„Flames“ fahren gehandicapt zum Favoriten Bietigheim

Frauenhandball-Bundesliga: Alica Soffel, Isabell Hurst, Ines Ivancok und Lotta Heider fallen gegen Bietigheim aus

Bis in die nächste Frauenhandball-Bundesligasaison ausfallen wird Außenspielerin Lotta Heider von der HSG Bensheim/Auerbach, welche sich kürzlich bei einem Lehrgang der U19-Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zuzog. Die „Flames“ gastieren am kommenden Sonntag (Anwurf 17 Uhr) beim haushohen Favoriten von der SG BBM Bietigheim. Bild © Andrea Müller.

Für die „Flames“ kommt es jetzt erstmal knüppeldick. Drei Spielerinnen müssen mindestens bis Ende der aktuellen Frauenhandball-Bundesligasaison ersetzt werden, erlitten doch Alica Soffel, Isabell Hurst und jetzt auch Lotta Heider schwerwiegende Sportverletzungen. Dazu kommt kurzfristig mit einer Nasennebenhöhlenentzündung die österreichische Nationalspielerin Ines Ivancok. Personell stark gehandicapt fährt daher die HSG Bensheim/Auerbach am kommenden Sonntag (28.) zur Spitzenmannschaft und aktuellem Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim. Achtung: Anwurf ist um -für Bensheim eher ungewohnte Zeit- um 17 Uhr. Das Auswärtspiel der „Flames“ gegen die SG BBM Bietigheim wird live im Internet auf www.sportdeutschland.tv unter HBF: SG BBM Bietigheim vs. HSG Bensheim/Auerbach | Handball Deutschland TV (handball-deutschland.tv) übertragen.

Aus für Bietigheim in der Champions-League

In der Vorrunde zeigten die „Flames“ dem haushohen Favoriten aus Baden-Württemberg –allerdings in voller Mannschaftsstärke- noch die Zähne und verloren in der Bensheimer Weststadthalle „nur“ 29:32. Dass die HSG dem zweifachen deutschen Meister ähnlich Paroli bieten können, ist bei allem sportlichen Ehrgeiz -vorsichtig formuliert- eher unwahrscheinlich, zumal sich Bietigheim in der vergangenen Woche im Achtelfinale aus der EHF Champions-League-Saison verabschiedete und sich bis zur Teilnahme am OLYMP Final4 im DHB-Pokal ((15. Mai) auf die Bundesligasaison konzentrieren kann. „Wir spielen jetzt zwei Spiele ohne Vier. Gegen Bietigheim ist eine Partie David gegen Goliath. Wir müssen halt enger zusammenrutschen und die Situation annehmen“, übt sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm in Zweckoptimismus.

Drei ehemalige Flammen im Team

Bereits am heutigen Mittwochabend (24.) gastierte die SG BBM beim derzeitigen Tabellendritten von der HSG Blomberg-Lippe und gewann das Spitzenduell mit 29:24 Toren. Nicht zur Verfügung standen beim aktuellen Flames-Gegner zuletzt Stine Jørgensen (Schwangerschaft), Emily Sando (Gehirnerschütterung), Kim Braun (Bänderriss) und auch die ehemalige Flames-Torjägerin Julia Maidhof (Nasenbeinbruch). Seis drum. Das Team aus Bietigheim ist bespickt mit Nationalspielerinnen. Allein acht Auswahlspielerinnen weilten in der vergangenen Woche bei ihren Nationalteams. Darunter auch die ehemalige Flamme Antje Lauenroth oder die Kapitänin des niederländischen Weltmeisters 2019, Danick Snelder.  Ebenfalls im Team ist mit Kim Naidzinavicius eine weitere frühere Flames-Spielerin, welche kürzlich als Spielführerin ihren Rücktritt aus der Deutschen Nationalmannschaft erklärte. Ebenfalls aus Bensheimer Sicht interessant ist ein Blick auf die Scorer. So sind es gerade die  drei ehemaligen Flammen Antje Lauenroth (105 Tore), Kim Naidzinavicius (100 Tore) und Julia Maidhof (70 Tore) welche die interne Team-Torjägerliste in Bietigheim anführen. 

Kreuzbandriss bei Lotta Heider

Wie erwähnt trifft es die „Flames“ aktuell hart. Nach einer bislang sehr starken Saison mit dem aktuellen Tabellenplatz sieben, besteht nun die Gefahr, dass langfristige Sportverletzungen die hervorragende Bilanz zunichte machten könnten. So fiel nach Alicia Soffel (Kreuzband- und Außenbandriss) und Isabell Hurst (Schulter) nun auch die 19-jährige Lotta Heider mit einem Kreuzbandriss aus. Ursache der Verletzung war eine allein ausgeführte Bewegungs-/Schnelligkeitsübung beim Lehrgang der U19-Nationalmannschaft. Dauer des Ausfalls – mindestens sechs Monate, ob die Außenspielerin in diesem Jahr überhaupt noch mal in Aktion treten kann, ist fraglich. Kurzfristig musste sich nun auch Rückraumspielerin Ines Ivancok krankmelden. „Sie hat eine Nasennebenhöhlenentzündung und muss Antibiotika nehmen“, erklärt Ahlgrimm und weiter, „für uns ist der Ausfall der Spielerinnen natürlich eine Katastrophe. Das tut weh“.   

11 Spielerinnen für die nächsten beiden Spiele

Für Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm keine leichte Aufgabe. 12 Spielerinnen stehen ihr normalerweise noch für die restlichen sieben Bundesliga-Partien zur Verfügung, jetzt sind es für die nächsten beiden Spiele sogar nur 11. Gegner sind dabei keine geringeren als die ersten sechs der aktuellen Tabelle. Allerdings besteht auch bei den zu erwartenden Niederlagen nicht die Gefahr, dass die HSG Bensheim/Auerbach nochmal in den Tabellenkeller rutschen könnte. „Ich tendiere dazu, die Saison mit dem vorhandenen Personal zu beenden. Das Hinzuziehen der ein oder anderen Nachwuchsspielerin stößt möglicherweise auch auf vertragliche Hürden. Vier Nachwuchstalente trainieren derzeit bei uns mit und helfen der Mannschaft dadurch im Training. Ob es aber sportlich, gerade gegen Spitzenmannschaften schon reicht, weis ich nicht so recht“, so Ahlgrimm.

Inwieweit die Langzeitverletzten in den Kader der nächsten Saison Auswirkungen haben, ist derzeit noch offen. Im Prinzip erklärten die „Flames“ die Planungen mit der Verpflichtung von Rückraumspielerin Saskia Fackel (Kurpfalz Bären Ketsch) und Torfrau Vanessa Fehr (Bayer Leverkusen) als abgeschlossen. Lediglich ein Nachwuchstalent sollte noch zum Kader dazustoßen. An personellen Abgängen stehen Julia Niewiadomska und Simone Spur Petersen (beide SV Union Halle-Neustadt) sowie Torfrau Jessica Kockler (Karriereende) bereits fest.

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