Die „Flames“ sind wieder im Trainingsmodus

Laktattest liefert erste Werte Fitnessstand und Regenerationsfähigkeit

Trainingsauftakt am gestrigen 6. Juli beim Frauenhandball-Bundesligisten „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach. Unser Bild zeigt die Trainingsgruppe der Neuzugänge, von links Leonie Kockel, Alicia Soffel, Trainerin Heike Ahlgrimm und Lotta Heider.

Die ganze Aufregung um die Corona-Pandemie und die abgebrochene Runde der Frauen-Bundesliga wollen die Handballerinnen der „Flames“ von der HSG Bensheim/Auerbach abschütteln. Endlich geht es wieder los. Nach fast vier Monaten Corona-Pause mit Home-Training: Trainingsauftakt. Die rückläufige Entwicklung der Infektionen und die damit verbundenen Lockerungen machen es möglich. Trainerin Heike Ahlgrimm bat ihr Team -darunter auch die Neuzugänge- zur Überprüfung ihres Fitnesszustandes am gestrigen Nachmittag (6. Juli) auf die Tartanbahn des Weiherhausstadions.  

Bis zum 31. Mai befanden sich die Angestellten der GmbH., einschließlich der Spielerinnen und des Trainerteams, in Kurzarbeit. 60 Prozent ihres letzten Nettolohns erhielten die Betroffenen von der Agentur für Arbeit; 30 Prozent legte die Auerbacher Handball Sport und Marketing GmbH drauf. Dann folgte erstmal der Jahresurlaub. Fit gehalten haben sich die Sportlerinnen in zuhause – alleine. „Wir sind Mannschaftssportler und sind jetzt froh, dass wir wieder gemeinsam trainieren können“, bestätigte auch die Trainerin.

Alle Neuzugänge an Bord

In der Vorbereitung wollen die „Flames“ nun die Grundlagen für eine ebenso erfolgreiche Saison wie im letzten Jahr mit dem ausgezeichneten achten Tabellenplatz legen. Die ersten Werte lieferte der durchgeführte Laktattest. So mussten die Spielerinnen, darunter mit Leonie Kockel (Borussia Dortmund), Alicia Soffel (1. FSV Mainz 05) und Lotta Heider (TSV Nord Harrislee) auch alle Neuzugänge, erstmal schwitzen und auf der Tartanbahn Vollgas geben.

Fitnessstand und Regenerationsfähigkeit dokumentierten erstmals drei Personaltrainer vom Flames-Kooperationspartner der Unternehmungsgruppe Pfitzenmeier. Man merkte es den Spielerinnen an. Sie sind heiß auf die neue Saison. Die Tests werden den äußeren Eindruck bestätigen: die Spielerinnen sind fit und aktuell alle verletzungsfrei.

Ein Laktattest stand zum Auftakt des Flames-Training auf der Tagesordnung. Unser Bild zeigt Außenspielerin Elisa Stuttfeld (rechts).

Vorbereitung von Entwicklung Corona abhängig

Für Heike Ahlgrimm und ihr Trainerteam begann die Vorbereitung allerdings schon weit im Voraus, galt es doch gerade unter den Vorzeichen Corona ein Trainingskonzept zu entwickeln. Dazu zählen klassische Kraft- und Ausdauereinheiten und natürlich auch handballspezifisches Training. Ahlgrimm: „Wir werden nach der langen Pause in diesem Jahr früher in die Halle gehen“.

Problematisch sind aktuell noch die unterschiedlichen Corona-Lockerungen für den Sport in den einzelnen Bundesländern. Während in Hessen noch Vollkontakt-Training eingeschränkt bis zu zehn Sportlern möglich ist, kann in Baden-Württemberg bereits sechs gegen sechs gespielt werden. Vorbereitungsspiele sind daher in Hessen erstmal noch tabu. „Geplant haben wir trotzdem welche, auch zuhause und natürlich Turniere“, so die Trainerin, die bereits seit dem Jahr 2016 in Bensheim auf der Kommandobrücke steht. Ob tatsächlich gespielt wird, muss man sehen. „So, wie Corona sagt“, äußerte Heike Ahlgrimm mit einem Augenzwinkern. Stattfinden soll nach Möglichkeit auch das obligatorische Trainingslager in den Niederlanden. Nicht vorgesehen, sind in diesem Jahr gemeinsame Trainingseinheiten mit Ligakonkurrent FSV Mainz 05. „Ein Vorbereitungsspiel haben wir aber schon auf dem Plan“, so Ahlgrimm.

Drei direkte Absteiger, ein Relegationsspiel

Die vergangene Meisterschaftsrunde 2019/20 nahm für die 1. und 2. Frauenhandball-Bundesliga bekanntlich wegen des Corona-Virus ein abruptes Ende. So wurde Mitte März die Saison abgebrochen und nicht zu Ende gespielt. Sportliche Absteiger gab es nicht, allerdings mit dem Erstplatzierten HL Buchholz 08-Rosengarten sowie der sich auf dem Relegationsplatz befindliche Tabellenzweite SV Union Halle-Neustadt zwei Aufsteiger, was dazu führt, dass die 1. Liga von bisher 14 auf 16 Teams aufgestockt wird. Dies bedeutet drei Absteiger in die zweite Bundesliga, dazu Relegationsspiele zwischen dem Tabellen-13. und dem Zweitplatzierten der zweiten Liga, um ab der Saison 2021/22 wieder die ursprüngliche Ligastärke erreichen zu können. Nur der Tabellenerste der zweiten Frauenhandball-Bundesliga steigt direkt auf.

Geplanter Saisonstart 5./6. September

Geplanten Saisonstart ist Stand heute -eine positive Pandemie-Entwicklung vorausgesetzt- das Wochenende am 5./6. September. Inwieweit dies auch mit Zuschauerbeteiligung möglich ist, wird sich im Detail noch zeigen. Zumindest in Hessen ist seit dem 6. Juli der Besuch von Sportveranstaltungen und -wettkämpfen unter Einhaltung der Drei-Quadratmeter-Regel und eines Hygienekonzeptes wieder möglich. Ganz einfach ist dies für die Veranstalter derzeit noch nicht. Steuerung des Zutritts sowie Verlassen des Veranstaltungsorts (zum Beispiel durch Leitsysteme und Wegeführungen), Vermeidung von Warteschlangen, Einhalten der 1,5 Quadratmeter-Regel auf den Zuschauertribünen oder sogar eine personalisierte Sitzplatzvergabe zur Dokumentation sind nur einige Schlagworte. Trainerin Heike Ahlgrimm sieht dies aktuell noch gelassen. Recht hat sie: die Lage ist dynamisch, bis zum Rundenstart kann sich noch Einiges ändern.

Nicht in der gewohnten Form verläuft in dieser Saison der DHB-Pokal. Nur die 16 Erstligisten haben die Möglichkeit auf den Pokalsieg. Dies bietet natürlich die Chance nach nur zwei Spielen im Achtel- und Viertelfinale ins OLYMP Final4Four (15. und 16. Mai 2021, Porsche-Arena Stuttgart) einzuziehen.

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