Knappe Auswärtsniederlage für die „Flames“ in Leverkusen

Frauenhandball-Bundesliga: Auf schwache erste Hälfte folgte Aufholjagd in der zweiten Halbzeit

Trotz einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit reichte es für die „Flames“ im heutigen Frauenhandball-Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen nicht zu einem Sieg. Mit 27:26 Toren musste sich die HSG Bensheim/Auerbach geschlagen geben. Unser Bild zeigt Alica Soffel, die fünfmal einnetzte. Bild © Andrea Müller

Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe zweier Tabellennachbarn. Sowohl die „Flames“ der HSG Bensheim/Auerbach als auch die „Werkselfen“ von Bayer 04 Leverkusen verfügten vor dem Mittelfeld-Duell der Frauenhandball-Bundesliga am heutigen Sonntagnachmittag (21.) über 16 Minuspunkte und rechneten mit einem schweren Spiel. Es wurde ein Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Dominierten in der ersten Hälfte noch der Gastgeber von Bayer Leverkusen das Spiel, so trumpften insbesondere die „Flames“ in der zweiten Halbzeit auf. Am Ende reichte die Aufholjagd nicht. Bayer Leverkusen behauptete einen Ein-Tore-Vorsprung zum 27:26 Heimsieg. Für die „Flames“ wäre mit einer stärkeren ersten Hälfte sicherlich mehr drin gewesen.   

Bayer Leverkusen dominierte erste Hälfte

Gefehlt hatten auf Seiten der „Werkselfen“ die Rückraumspielerinnen Mia Zschocke, Mareike Thomaier und Fanta Keita sowie Didda Einarsdottir, welche kürzlich am Knie operiert wurde. Dafür war im Vergleich zum Vorrundenspiel in Bensheim, dass die HSG mit 23:20 noch für sich entscheiden konnte, die im Dezember vom Thüringer HC neuverpflichtete portugiesische Rückraumspielerin Mariana Ferreira Lopes neu dabei und machte gleich mit sechs Toren auf sich aufmerksam. Hingegen konnten die „Flames“ ihren kompletten Kader aufbieten.

Großen Einfluss auf das Spiel der Gastgeber schien das Fehler ihrer Leistungsträger allerdings zumindest in der ersten Halbzeit nicht genommen zu haben. Bereits nach einem ersten Abtasten zu Spielbeginn dominerten die Hausherren die ersten 30 Minuten und zogen schon nach dem 2:2 in der fünften Minute bis zur 12. Minute auf 9:2 davon. Technische Fehler, ein verworfener Siebenmeter oder auch starke Paraden der Leverkusener Torhüterin ließen die „Flames“ nicht ins Spiel kommen. Fortan rannten die Bensheimerinnen der schon recht deutlichen Führung der „Werkselfen“ hinterher. Mit einem aus Bensheimer Sicht enttäuschenden 17:12 für das Team des ehemaligen Co-Trainer der „Flames“, Martin Schwarzwald, ging es in die Halbzeit.

Zweite Hälfte geht an die „Flames“

Das erste Tor der zweiten Hälfte blieb Sarah van Gulik mit einem Siebenmeter gegen ihre künftige Mannschaftskameraden Vanessa Fehr vorbehalten, das allerdings schon im Gegenzug durch einen Treffer aus kurzer Distanz von Lilli Holste für Leverkusen egalisiert wurde. Trotzdem witterten die HSG Bensheim/Auerbach Morgenluft und verkürzten den Rückstand insbesondere durch drei Treffer der in dieser Phase sehr stark auftrumpfenden Rückraumspielerin Alica Soffel zum 19:16. Und die „Flames“ blieben dran. Isabell Hurst, Sarah van Gulik und erneut Alica Soffel brachten das Team auf 20:19 heran. Groß war der Jubel als Kreisläuferin Isabell Hurst in der 45. Minute zum 20:20 ausgleichen konnte. Nach einer erneuten 22:20 Führung der „Werkselfen“ nahm Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zehn Minuten vor Spielende eine Auszeit. Die sofortige Reaktion: zwei Treffer von Alica Soffel zum 22:22 Ausgleich.

Es folgte eine mehr als spannende Schlussphase. Eine Minute vor Spielende konnte Simone Spur Petersen nochmals für die „Flames“ zum 26.:26 ausgleichen. Den Schlusspunkt des Duells setzte allerdings 30 Sekunden vor Spielende Leverkusen-Routinier Svenja Huber mit einem verwandelten Siebenmeter zum 27:26 Endstand. Gemessen an den beiden unterschiedlichen Halbzeiten wäre ein Unentschieden sicherlich das gerechteste Ergebnis gewesen. Die meisten Tore erzielten auf Bensheimer Seite Kreisläuferin Isabell Hurst mit sieben Treffern und Alica Soffel (5 Tore).

Flames: Jessica Kockler (1), Helen van Beurden – Isabelle Hurst (7), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (3), Sarah Dekker (1), Alica Soffel (5), Lisa Friedberger (2), Christin Kühlborn (3), Sarah van Gulik (4/2), Ines Ivancok (1), Dionne Visser und Julia Niewiadomska.

Vier Einladungen zum DHB-Lehrgang

Positive News gibt es aus dem Kader der „Flames“. So wurden die Spielerinnen Isabell Hurst, Alicia Soffel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld zum ersten der beiden geplanten Regionallehrgänge der Frauen-Nationalmannschaft vom 28. Februar bis 3. März in Ruit eingeladen. Für die beiden Maßnahmen hat Bundestrainer Henk Groener gemeinsam mit seinem Trainerteam um Co-Trainer Alexander Koke und Torwarttrainerin Debbie Klijn vor allem Perspektivspielerinnen eingeladen, die sich für weitere Einsätze in der Frauen-Nationalmannschaft zeigen können.

Den ersten, gemeinsamen Lehrgang nach der Europameisterschaft in Dänemark absolviert die DHB-Auswahl vom 14. bis zum 21. März in Bensheim. Im April stehen für Emily Bölk, Dinah Eckerle und Co. die WM-Play-offs für die Weltmeisterschaft in Spanien (2. bis 19. Dezember) auf dem Programm. Zudem erhielten Sarah Dekker und Dionne Visser eine Einladung zur niederländischen Nationalmannschaft, zum Kader zählt auch ehemalige Flamme Merel Freriks (Borussia Dortmund).

Text Post 2, Werbung