Stadt verschenkt 200 Obstbäume

Beitrag zu biologischer Vielfalt und Klimaschutz

200 Obstbäume verschenkt die Stadt Bensheim am 2. November, welche die Bürger im eigenen Garten pflanzen sollen. Entsprechende Gelder hatte die Stadtverordnetenversammlung im Haushalt bereitgestellt. Die dann im ganzen Stadtgebiet gepflanzten Bäume und Stauden sollen einen Beitrag zum Erhalt alter regionaler Obstsorten leisten und als Lebensraum von Insekten und Vögeln dienen. Dieser kleine Beitrag gegen den Klimawandel wirft zudem noch frisches Obst aus dem eigenen Garten ab.

Obstbäume und „Echtes Johanniskraut“

Insgesamt stehen 200 junge Obstbäume zur Verfügung. Neben alten Apfelbaumsorten gibt es Birnen-, Kirschen- und Zwetschgenbäume. Außer den 200 Obstbäumen wird auch die „Heilpflanze des Jahres 2019“ – Echtes Johanniskraut – ausgegeben. Zudem finanziert die Stadt Bensheim zehn Flatterulmen, den „Baum des Jahres“, die durch den Gewässerverband auf geeigneten Flächen in der freien Landschaft gepflanzt werden.

Interessenmeldung erforderlich

Wer Interesse an einem Obstbaum für den eigenen Garten oder an Echtem Johanniskraut hat, kann sich per E-Mail (umwelt@bensheim.de) oder telefonisch 06251/14-213 an die Stadt wenden. Hierbei sind folgende Angaben erforderlich: Name, Anschrift, Telefonnummer und Wunsch-Obstbaumsorte oder Staude. Wenn möglich, wird dies bei der Verteilung berücksichtigt, kann aber nicht garantiert werden. Pro Haushalt wird maximal ein Obstbaum und ein Johanniskraut abgegeben. Unter allen Interessierten findet eine Verlosung statt.

Ausgabe am 2. November

Die Ausgabe erfolgt am Samstag, 2. November. Die Personen, die ausgelost wurden, werden von der Stadt über die genaue Zeit und den Ort der Abholung informiert. „Wir wollen mit der Aktion allen Bürgerinnen und Bürgern die Chance geben, für ein besseres Stadtklima zu sorgen und so einen persönlichen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten“, sagt Umweltdezernent Adil Oyan.

Infos „Alte Obstsorten“

  • Sie heißen Kalbfleischapfel oder Krummstiel, Butterbirne oder Wasserbirne, Große Prinzessinenkirsche oder Gelbe Knorpelkirsche, sie alle sind alte regionale Obstsorten.
  • Viele dieser Sorten sind vom Aussterben bedroht, weil viele Streuobstwiesen nicht mehr gepflegt und keine Bäume nachgepflanzt werden.
  • Die regionalen Sorten sind in der Regel deutlich resistenter gegen Krankheiten.
  • Der „Kalbfleischapfel“ wurde 2019 vom Pomologen-Verein, Landesgruppe Hessen, zur Hessischen Lokalsorte des Jahres gekürt. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald hat den Kalbfleischapfel zur „Obstsorte des Jahres 2019“ für die Region auserwählt.
  • Eine Auswahl von Obstsorten, die für unsere Region typisch sind, haben die Streuobstwiesenretter zusammengestellt: www.streuobstwiesenretter.de

Infos „Flatterulme“

  • Baum des Jahres 2019
  • Großbaum der Feuchtwälder und Flussauen
  • Können Wuchshöhen von über 30 Meter erreichen
  • Während sie in sieben Bundesländern laut Roter Listen als gefährdet gilt, sind die Bestände in Hessen noch weitgehend stabil.
  • Die Flatter-Ulme ist annähernd immun gegen die Ulmenkrankheit. Diese Pilzkrankheit hat in Deutschland zu einem dramatischen Rückgang der Berg- und Feld-Ulme geführt.

Infos „Echtes Johanniskraut“

  • Heilpflanze des Jahres 2019
  • Traditionell angewendet gegen Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen.
  • Wurzelt 50 Zentimeter und tiefer und ist deshalb als Staude für trockene Bereiche im Garten geeignet.
  • Das in der Pflanze enthaltene Hypericin kann bei Mensch und Tier die Empfindlichkeit gegen UV-Licht erhöhen.

„Plant fort he Planet“

Am 2. November findet in Bensheim parallel zur Obstbaumvergabe zum zweiten Mal die Akademie von „Plant for the Planet“ statt. Die Schülerinitiative wurde 2007 ins Leben gerufen. Heute machen bereits Kinder aus über 100 Ländern mit. Während der eintägigen Akademie nähern sich die 8- bis 13-jährigen TeilnehmerInnen dem Thema Klimakrise spielerisch an und nehmen an einer Pflanzaktion teil. Die Kinder lernen zum Beispiel, was CO2, Treibhauseffekt und Klimaerwärmung bedeutet, und wie dadurch unsere Welt beeinflusst wird.

Die Akademie ist für alle TeilnehmerInnen kostenlos. Nachdem die erste Akademie von der Stadt organisiert wurde, wird sie dieses Mal in Eigenregie von Ehrenamtlichen organisiert.
Infos: www.plant-for-the-planet.org/de/mitmachen/akademien (psp/red)

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