„Flames“ schließen Saison auf Platz neun ab

Frauenhandball-Bundesliga: „Flames“ bei 19:31 Heimniederlage gegen TuS Metzingen chancenlos

Das letzte Spiel der diesjährigen Saison wurde für die Bundesliga-Handballerinnen der „Flames“ auch zu einem Abend des Abschieds. So wurden am heutigen Dienstagabend (25.) nach der Heimpartie gegen den Favoriten TuS Metzingen (19:31) die Spielerinnen Jessica Kockler, Simone Spur Petersen und Julia Niewiadomska von den Verantwortlichen und der Mannschaft verabschiedet. Unser Bild zeigt Torfrau Jessica Kockler. Bild © Andrea Müller

Es war das letzte Spiel einer unter Corona-Bedingungen sehr strapaziösen Saison. Aufatmen bei den „Flames“. Trotz mehrerer Langzeitverletzte und zwei häuslichen Corona-Isolationen konnte die HSG Bensheim/Auerbach die Spielzeit letztendlich mit dem am heutigen Dienstagabend (25.) in der Bensheimer Weststadthalle stattgefundenen Heimspiel sportlich beenden und rief bis zum letzten Schlusspfiff über die Saison ihre Leistung konsequent ab. Moral, Stimmung und mannschaftliche Geschlossenheit passten einfach. Mit Platz neun und 14 Siegen können die Bundesligahandballerinnen durchaus zufrieden sein. Auch am heutigen Abend gingen die „Flames“ mit viel Ehrgeiz nochmal aufs Parkett, lockte doch theoretisch mit einem Punktgewinn noch der Sprung auf Platz sieben. Aber es sollte nicht sein. Gegen den haushohen Favoriten von TuS Metzingen blieb ein weiteres Erfolgserlebnis aus. Mit einer 19:31 Niederlage verabschiedeten sich die Bensheimerinnen in ihre wohlverdiente Auszeit.     

Torpremiere für Nachwuchsspielerin Annika Schmitz

Das letzte Saisonspiel begann abwechslungsreich. TuS Metzingen legte regelmäßig mit einem Tor vor, die „Flames“ glichen bis zum 3:3 postwendend aus. Dann befreite sich der Gast und zog zwischen der siebten und elften Minute auf 3:7 davon. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte: Auszeit für die HSG Bensheim/Auerbach. Und die Ansprache fruchtete. So konnten die Bensheimerinnen durch Tore von Ines Ivancok, Leonie Kockel und einem Sieben-Meter von Lisa Friedberger auf 6:7 verkürzen. In dieser Phase erwies sich immer wieder Flames-Torhüterin Jessica Kockler für die Gäste als Spielverderberin und entschärfte Wurf um Wurf. Dann hatte die ehemalige Flames-Spielerin und heutige TuS-Trainerin Edina Rott genug und stellte ihre Mannschaft in einer Auszeit neu ein. Im Anschluss bauten die „Tussies“ ihren Vorsprung wieder auf drei Tore zum 6:9 aus, ehe Nachwuchsspielerin Annika Schmitz mit ihrer Bundesliga-Torpremiere zum 7:9 verkürzte. Aber Metzinger stand jetzt in der Abwehr kompakter und die „Flames“ fanden nur wenig Lücken in der dichtgestaffelten Abwehr. In der letzten Spielsekunde der ersten Hälfte erhielten die Bensheimerinnen nochmals einen direkten Freiwurf zugesprochen, den Sarah van Gulik ausführte, allerdings mit ihrem Wurf im Block Gästespielerin Katarina Pandza voll traf. Konsequenz: rote Karte für die Flames-Spielerin. Mit einer 9:13 Führung für die „Tussies“ ging es anschließend in die Halbzeitpause.     

Zwei Treffer von Talent Neele Orth

Auch die zweite Hälfte, in der auf Sportdeutchland.TV von Horst Knop und Lisa Mößinger kommentierten Übertragung, begann mit viel Schwung. Tore auf beiden Seiten, nach sieben Minuten führten die Gäste allerdings mit 13:19, kamen weiter ins Rollen und hatten die „Flames“ jetzt doch souverän im Griff. Bensheim fand nun kaum noch Lösungen. In der 47. Minute führten die „Tussies“ beim 14:24 erstmals mit zehn Toren. Es dauerte in dieser Spielphase fast 12 Minuten bis den „Flames“ wieder einmal durch Julia Niewiadomska zum 15:24 ein Treffer gelang. Trotzdem, das Spiel war bereits entschieden und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nutzte nun die Gelegenheit ihren weiteren Nachwuchstalenten Nina Radge, Rugile Bartaseviviute und Neele Mara Orth, welche in den letzten Wochen den Kader stets ergänzten, Spielanteile zu geben. Eine Chance, die Neele Mara Orth in der 56. und 57. Minute zu ihrem ersten beiden Bundesligatoren nutzte. Mit dem deutlichen 19:31 Endergebnis schaffte TuS Metzingen noch am letzten Spieltag den Sprung auf Platz der abschließende Bundesligatabelle. Die „Flames“ schließen die Saison nach einer außergewöhnlichen Spielzeit mit einem guten neunten Platz ab. „Es war ein verdienter Sieg von TuS Metzingen. Wir konnten die Gäste nur in der ersten Hälfte vor einige Herausforderungen stellen. Sind aber jetzt froh, dass diese für uns sehr harte Saison nun Ende ist. Vor Ergebnis war es aber eine sehr gute Saison“, resümierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.  

Wehmut bei Spielerverabschiedungen

Wie gewohnt schwang beim letzten Saisonspiel wieder viel Wehmut mit. Es war auch ein Abend des Abschieds. So wurden im Nachgang der abschließenden Pressekonferenz die Spielerinnen Jessica Kockler, Simone Spur Petersen und Julia Niewiadomska von den Verantwortlichen und der Mannschaft verabschiedet. Leider nur online. Denn auch der letzte Spieltag war stark von Corona beeinflusst. Konnte man zu Beginn der Saison -wenn auch eingeschränkt- mit Hygienekonzept noch vor Zuschauern spielen, war es damit spätestens im November vorbei und die Mannschaft musste -ganz auf sich gestellt- sich fortan selbst motivieren. Kontakt zu den stark vermissten Fans gab es nur noch medial über Presse und soziale Netzwerke. Während Torfrau Jessica Kockler ihre Handballkarriere beendet, gehen in der kommenden Spielzeit Simone Spur Petersen und Julia Niewiadomska bei Liga-Konkurrent SV Union Halle-Neustadt auf Torejagd.

Flames: Jessica Kockler, Josefin Lotze – Leonie Kockel (2), Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen, Lisa Friedberger (3/2), Christin Kühlborn (4), Sarah van Gulik, Ines Ivancok (4), Julia Niewiadomska (2), Dionne Visser (1), Nina Radge, Rugile Bartaseviviute, Neele Mara Orth (2) und Annika Schmitz (1).

Text Post 2, Werbung