöpfungskette verarbeitet und vermarktet. „Es geht also zugleich um einen Impuls für die Förderung der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft als auch um die Inwertsetzung regional produzierter Lebensmittel“, sagte Kropp.  

Neben diesen Projekten soll zuletzt im Umfeld der Lorscher Wattenheimer Brücke und den dortigen sensiblen Sandböden mit Zugochsen eine boden- und waldschonende Waldbewirtschaftung erprobt und nachhaltig eingebunden werden. (red)

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