Verkehrssituation im Brückweg wird evaluiert

Elektromobilität Thema im Ortsbeirat Auerbach

Tempo 30 im Auerbacher Brückweg war eines der Themen der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Beim Anfahren der Autofahrer aus Richtung Berliner Ring wieder auf rot umspringen soll die Lichtzeichenanlage Brückweg/Schillerstraße.

Die Verkehrssituation im Brückweg in Auerbach wird schon seit Jahren diskutiert und nahm jetzt nach der gerade beendeten Sanierung der Fahrbahn wieder Richtung Fahrt auf. So steht die Einführung von Tempo 30 ganz oben auf der Wunschliste der Anlieger, von denen am gestrigen Montagabend (19. Oktober) eine Abordnung absprachegemäß zur Sitzung des Auerbacher Ortsbeirates im Bürgerhaus Kronepark erschien und ihren Herzen Luft machten. Geschildert wurden neben überhöhten Geschwindigkeiten unter anderem Probleme beim Überqueren der Fahrbahn oder beim Passieren von Schwerlastverkehr auf der als Zugangsstraße zum Berliner Ring geltenden Straße oder Beinaheunfälle. Nicht unbedingt als Vorteil sahen Anlieger das versetzte Parken, dass zwar die Geschwindigkeiten reduzieren soll, aber letztendlich auch zu einem ungebremsten Ausweichen auf den Bürgersteigen führen würde. Verstärkt wird die Situation durch den Umstand, dass die meisten der Häuser über keine Vorgärten verfügen und die Häuser somit direkt an den Bürgersteig angrenzen.

Verkehrsdaten werden neu erhoben

Zu der im Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligung geführten sachlichen Diskussion konnte Ortsvorsteher Robert Schlappner auch den Verkehrsdezernenten der Stadt Bensheim, Andreas Born sowie die Teamleiterin der städtischen Verkehrsbehörde Lisa Wächter begrüßen. Bei den Ortsbeiratsmitgliedern ernteten die Anlieger zwar viel Verständnis, trotzdem wollen die Kommunalpolitiker zur aktuellen Verkehrssituation bis zum ersten Quartal 2021 konkrete Zahlen vorliegen haben, zumal ein Tempo 30 auf dem Brückweg auch Auswirkungen auf andere Straßen in Auerbach haben dürfte. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch eine flächendeckende Tempo-30-Zone im gesamten Wohngebiet, dass durch die geplante Wohnbebauung auf dem Sanner-Gelände ohnehin Zuwachs und damit mehr Autoverkehr erhält.

Erste Schritte werden umgesetzt

Als erste Schritte sagte Stadtrat Andreas Born die ohnehin vorgesehene Umstellung der Ampelphase an der Kreuzung Brückweg/Schillerstraße zu. „Die Lichtzeichenanlage wurde lediglich aufgrund der Sanierungsarbeiten umgestellt. Künftig haben die vom Berliner Ring kommenden Verkehrsteilnehmer erst mal wieder rot“, verdeutlichte der Verkehrsdezernent. Zudem wird der optische Hinweis „Smiley“ angebracht und das Verkehrsaufkommen neu gezählt beziehungsweise die Verkehrsströme evaluiert. Die Markierung des Mittelstreifens habe man zunächst nicht vorgenommen, da nach Studien die Autofahrer vorsichtiger fahren würden. Ob dies tatsächlich so ist, werden nicht zuletzt die Gespräche mit den Anliegern ergeben. Ebenso prüfe man die Aufbringung eines Piktogramms an der Kreuzung Ernst-Pasqué-Straße, da hier eine direkte Verbindung zum Kindergarten „Lerchengrund“ besteht. Auch Förderungsmöglichkeiten für privaten Lärmschutz sollen gecheckt werden. Geplant ist, im ersten Quartal 2021 wieder eine Sitzung zu der Thematik anzusetzen.

Neue E-Ladesäule am Fürstenlager

Der Ortsbeiratssitzung voraus ging ein Ortstermin des Gremiums auf dem Parkplatz „Frühmess“ des Auerbacher Fürstenlagers. Thema war die Elektromobilität. So wurde auf Anregung des Ortsbeirates auf dem Parkplatz eine neue Normalladesäule (AC) mit zwei Ladepunkten für im Gesamten 44 kWh aufgestellt und jetzt in Betrieb genommen. Erläuterungen kamen von Bensheims Stadtrat Adil Qyan und Sascha Quadt von der GGEW AG. Demnach verfügt die GGEW zwischenzeitlich über 110 Ladepunkte in der Region. Aufgeladen werden kann europaweit an circa 100.000 Ladepunkten, da der Bergsträßer Energieversorger einem Verbund angehört. Bundesweit stehen für „Unterwegs laden“ rund 15.000 Ladepunkte zur Verfügung.

Öffentlicher E-Bike Ladepunkt vom Tisch

Erstmal vom Tisch ist am Fürstenlager ein öffentlicher E-Bike Ladepunkt, für den im städtischen Haushalt noch 6000 Euro eingestellt wurden. Hier hat die Technik schlichtweg die ursprünglichen guten Absichten überholt. Wie eine Analyse ergab kämen die verschiedenen Möglichkeiten, wie Ladeschränke oder eine Bike Energy Line beziehungsweise einen Energy Tower, für den Standort nicht infrage, ergaben doch die Erfahrungen aus anderen Kommunen, dass die „Tankstellen“ fast überhaupt nicht genutzt werden, da beispielsweise die Akkus der Pedelecs zwischenzeitlich eine hohe Reichweite gewährleisten und die Nutzer dann lieber ihr E-Bike beaufsichtigt wieder zuhause laden. Auch lassen sich E-Bike Ladepunkte bei dem geringen Verbrauch kaum wirtschaftlich rechnen. Besser wären nach Meinung von Ortsbeiratsmitgliedern Ladepunkte direkt an Gaststätten oder Biergärten, wie dies in verschiedenen Urlaubsregionen der Fall ist. Auf jeden Fall installiert werden sollen Fahrradbügel.   

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