„Flames“ führten erstmals digitalen Community-Event durch

Viel Informationen und abwechslungsreiche Einspieler im neuen Format

Erstmals digital veranstalteten die „Flames“ ihren obligatorischen Community Treff. Unser Bild zeigt von links Moderatorin Isabell Klein, Geschäftsführer Michael Geil und Trainerin Heike Ahlgrimm beim Live-Format im Varieté Pegasus Bensheim. Bild © Andrea Müller

Der Community-Event der HSG Bensheim/Auerbach ist in normalen Zeiten ein gerne angenommenes „Must“ für Sponsoren und Unterstützer aber auch für die Flames-Bundesligamannschaft mit ihrem Trainer- und Betreuerstab sowie der Geschäftsführung der Auerbacher Handball Sport und Marketing GmbH. Aber zu Zeiten der Corona-Pandemie ist bekanntlich alles anders. Neue Wege müssen zwangsläufig gegangen werden, die Welt wird digitaler. Auch die Crew der „Flames“ reagierte und richtete am Donnerstabend (25.) erstmals ein digitales Community-Event aus. Ausgestrahlt wurde das neue Format aus dem Varieté Pegasus Bensheim. Schon zum Auftakt überraschten die Organisatoren, konnten sie doch als Moderatorin die ehemalige Flames-Spielerin und Spielführerin der Deutschen Nationalmannschaft Isabell „Isi“ Klein (Geborene Nagel) gewinnen.

Besondere Zeiten, besondere Unterstützung

Unter dem Motto „Besondere Zeiten, besondere Unterstützung“ begrüßten die „Flames“ Gäste sowohl im Studio als auch virtuell, berichteten über die Strukturen des Leistungshandballs bei der HSG, ließen Sponsoren zu Wort kommen, blickten auf Höhen und Tiefen der aktuellen Bundesligasaison und wagten einen Blick in die Zukunft. So gaben zum Auftakt HSG-Vorsitzender Stefan Stehle und die Vorsitzende der TSV-Handballabteilung Anne Thoß einen Überblick über die Strukturen der HSG Bensheim/Auerbach, bestehend aus der TSV Auerbach und der SSG Bensheim sowie der GmbH, ehe sich Jugendkoordinator und B-Jugend-Trainer Andre Schumacher sowie der Leiter der Flames Handball Akademie Volker Massoth mit dem Jugendbereich beschäftigten. „Es ist Corona-Zeiten nicht einfach die Jugend bei der Stange zu halten“, verdeutlichte Andre Schumacher, der froh ist, dass zumindest die dem Leistungsbereich zugerechnete B- und A-Jugend mit viel Corona-Testungen trainieren darf. Schumacher hofft natürlich, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, um die bisher so erfolgreich verlaufenden Runden fortsetzen zu können. Ebenso wäre es laut sportlicher Leitung der „Flames“ zu wünschen, dass ihre in der Oberliga beheimatete Junior-Mannschaft an Ausscheidungsspielen zur 3. Liga teilnehmen kann.

„Wir haben derzeit sieben Bewohnerinnen ab 14 Jahren in der Akademie und sind uns unserer hohen Verantwortung im Hinblick auf einen Einklang von Schule, Ausbildung und Weiterentwicklung für den Leistungssport durchaus bewusst“, erklärte Volker Massoth. Eine wichtige Komponente spielt hierbei die pädagogische Betreuung, die von der im Haus wohnenden berufserfahrenen Bea Schwarzwald geschultert wird.

2ß Prozent Zuschauereinnahmen fehlen

Aufgelockert wurde der virtuelle Community-Treff immer wieder mit interessanten Einspielern zu Sponsoren oder auch mit einem Film über den Trainingsablauf der „Flames“. So erfuhren die Zuschauer beispielsweise wie das Team die Zeit vor den Heimspielen verbringt und dass die Spielerin mit den meisten Niederlagen in Trainingsspielen bei einem sogenannten „Gurgenfest“ ein Essen in der Kabine ausgeben muss. Zu Wort kam virtuell auch  die ehemalige Flames-Spielerin und jetzige Nationalspielerin Julia Maidhof. „Wir sind stolz auf Julia. Sie hätte keinen besseren Weg wählen können. Ihr Wechsel zur Spitzenmannschaft Bietigheim war richtig“, äußerte auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm. Etwas Wehmut kam auf, als ein Video mit Bildern über Heimspiele mit Zuschauern über den Bildschirm flimmerte. „Wir spielen die bislang beste Saison seit ich hier bin, leider ohne Zuschauer. Aber es ist ein Privileg, dass wir überhaupt spielen dürften“, so Ahlgrimm. Wie Geschäftsführer Michael Geil mitteilte brechen durch die fehlenden rund 20 Prozent der Einnahmen weg. „Wir werden die Saison aber überstehen und sind dankbar, dass unsere Sponsoren zu uns halten. Auf Sicht sind wir aber auf Zuschauereinnahmen angewiesen“, erklärte der langjährige Geschäftsführer, unterstützt von Ausführungen des Sponsors Frank Herbert von der Bensheimer Herbert Service Heizung Sanitär GmbH.

Zweite Längstribüne fehlt

Bauchweh bereitet dem Geschäftsführer die Weiterentwicklungsstrategie der Handball Bundesliga-Frauen (HBF), der Vereinigung der Bundesliga-Clubs. Bekanntermaßen sieht diese vor, dass zur Saison 2025/26 nur noch Spielhallen als Austragungsort in der 1. Liga in Frage kommen, die mit zwei Längstribünen ausgestattet sind und Platz für mindestens 1.500 Zuschauer bieten. Eine Komponente, welche die Bensheimer Weststadthalle nicht vorweisen kann. Schon zur Saison 2023/24 soll für Spiele der Frauen-Bundesliga die Anschaffung eines reinen Handball-Hallenbodens vorgeschrieben werden, welcher vor jedem Heimspiel von einer Fachfirma verlegt werden müsste. Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Hintergrund ist die Professionalisierung der ersten Frauenhandball-Bundesliga und nicht zuletzt Live-Übertragungen auf Eurosport.

Sportlich läuft es

Sehr zufrieden äußerte sich aus sportlicher Sicht Trainerin Heike Ahlgrimm zur aktuellen Bundesligasaison, wenn sie auch aktuell durch drei Langzeitverletzte stark „gebeutelt ist“. Eine Rolle spiele bei den Verletzungen sicherlich, dass die Saison um drei Mannschaften aufgestockt wurde und manchmal zwei- oder drei Partien pro Woche gespielt werden. „Es fehlen die Ruhepausen. Auch andere Teams haben mit dieser Problematik zu kämpfen“, suchte die Trainerin nach einer Erklärung. Erfreut zeigte sie sich, dass die „Flames“ zwischenzeitlich auch für Spielerinnen von auswärts interessant geworden sind. Ahlgrimm: „Sie kommen auf uns zu. Das ist das größte Kompliment für das Erreichte in den letzten Jahren“.

Zur Kaderplanung erklärte die Trainerin, das diese im Prinzip abgeschlossen ist. Vor dem Hintergrund der längerfristigen Verletzungen schaue man aber noch  nach ein oder zwei Ergänzungsspielerin. Im Prinzip sei die Mannschaft für die kommende Saison allerdings schon gut aufgestellt. „Der Kern bleibt zusammen. Mit den Erstligaspielerin Saskia Fackel und Torhüterin Vanessa Fehr haben wir zwei richtig gute Neuzugänge gewinnen können“, schaut die Trainerin durchaus optimistisch nach vorne.   

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