„Flames“ holen überraschend Unentschieden in Thüringen

Starke Teamleistung der HSG Bensheim/Auerbach zum Saisonauftakt in der Frauenhandball-Bundesliga

Verletzte sich beim 22:22 Unentschieden des Frauenhandball-Bundesligisten „Flames“ beim Thüringer HC schwer und dürfte auf den ersten Blick länger ausfallen: Rückraumspielerin Leonie Kockel. Bild © Marc Fippel Fotografie

Gleich eine schwere Aufgabe hatten am heutigen Samstagabend die „Flames“ im ersten Saisonspiel der Frauenhandball-Bundesliga zu lösen. Erster Prüfstein war das Spitzenteam vom Thüringer HC. Für die Handballerinnen beider Teams ein besonderes Gefühl, waren in der Salza-Halle in Thüringen doch nach langer Zeit bis zu 1.200 Zuschauer zugelassen. Um es vorwegzunehmen. Das eingespielte Team der „Flames“ zeigte eine ganz starke Mannschaftsleistung und holte überraschend -nach einer kämpferischen zweiten Halbzeit- einen verdienten Punkt. Riesenjubel nach Spielende auf der Bensheimer Seite. Die HSG Bensheim/Auerbach wollte die favorisierten Gastgeber ärgern. Es war gelungen: Endstand 22:22.

Favoritenrolle klar verteilt

Die Ausgangslage war klar. Der Thüringer HC wollte trotz eines großen Umbruchs mit elf neuen Spielerinnen auf jeden Fall gegen die HSG Bensheim/Auerbach punkten und gleich einen guten Start in Richtung Saisonziel internationale Plätze hinzulegen. Die „Flames“ selbst sahen sich zwar als Außenseiter, aber beileibe nicht chancenlos, blieb doch ein überraschender 32:28 Auswärtssieg in der vergangenen Saison noch in guter Erinnerung. „Es ist am Anfang einer Saison immer leichter, weil keiner weiß, wo man steht. Von daher haben wir gegen dieses Topteam nur jetzt eine Chance, bevor sie richtig eingespielt sind. Vielleicht können wir sie ärgern“, schätzte Flames-Trainerin vor dem Spiel die Situation durchaus realistisch ein.

Leonie Kockel verletzt sich schwer

Es wurde ein Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Schon in den ersten Spielminuten unterstrichen beide Teams ihren Siegeswillen und gestalteten die Partie zunächst ausgeglichen. Die ehemalige Flames-Spielerin Jennifer Rode legte mit 1:0 vor, die „Flames“ konterten und führten durch Tore von Jana Haas, Lisa Friedberger und Leonie Kockel mit 1:2 beziehungsweise 2:3. Allerdings blieb der siebenfache Deutsche Meister unbeeindruckt und ging schon beim 7:4 erstmals mit drei Toren in Front. Hiobsbotschaft für die „Flames“ in der 19. Spielminute. Bei einer schnellen Körperdrehung im Angriff verletzte sich Leoni Kockel schwer, konnte nicht mehr auftreten und musste vom Feld geführt werden. Infolge schienen die „Flames“ etwas aus dem Tritt, der Thüringer HC erarbeitete sich relativ schnell bis zur 23. Minute einen 5-Tore-Vorsprung (13:8). In dieser Phase war es insbesondere der starken Torhüterin Vanessa Fehr zu verdanken, dass sich der Rückstand nicht vergrößerte. So entschärfte der Bensheimer Neuzugang in der 29. Minute einen Siebenmeter und hielt die HSG Bensheim/Auerbach im Spiel. Mit einer 14:9 Führung für die Gastgeber ging es schließlich in die Pause. „Diesen Vorsprung müssen wir einfach über die Ziellinie bringen“, ärgerte sich nach Spielende Heimtrainer Helfried Müller.  

„Wir spürten. Da geht was“

In der zweiten Halbzeit zunächst das gleiche Bild. Sofort erhöhte der Gastgeber mit einem schnellen Treffer zum 15:9 seine Führung auf sechs Tore. Die „Flames“ kämpften, konnten sich aber in der ersten Phase der zweiten Hälfte mit ihrem Angriffsspiel nur schwer gegen die routiniert agierenden Gastgeber durchsetzen. Morgenluft witterten die Bensheimerinnen nachdem Myrthe Schoenaker in der 38. Minute auf 17:14 verkürzte. Sofort reagierte Gästetrainer Helfried Müller mit einer Auszeit und der THC baute infolge seinen Vorsprung auf 18:14 aus, den die Gäste allerdings postwendend auf zwei Tore zum 18:16 verkürzten. „In dieser Phase spürten wir, da geht was. Wir fighteten, kämpften und rackerten“, so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach Spielschluss. Die „Flames“ blieben dran, Torhüterin Fehr hielt mit schnellen Reaktionen was es zu halten gab und konnte am Ende der Partie auf eine ausgezeichnete Quote von 48 Prozent gehaltene Bälle zurückblicken. In der 52. Minute verkürzte Bensheim auf 21:20, eine Überraschung lag in der Luft, die Dionne Visser mit einem weiteren Treffer zum 21:21 in der Schlussphase befeuerte. Nochmals konnte Thüringen in der 57. Minute mit 22:21 in Führung gehen, den allerdings Saskia Fackel zum 22:22 egalisierte. Clever brachten die „Flames“ in der letzten Spielminute mit der Ausführung eines Freiwurfes das Match über die Runden. „Ich bin einfach nur glücklich und stolz auf meine Mannschaft. Dieses Unentschieden gibt uns Energie und Selbstvertrauen“, freute sich Heike Ahlgrimm.

Flames:  Helen van Beurden, Vanessa Fehr – Isabell Hurst (1), Leonie Kockel (2), Myrthe Schoenaker (5), Elisa Stuttfeld (3), Jana Haas (1), Lisa Friedberger (3/3), Christin Kühlborn, Saskia Fackel (2), Sarah van Gulik (1), Ines Ivancok (3), Neele Mara Orth und Dionne Visser (1).

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