Wahrscheinlich ab nächste Woche Verschärfungen der Corona-Regeln im Kreis

Kreis Bergstraße: 100er-Inzidenz wird vermutlich morgen gerissen/18 Schulen betroffen

Das sind keine guten Nachrichten. Wie schon von Vielen erwartet wird die Inzidenz höchstwahrscheinlich morgen im Kreis Bergstraße auf über 100 steigen und soll laut hessischem Präventions- und Eskalationskonzeptes verschärfte Regeln nach sich ziehen. Konsequenz: Die Kreisverwaltung wird in diesem Fall ab Dienstag (7.) nächster Woche eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Dies teilte am Nachmittag Landrat Christian Engelhardt im Rahmen einer Video-Pressekonferenz mit der Kreis Bergstraße mit. „Dies war zu erwarten, finden doch nach den Ferien an den Schulen Reihenscreenings statt. An 18 Schulen sind zurzeit 28 Personen und in 7 Kindertagesstätten 8 betroffen“, verdeutlichte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Dazu kommt noch der bereits bekannte Infektionsausbruch mit 24 Kranken an einem Pflegeheim in Rimbach. „21 Fälle sind allerdings Impfdurchbrüche. In diesem Pflegeheim wurde daher schon die dritte Impfung verabreicht. Allerdings ist es nach Auswertungen bei uns im Kreis grundsätzlich fünf- bis sechsmal wahrscheinlicher ohne Impfung an Corona zu erkranken. Auch ist der Krankheitsverlauf günstiger“, so die Erste Kreisbeigeordnete. Reiserückkehrer machen an den Infektionszahlen im Kreis Bergstraße übrigens nur unter zehn Prozent aus.

Meisten Infektionen bei 16- bis 20-jährige

Bei den Neu-Infizierten sind zwischenzeitlich wieder alle Altersgruppen betroffen. Der Schwerpunkt liegt bei den unter 40-jährigen. Hier haben alle Altersgruppen Inzidenzen von über 100, die höchsten Zahlen weisen die 16- bis 20-jährigen mit über 200 auf. Der Altersdurchschnitt liegt bei 33,5 Jahren. Deutlich niedrigere Inzidenzen gibt es bei den 60- bis 80-jährigen. Bei den Klinikpatienten -derzeit im Alter zwischen 20 und 90 Jahre- liegt momentan der Altersdurchschnitt bei 67 Jahren, von 11 Patienten liegen drei intensiv.

Bei den Impfungen beabsichtigt der Kreis diese auch nach Schließung der Impfzentren mit mobilen Teams vor Ort fortzusetzen. „Der Schwerpunkt liegt natürlich bei den Ärzten. Wir unterstützen mit besonderen Aktionen, beispielsweise mit Boostern in Seniorenheimen oder auch an Schulen für die über 12-jährigen“, so Christian Engelhardt.

100er-Coronaregel vermutlich ab nächste Woche

„Aktuell erarbeiten wird die neue Allgemeinverfügung. Erlassen wird sie dann nächste Woche, da einige Umsetzungen einfach mehr Zeit benötigen“, erklärte der Landrat. Dies bedeutet, dass unter anderem nach den allgemeinen Kontaktregeln sich wieder im öffentlichen Raum maximal 10 Personen aus verschiedenen Hausständen oder zwei Hausstände -Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie Genesene und vollständig Geimpfte zählen nicht mit (entsprechende Empfehlung für private Wohnungen)- treffen dürfen. Im ÖPNV gilt ab 16 Jahre das Tragen einer FFP2-Maske, ebenso müssen Schüler am Unterricht mit einer medizinischen Maske teilnehmen. Bei Veranstaltungen und Kulturangeboten oder größeren Zusammenkünften gilt eine Teilnehmerbegrenzung auf 200 Personen im Freien und 100 Personen in Innenräumen (zuzüglich Geimpfte/Genesene). Ein Thema, dass dann auch die „Bensheimer Winzerwoche“ betreffen könnte. Für Christian Engelhardt ist die Bewertung des Infektionsgeschehens am alleinigen Faktor Inzidenz als Maßstab schwierig und hofft mit der Entscheidung des Bundes auf einen Strategiewechsel. Diskutiert wird bereits aktuell die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. Diese beträgt mit heutigem Datum laut RKI 1,74 Prozent. Ein Grenzwert steht bislang noch nicht fest. Laut Bundesregierung bewegte sich im vergangenen Winter der Wert teilweise um 10 bis 12.

Hier der Link zu den Regeln des Präventions- und Eskalationsgesetz, vom 17. August:
https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hessen.de_land/ueberblick_praeventions-_und_eskalationskonzept.pdf

Text Post 2, Werbung