Flames-Keeper Jessica Kockler beendet Karriere

Frauenhandball-Bundesliga: „Flames“ brauchen neue Torhüterin

Einen schweren Verlust müssen die „Flames“ zum Ende der laufenden Saison stemmen. So beendet Mannschaftsführerin und Torfrau Jessica Kockler am Ende der Spielzeit ihre Karriere. Seit der Saison 2017/18 war sie ein sicherer Rückhalt im Gehäuse des Frauenhandball-Bundesligisten. Bild ©Andrea Müller

Seit der Spielzeit 2017/18 ist Jessica Kockler aus dem Gehäuse der des Frauenhandball-Bundesligisten „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach nicht wegzudenken. Neben ihren sportlichen Leistungen ist sie auch abseits des Spiels als Mannschaftsführerin wichtiger Ansprechpartner für Trainerin Heike Ahlgrimm und die anderen Spielerinnen. Doch nun herrscht Gewissheit, dass sich die Flames-Familie zum Ende der Saison von der langjährigen Torfrau trennen muss. Jessica Kockler hat dem Verein und der Mannschaft mitgeteilt, dass sie ihre Handball-Karriere nach dieser Spielzeit beenden wird.

Mehr Zeit für Privates

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es hat mir immer Spaß gemacht mit Heike, Ilka, Udo und Jean zusammen zu arbeiten und das Team ist auch wie eine kleine Familie geworden. Jedoch freue ich mich in Zukunft auf meine freie Zeit, selbst entscheiden zu können, was ich am Wochenende machen kann“, beschreibt Jessica Kockler ihre Gefühle und Beweggründe und fügt schmunzelnd hinzu „und kann endlich mal an allen Familienfeiern teilnehmen“. Die 30jährige Jessica Kockler spielt seit dem Erstligaaufstieg in 2017 bei den Flames. Die gebürtige Saarländerin bildet seit 2018 mit Helen van Beurden ein harmonisches Duo, das sich sehr gut ergänzt und gegenseitig pusht und gemeinsam einen starken Rückhalt für das Team bildet.

In St. Wendel geboren, wechselte die Kauffrau im Groß- und Außenhandel 2009 von der DJK Marpingen nach Trier zum ehemaligen Deutschen Meister DJK MJC Trier. Von der Mosel ging es an die Bergstraße. Mit den Flames erreichte sie in ihrer ersten Saison den Klassenerhalt und hat sich mittlerweile mit ihrer Mannschaft in der Liga etabliert.

Bauchgefühl für Wechsel nach Bensheim  

„Als ich vor vier Jahren den Anruf von Heike bekommen habe, war ich überrascht aber zugleich Feuer und Flamme und habe mich tierisch darüber gefreut und mein Bauchgefühl hat sofort „JA“ gesagt. Insgesamt habe ich jetzt vier Jahre für Bensheim gespielt und die Zeit hier total genossen und war sehr zufrieden. Das Umfeld in Bensheim ist super und der Verein hat es mir auch einfach gemacht mich hier wohlzufühlen. Sportlich wie auch privat konnte ich mich nochmal weiterentwickeln und bin dem Verein dankbar, dass ich diese Chance am Ende meiner Karriere bekommen habe“, blickt Jessica Kockler zufrieden auf ihre Zeit bei den Flames und ergänzt „Dies funktioniert natürlich auch alles nur mit einem Arbeitgeber, der mir in Sachen Handball immer den Rücken freigehalten hat, wie es mein Arbeitgeber Daum Heizung & Sanitär GmbH getan hat. Danke hierfür Familie Ott“.

Heike Ahlgrimm: als Kapitän mein verlängerter Arm

„Das Jessi nach dieser Saison ihre Karriere beenden will, haben wir schon vermutet. Sie hatte die letzten Verträge bereits immer nur noch um ein Jahr verlängert und es war abzusehen, dass sie nach dieser Saison nicht mehr weiterspielt. Ich finde es sehr schade, aber ich kann es nachvollziehen, dass man irgendwann aufhört, wenn der Körper nicht mehr so mitmacht. Sie war als Kapitän mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld und ich habe sehr gerne mit ihr zusammengearbeitet. Für die Mannschaft war sie als Ansprechpartner und mit ihrer Erfahrung sehr wichtig. Ich wünsche ihr für ihre Zukunft alles Gute“, bedauert Heike Ahlgrimm den Abgang nach der Saison.

Flames-Geschäftsführer Michael Geil: „Wir verlieren mit Jessica eine äußerst wertvolle Spielerin die uns sowohl sportlich als auch menschlich bereichert hat und in Punkto Zuverlässigkeit, Leistungswillen und Teamfähigkeit ein Vorbild war. Wir wünschen Ihr und Ihrem Partner alles Gute für die private und berufliche Zukunft.“

Flames suchen Nachfolgerin

Bis zum Sommer wird die Torfrau natürlich weiterhin alles geben, um ihre letzte Saison mit den Flames und in ihrer Karriere erfolgreich zu beenden. Die Flames sind bereits intensiv auf der Suche nach einer neuen Partnerin für Helen van Beurden im Tor: „Da Jessi uns frühzeitig über ihr Karriereende informiert hat, sind wir bereits auf der Suche nach einer Nachfolgerin auf der Torhüterposition“, berichtet Flames-Coach Heike Ahlgrimm. (red)

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