Erwartete Niederlage der „Flames“ beim Favoriten SG BBM Bietigheim

Frauenhandball-Bundesliga: Couragierter Auftritt der HSG Bensheim/Auerbach gegen den Tabellenzweiten

Fiel kurzfristig wegen muskulärer Probleme für das Auswärtsspiel bei der SG BBM Bietigheim aus: Kreisläuferin Dionne Visser, hier in einer Spielszene gegen Ketsch. Die „Flames“ kassierten beim haushohen Favoriten Bietigheim eine 30:23 Niederlage. Bild © Andrea Müller

Da war nichts zu holen. Mit einer deutlichen 30:23 Niederlage traten am heutigen Sonntagabend (28.) die „Flames“ nach ihrem Frauenhandball-Bundesligaspiel beim haushohen Favoriten SG BBM Bietigheim die Heimreise an. „David“ konnte gegen „Goliath“ trotz eines couragierten Auftritts nichts ausrichten. Letztendlich fiel das Ergebnis mit einem Abstand von sieben Toren nach dem Spielverlauf zu hoch aus. „Wir sind absolutzufrieden und können mit erhobenem Haupt vom Parkett gehen“, zog Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Schlusspfiff verdient ein positives Resümee.

Lange Verletzungsliste

Der Punktverlust kam nicht unerwartet. Schon im Vorfeld war allen Beteiligten bewusst, dass es ein einseitiges Match geben könnte. Zu krass sind die Ansprüche und die daraus resultierenden Leistungsunterschiede der beiden Teams. Dazu gesellten sich bei den „Flames“ nach den bereits bekannten Ausfällen Alicia Soffel (Kreuzband- und Außenbandriss), Isabell Hurst (Schulter), Lotta Heider (Kreuzbandriss) und Ines Ivancok (Nasennebenhöhlenentzündung) auch noch kurzfristig eine aufgrund muskulärer Probleme bedingte Spielpause für Kreisläuferin Dionne Visser. Coach Heike Ahlgrimm machte daher aus der personellen Not eine Tugend und beorderte die beiden Nachwuchsspielerinnen Annika Schmitz (Außen) und Neele Orth (Rückraum) in den Kader. Beide Handballerinnen trainieren schon länger beim Flames-Ensemble mit. Auf Bietigheimer Seite nicht dabei war die ehemalige Flamme Julia Maidhof, welche aufgrund eines Nasenbeinbruches ausfiel.

Gute Anfangsphase der „Flames“

Völlig konträr zu den Vorhersagen lief allerdings der Auftakt. So hatten die „Flames“ einen guten Start und führten zunächst durch Tore von Lisa Friedberger und Simone Spur-Peterson mit 0:1 beziehungsweise 1:2, ehe der favorisierte Gastgeber in der achten Minute erstmals mit 3:2 in Führung ging. Den Bensheimerinnen merkte man allerdings an, dass sie im Spiel „David gegen Goliath“ nichts zu verlieren hatten und blieben dran. Bis zur 16. Minute betrug der Abstand immer wieder nur höchsten zwei Tore, der Gastgeber konnte sich in dieser Spielphase nicht absetzen. In der 16. Minute zog Bietigheim dann allerdings erstmals mit drei Toren zum 8:5 davon. Selbst von einer 10:5 Führung in der 18. Minute ließ sich die HSG Bensheim/Auerbach nicht beeindrucken, trat engagiert auf und verkürzte nochmals auf 10:8. Bis zur Halbzeit baute das international erfahrene Team des Tabellenzweiten dann seine Führung allerdings auf 15:10 aus.

Bietigheim hielt Gäste auf Distanz

Weitaus besser im Vergleich zur ersten Hälfte kamen dann die Bietigheimer aus der Kabine. Schnell zogen sie -allerdings auch bedingt durch eine Zeitstrafe gegen die Bensheimerin Julia Niewiadomska– auf 18:10 davon. Bietigheim verwaltete in der zweiten Hälfte eher seinen doch deutlichen Vorsprung, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten und hielten die Gäste, die keineswegs enttäuschten, souverän auf Distanz. Trotz allem hatten die Gastgeber in ihrem Spiel einige Wellenbewegungen zu verzeichnen. So keimte bei den „Flames“ Hoffnung auf, als die HSG zehn Minuten vor Schluss durch Julia Niewiadomska auf 26:23 verkürzten und hierdurch nochmals in Schlagdistanz geriet. Überragend in dieser Phase Torhüterin Helen van Beurden, welche die „Flames“ mit schnellen Reaktionen immer wieder im Spiel hielt. Am Ende wurde der Gastgeber allerdings seiner Favoritenrolle gerecht und gewann verdient mit 30:23 Toren.

Sarah van Gulik verletzt

Den Kopf hängen lassen müssen die Flames nach dieser Niederlage allerdings nicht, hat sich doch an der Ausgangssituation nichts verändert. Die „Flames“ wehrten sich gegen die „Berufshandballerinnen“ nach Kräften, mehr war unter den bekannten Voraussetzungen auch nicht zu erwarten. Zudem schied im Laufe des Spiels Rückraumspielerin Sarah van Gulik verletzt aus. Die meisten Treffer erzielten auf Flames-Seite Lisa Friedberger (6/3), Simone Spur Petersen und Sarah Dekker mit je vier Toren. Bei Bietigheim trafen unter anderem die ehemaligen Flammen Antje Lauenroth (3) und Kim Naidzinavicius (4).  Für Bietigheim geht der Blick jetzt nochmal nach vorne, trifft der Tabellenzweite doch im nächsten Bundesligaspiel am kommenden Mittwoch (31.) auf die bisher ohne Punktverlust an der Tabellenspitze stehende Mannschaft von Borussia Dortmund. Die „Flames“ haben weiter einen ausgezeichneten siebten Tabellenplatz inne.

Flames: Jessica Kockler, Helen van Beurden – Leonie Kockel (2), Elisa Stuttfeld (4), Simone Spur Petersen (4), Sarah Dekker (4), Lisa Friedberger (6/3), Christin Kühlborn (2), Sarah van Gulik (2/1), Julia Niewiadomska (3), Annika Schmitz und Neele Orth.

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