„Flames“ verspielen Sechs-Tore-Vorsprung

Frauenhandball-Bundesliga: 27:27 im Hessen-Derby gegen die HSG Bad Wildungen Vipers

Keinen Grund zum Jubeln hatten am heutigen Abend die „Flames“ in der Bensheimer Weststadthalle im Hessen-Derby der Frauenhandball-Bundesliga gegen die HSG Bad Wildungen Vipers, verspielten sie doch in den letzten zehn Minuten einen Vorsprung von sechs Toren und mussten sich mit einem 27:27 zufriedengeben. Unser Bild zeigt Rückraumspielerin Ines Ivančok Bild © Andrea Müller

Kopfschütteln auf der Tribüne, fassungslos und niedergeschlagen saßen Flames-Spielerinnen nach Spielende auf der Bank. Zehn Minuten vor Schluss führte die HSG Bensheim/Auerbach im Heimspiel der Frauenhandball-Bundesliga gegen die HSG Bad Wildungen Vipers noch souverän mit 25:19 Toren, dann kam ein unverständlicher Einbruch. Endstand 27:27. Ausgerechnet Gäste-Trainerin Tessa Bremmer, die bereits vor fünf Jahren ihre Karriere beendete und sich nur aufgrund Spielerinnen-Mangels selbst einwechselte, war es vergönnt zwei Sekunden vor Schluss mit einem herrlichen Tor den Schlusspunkt zu setzen. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm brachte es nach Spielende sichtlich zerknirscht auf den Punkt: „Wir waren einfach zu blöd. Ein Punkt ist in diesem Spiel für uns zu wenig“.  

Lange souverän geführt

Klar, Derbys haben bekanntlich ihren eigenen Charakter. Dass das Hessen-Derby zwischen den „Flames“ und den Vipers eine ganz enge Kiste wird, war von Beginn an jedem Besucher klar. Trotzdem die Flames galten alleine schon von der Tabellensituation als Favorit, liegen sie doch mit Platz acht relativ deutlich vor dem aktuellen Drittletzten aus Nordhessen (Platz 12). Nach Startschwierigkeiten und einem ausgeglichenen Beginn kamen die Bensheimerinnen schließlich auch ins Rollen und füllten langsam ihre Favoritenstellung aus. Mit einer beruhigenden 15:11 Führung ging es in die Halbzeitpause.

Schon zum Spielbeginn spürte man bei den Vipers in jeder Faser: sie waren heiß darauf die zwei Punkte aus Bensheim mitzunehmen. Sie fighteten und führten nach wechselnden Führungen plötzlich mit 8:5. Team-Timeout für die „Flames“. Offensichtlich fand Trainerin Heike Ahlgrimm die richtigen Worte. Ausgleich zum 8:8. Langsam kamen die Bensheimerinnen ins Rollen und füllten zusehends ihre Favoritenstellung aus. Mit einer beruhigenden 15:11 Führung ging es in die Halbzeitpause.

Einbruch zehn Minuten vor Schluss

Auch in der zweiten Hälfte kam bei den 780 Zuschauern zunächst nicht das Gefühl auf, dass in diesem Spiel noch etwas „anbrennen“ könnte. Klar führten die „Flames“ meist mit fünf oder sechs Toren, hatten den Gegner in Griff. Eine ganz starke Partie bot die von den Zuschauern verdient zur Spielerin des Tages gewählte Außenspielerin Kristin Kühlborn, die mit ihrem siebten Treffer zum 22:15 (42.) die Führung auf einen Sieben-Tore-Vorsprung ausbaute. Dann passierte es. „Wir warfen in den letzten zehn Minuten nur zwei Tore. Das darf nicht passieren. Fehler muss ich aber auch mir ankreiden. Ich hatte zu früh gewechselt“, verdeutlichte Heike Ahlgrimm selbstkritisch. Das Manko lag letztendlich aber an der nicht mehr konsequent agierenden Abwehr. Bad Wildungen stellte auf eine offensive Abwehr um und kam zu einfachen Treffern im Gegenstoß, während sich bei den „Flames“ die kleinen, aber auch entscheidenden Fehler häuften. Für die „Flames“ ein verschenkter Punkt. Dafür Jubel auf der anderen Seite. Mit dem Punktgewinn baute die HSG Bad Wildungen ihren Vorsprung auf die beiden letzten Tabellenplätze auf drei Punkte aus. Die „Flames“ bleiben auf Platz acht.

Das Duell der Torjägerinnen zwischen Julia Maidhof und Sabine Heusdens konnte die Bensheimerin übrigens mit sieben Treffern für sich entscheiden. Heusdens netzte lediglich zweimal ein.

Flames: Helen van Beurden, Jessica Kokler – Romana Gerisch (2), Elisa Stuttfeld, Sarah Decker (1), Isabell Hurst (2), Lisa Friedberger (1), Christin Kühlborn (7), Caroline Hettinger, Sarah van Gulik (2), Julia Maidhof (7/4) und Ines Ivancok (5).  

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