„Flames“ kämpften sich nach Rückstand zum verdienten Unentschieden

Frauenhandball-Bundesliga: Ausgeglichenes Mittelfeldduell gegen Buxtehuder SV endete für „Flames“ 31:31

Verletzte sich im beim ersten Spiel des Doppel-Spieltags in Bad Wildungen und fällt vermutlich länger aus: Rückraumspielerin Alica Soffel. Bild © Andrea Müller

Doppelspieltag in der Handball Bundesliga Frauen mit zwei ganz schweren Mittelfeldduellen für die „Flames“ von der HSG Bensheim/Auerbach. Nach dem Auswärtssieg (33:32) am Freitag bei den Nordhessen von der HSG Bad Wildungen Vipers war am heutigen Sonntagnachmittag (28.) der Buxtehuder SV in der Bensheimer Weststadthalle zu Gast. Es war klar, die „Flames“ wollten selbstbewusst nachlegen, um ihren siebten Tabellenplatz zu festigen, aber auch „Buxte“ wollte etwas Zählbares mit nach Hause nehmen. Die Mannschaften befinden sich auf Tuchfühlung. Wie im Vorfeld schon erwartet wurde es ein Spiel auf Augenhöhe mit einem letztendlich gerechten 31:31 Unentschieden.

„Buxte“ schnupperte schon Bergsträßer Luft

Bereits seit Freitagabend schnupperte der Heimspielgegner der „Flames“ vom Buxtehuder SV Bergsträßer Luft. Direkt nach ihrem auf Eurosport übertragenen Free-TV-Spiel in Leverkusen (20:20) reisten die Norddeutschen nach Bensheim, um sich vor Ort eingehend auf das Frauenhandball-Bundesligaspiel gegen die „Flames“ vorzubereiten. Interessant war, wie die beiden Teams ihre anstrengenden Freitagspiele wegsteckten. Denn auch die HSG Bensheim/Auerbach wurde im Hessen-Derby bei ihrem torreichen, aber knappen 33:32 Auswärtssieg gegen die HSG Bad Wildungen Vipers stark gefordert und stand keine 48 Stunden später schon wieder auf der Platte. Im Hinspiel siegte der BSV mit 32:29.

Die HSG Bensheim/Auerbach startete mit dem Wunsch nach 12 Spielen erstmals einen Sieg gegen „Buxte“ einzufahren. Verzichten mussten die „Flames“ hierbei auf ihre linke Rückraumspielerin Alica Soffel, die sich im Spiel gegen Bad Wildungen verletzte und möglicherweise länger ausfallen wird. Sie lieferte zuletzt ganz starke Spiele ab, eine deutliche Schwächung. Die ärztliche Untersuchung steht hierzu im Übrigen noch aus. Ihre Rolle übernahm überwiegend die österreichische Nationalspielerin Ines Ivancok, welche diese mit acht erzielten Toren auch exzellent ausfüllte.

„Flames“ fanden spät ins Spiel

Die Gäste begannen stark und führten schnell mit 1:0 und 3:1, wobei die Bensheimerinnen schon in dieser frühen Phase klare Chancen liegenließen oder an schnellen Reaktionen der Gästetorhüterin Katharina Filter scheiterten. „Buxte“ stand kompakt in der Abwehr, zunehmend schlichen sich leichte Fehler auf Seite der HSG Bensheim/Auerbach ein. Erstmaliger Drei-Tore-Vorsprung für die Norddeutschen in der 12. Minute zum 4:7. Beim Spielstand von 5:9 nahm Trainerin Heike Ahlgrimm ihre erste Auszeit, um ihr Team neu aufzustellen. Es brachte zunächst nichts. Die „Flames“ fanden in dieser Phase einfach keine Mittel, um die Abwehr der Gäste auszuspielen. Selbst ein Siebenmeter von der eigentlich sicheren Scorerin vom Punkt, Lisa Friedberger, landete in der 15. Minute über dem Tor. Teilweise lagen die Gäste mit fünf Toren vorne. Aber es wurde aus Sicht der HSG besser, die „Flames“ fanden -wenn auch verspätet- ins Spiel. Die eigene Abwehr bekam mehr Zugriff, jetzt vergaben die Norddeutschen ihre Chancen. Insbesondere durch Tore von Ines Ivancok und Sarah van Gulik konnte die „Flames“ den Vorsprung auf drei Tore zum 10:13 und in der 24. Minute durch einen weiteren Sieben-Meter von Sarah van Gulik auf 11:13 verkürzen. Groß war der Jubel als in der 27. Minute Ines Ivancok erstmals zum 27:27 für die „Flames“ ausgleichen konnte. Mit einer 14:15 Führung der Gäste ging es in die Halbzeit.  

Fünf Treffer in Folge von Simone Spur Petersen

Direkt nach der Pause avisierte zunächst Simone Spur Petersen förmlich zur Alleinunterhalterin. Fünf Treffer der Dänin brachten jeweils bis zum 20:19 der HSG die Führung. Aber das Spiel blieb ausgeglichen. 15 Minuten vor Spielende zeigte die Anzeigentafel ein 22:22. Nach 46 Minuten lagen die „Flames“ beim 24:22 zum ersten Mal mit zwei Toren in Front, in der 50. Minute setzte sich Sarah Dekker von außen sogar zum 26:23 durch. Erstmals drei Tore Führung für den Gastgeber, die „Flames“ schienen auf dem Weg zu ihrem ersten Sieg gegen die Buxtehuder SV. Aber es blieb ein ganz enges Spiel, „Buxte“ zeigte sich unbeeindruckt und glich sechs Minuten vor Schluss wieder zum 28:28 aus.

Schlussphase nichts für schwache Nerven

Die Schlussphase: nichts für schwache Nerven. Es wurde hektisch. Ein technischer Fehler in der 58. Minute brachte Buxtehude in Ballbesitz und führte nach 30 Sekunden zu einem umstrittenen Siebenmeter und die 31:30 Führung für die Norddeutschen. Erneut ein technischer Fehler in der Vorwärtsbewegung raubte den „Flames“ 45 Sekunden vor Schluss mutmaßlich alle Chancen. Ballbesitz für „Buxte“ und nochmals Auszeit für die Buxtehuder SV. 15 Sekunden vor Spielende -nach einer roten Karte für Meret Ossenkopp (Buxtehude)- Siebenmeter für die „Flames“ . Sarah von Gulik verwandelte nervenstark zum 31:31 Endstand. Es reichte für Bensheim zwar nicht zum Sieg, aber die „Flames“ gewannen einen ganz wichtigen Punkt. „Wir sind froh über diesen Punkt, beziehungsweise happy über die drei an diesem Wochenende geholten Zähler“, freute sich auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm in der anschließenden Pressekonferenz.

Flames: Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabelle Hurst (1), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (5), Sarah Dekker (2), Lisa Friedberger (7/2), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (7/5), Ines Ivancok (8), Dionne Visser (1) und Julia Niewiadomska.

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