„Flames“ gewinnen Lokalderby gegen Ketsch deutlich

Fällt für den Rest der Saison aufgrund einer Schulterverletzung aus: Kreisläuferin Isabell Hurst. Bild © Andrea Müller

Die Ausgangslage war klar. Der Tabellensiebte der Frauenhandball-Bundesliga von den „Flames“ trifft im Heimspiel auf das Schlusslicht von den Kurpfalz Bären Ketsch. Von der Papierform eigentlich eine klare Angelegenheit, aber… Es war ein Lokalderby und von denen geht nun mal eine ganz besondere Faszination und Rivalität, sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Akteuren aus. Die Weststadthalle blieb zwar am heutigen Samstagabend (13.) corona-bedingt wieder leer, trotzdem fieberten die Fans an den Bildschirmen mit, sahen allerdings von Beginn an eine überlegene Bensheimer Mannschaft. Am Ende siegte deutlich der Favorit. Das Bergsträßer Derby ging mit einem 30:14 Sieg an die „Flames“

Isabell Hurst fällt länger aus

Die „Flames“ gingen ersatzgeschwächt in die Partie. In die Kategorie der Langzeitverletzten zählt jetzt auch Isabell Hurst. Bereits Mitte Februar erwischte es Rückraumspielerin Alica Soffel mit einem Kreuzband- und Außenbandriss. Jetzt folgt mit der 21-jährigen Kreisläuferin eine Spielerin, die zuletzt -wie Trainerin Heike Ahlgrimm es ausdrückte- „mega-gut drauf“ war und mit 72 geworfenen Toren zu den Top-4 der Flames-Scorerinnen gehört. Ausschlag gab eine Abwehrhandlung im jüngsten Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen, bei der sich Hurst die Schulter des Wurfarms auskugelte. Noch in der Halle musste das Gelenk wieder eingerenkt werden. Das MRT ergab allerdings eine komplizierte Verletzung – Operation nicht ausgeschlossen. Die Hauptlast am Kreis übernahm überwiegend Dionne Visser, die selbst lange verletzt war, hart an ihrem Comeback arbeitete und sich zuletzt wieder ihrem Niveau annäherte. Schon mit ihrem ersten Tor zum 2:1 unterstrich sie ihre Leistungssteigerungen.

„Flames“ dominierten die erste Hälfte

Von Beginn an wollte sich die HSG Bensheim/Auerbach nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, waren mit schnellem Spiel stets im Vorwärtsgang und legten mit 5:1 und 8:2 deutlich vor. Die Kurpfalz-Bären fanden nicht ins Spiel, ihre Kombinationen waren wesentlich langsamer, die Fehler häuften sich fast bei jedem Angriff gegen die kompakte Abwehr der Bensheimerinnen, was wiederum die „Flames“ zu schnellen Kontern regelrecht einlud. In der 16. Minute legte Simone Spur Petersen bereits zum ersten 10-Tore-Vorsprung zum 12:2 vor. Schon in dieser Phase des Spiels offenbarte sich doch eine eindeutige sportliche Kluft zwischen den Kontrahenten. So ließen die „Flames“ nur sieben Tore des Gegners in der ersten Hälfte zu und gaben Trainerin Heike Ahlgrimm Gelegenheit, auch Spielerinnen, die zuletzt nicht so oft zum Zuge kamen, mehr Spielzeit einzuräumen. Mit einem bereits deutlichen 19:7 ging es in die Halbzeitpause.  

Jede Feldspielerin traf ins Netz

Die ersten Spielanteile der zweiten Hälfte gebührten den Gästen. Mit einem Doppelpack von Lara Eckhardt verkürzten die Kurpfalz-Bären zunächst auf 19:9. Die Freude auf Seiten der Ketscherinnen währte aber nicht lange. Derbystimmung konnte auch in der zweiten Hälfte nicht aufkommen. Zu eindeutig war das Geschehen auf dem Handballparkett. Die „Flames“ dominierten und legten Tor um Tor weiter vor. Am Ende knackten die Gastgeberinnen noch die 30iger-Marke und siegten deutlich mit 30:14, wobei sich mit Ausnahme der Torhüterinnen jede Spielerin der „Flames“ in die Torschützenliste eintragen konnte. „Wir haben viele Dinge ausprobiert und können sehr zufrieden sein“, zog Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zum Abschluss ein positives Fazit. Von den Kurpfalz Bären müssen die „Flames“ nun erstmals Abschied nehmen. Unabhängig vom sportlichen Ausgang hat Ketsch für die kommende Saison lediglich eine Lizenz für die zweite Bundesliga beantragt.

Flames: Jessica Kockler, Helen van Beurden – Leonie Kockel (4), Lotta Heider (3), Elisa Stuttfeld (5), Simone Spur Petersen (3), Sarah Dekker (2), Lisa Friedberger (6/3), Christin Kühlborn (1), Sarah van Gulik (2/2), Ines Ivancok (1), Dionne Visser (2) und Julia Niewiadomska (1/1).

Länderspielpause bis 28. März

Jetzt ist für die Sportlerinnen erstmal Erholung angesagt, beginnt doch nun eine zweiwöchige Länderspielpause, bevor es am 28. März mit einem Auswärtsspiel bei der SG BBM Bietigheim weiter geht. Die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes wird ihren Lehrgang übrigens bis zum 21. März in Bensheim absolvieren. Weiter im Flow bleibt indes die Flamme Lotte Heider. Sie absolviert mit der neuen U19-Nationalmannschaft einen Lehrgang in Großwallstadt. Teil des Programms werden am 19. und 20. März auch zwei Länderspiele gegen Österreich sein. Ebenso steht die österreichische Frauen-Nationalmannschaft, zu deren Kader auch Flames-Rückraumspielerin Ines Ivancok gehört, mit zwei Qualifikationsspielen zur Frauen-WM auf der Platte.

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