Geschwächte „Flames“ verlieren Heimspiel gegen den Thüringer HC

Frauenhandball-Bundesliga: Re-Start nach Corona-Zwangspause endete mit 23:31

Alles anfeuern nützte nichts. Eine 23:31 Heimniederlage kassierte am heutigen Samstagabend das verletzungs- und krankheitsbedingt stark geschwächte Frauenhandball-Bundesligateam der „Flames“ gegen den Favoriten vom Thüringer HC. Bild © Andrea Müller

Wie erwartet auf verlorenen Posten standen am heutigen Samstagabend (8.) die „Flames“ in ihrem Heimspiel der Frauenhandball-Bundesliga gegen den Favoriten vom Thüringer HC. So entführten die noch um internationale Plätze kämpfenden Gäste zwei Punkte aus der Weststadthalle und gewannen verdient mit 23:31 Toren. Die Niederlage war nach der fünf Wochen coronabedingter Zwangspause vorprogrammiert, fehlten auf Bensheimer Seite doch neben den drei Langzeitverletzten Isabell Hurst, Alicia Soffel und Lotta Heider auch Rückraumspielerin Sarah van Gulik, welche krankheitsbedingt das Training noch nicht wieder aufnehmen konnte. Zudem konnten die „Flames“ nach Aufheben der häuslichen Isolation nur knapp zwei Wochen sehr dosiert trainieren. „Die Corona-Verläufe waren unterschiedlich. Die Spielerinnen benötigen immer wieder Pausen von unterschiedlicher Länge“, stellte schon im Vorfeld Trainerin Heike Ahlgrimm klar.

Thüringen dominiert schon erste Hälfte

Dies zeigte sich auch im Spiel, welches wieder wie gewohnt im Livestream auf Sportdeutschland.TV übertragen und von Horst Knop und Lisa Mößinger von der HSG Bensheim/Auerbach moderiert wurde. So nahmen die Talente der Junior-Flames Nina Radge, Annika Schmitz, Neele Orth und Rugile Bartaseviciene nicht nur als Back up auf der Bank Platz sondern kamen auch teilweise zum Einsatz.

Die Anfangsphase begann abwechslungsreich und die „Flames“ gingen zunächst mit 1:0 in Führung und konnten nach fünf Minuten auch nochmal auf 2:3 verkürzen. Dann zogen die Gäste auf 2:5 und 3:7 davon. Bis zur 15. Minute baute der THC seinen Vorsprung auf sieben Tore zum 5:12 aus. Man merkte den Bensheimerinnen an, dass fast der gesamte Kader mit dem Coronavirus infiziert war. So konnte die Mannschaft beispielsweise ihr Tempospiel kaum aufziehen, es fehlte schlichtweg nach langer krankheitsbedingter Pause die Kraft. Die Fehler häuften sich in der Vorwärtsbewegung, am Kreis konnte sich die HSG nur selten durchsetzen. Auffälligste Spielerin war auf Seiten der „Flames“ in der ersten Hälfte die Niederländerin Sarah Dekker, die sowohl mit ihren Anspielen als auch durch ihre vier Tore überzeugte. Zudem hielt Torfrau Jessica Kockler mit schnellen Reaktionen ihr Team im Match. Mit einem 12:18 Rückstand ging es aus Sicht der Heimmannschaft in die Pause.

THC stets mit 6 bis 8 Toren in Front

Die ersten zwei Treffer im zweiten Abschnitt gebührte dem Thüringer HC, obwohl Jessica Kockler diese zunächst mehrmals mit Paraden verhinderte. Die Gäste dominierten klar das Spiel, während sich die „Flames“ -solange es die Kräfte zuließen- gegen einen zu großen Vorsprung des Favoriten wehrten. Meist lag der THC mit sechs bis acht Toren in Front. Am Schluss zeigte die Anzeigetafel einen 23:31 Entstand. Einen Sahnetag erwischte mit 13/6 Toren bei den Gästen erneut Torjägerin Marketa Jerabkova, welche derzeit auch Platz zwei der Scorerliste der Liga inne hat. Erfolgreichste Werferinnen auf Flames-Seite waren Leonie Kockel und Kristin Kühlborn mit je fünf Treffern. „In Anbetracht der Situation bin ich mit unserem Spiel zufrieden. Wir sind Sportler und freuten uns auf das Match unter Wettbewerbsbedingungen. Wir gehen Schritt für Schritt und versuchen die Runde zu Ende zu spielen“, resümierte Heike Ahlgrimm.  

Ihren ersten Deutschen Meistertitel in der Vereinsgeschichte holte am Abend die in dieser Saison souverän auftrumpfende Mannschaft von Borussia Dortmund. Mit einem deutlichen 9:23 Sieg bei Union Halle-Neustadt schraubten sie ihr Punktekonto auf 54:0!

Flames: Jessica Kockler, Helen van Beurden – Leonie Kockel (5), Elisa Stuttfeld (3), Simone Spur Petersen (4), Sarah Dekker (4), Lisa Friedberger (2), Christin Kühlborn (5), Ines Ivancok (2), Julia Niewiadomska (1/1), Dionne Visser (1), Nina Radge, Annika Schmitz, Rugile Bartaseviviute, und Neele Mara Orth.

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