Organisation und Sport waren top bei „BE HPPY“

Überschaubare Zahlen bei Konzerten des Hessischen Landesturnfestes

Aus sportlicher und organisatorischer Sicht ein Riesenerfolg, aber überschaubare Zuschauerzahlen bei den Konzerten namhafter Stars. So lautet unterm Strich das Fazit, für das vom 19. bis 23. Juni in Bensheim und Heppenheim veranstaltete 16. Hessische Landesturnfest. „Wir wollten das Turnfest attraktiver gestalten, aber die Verkaufszahlen insbesondere für die Konzerte sind hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, resümierte ohne Umschweife Ulrich Müller, Vizepräsident des Turnverbands. Trotz allem gerade aus sportlicher Sicht ein Riesenerfolg, besuchten doch nach einer Schätzung von Müller täglich rund 5000 Besucher die unterschiedlichsten Angebote.

Machte vor rund 1000 Besuchern mächtig Stimmung: die österreichische Pop-Rock-Sängerin Christina Stürmer

Stars „machten mächtig Dampf“

Woran es lag, dass das Festgelände mit seiner großen Bühne am Badesee nicht so den Nerv der Besucher traf, kann man nur mutmaßen. War es teilweise spontan einsetzender Regen, die Höhe der Eintrittspreise oder einfach nur ein Überangebot von Veranstaltungen in der Region. Sei`s drum, die die gekommen waren hatten sichtlich ihren Spaß und dies galt für die Akteure vor und auf der Bühne. So machten in Bensheim der zurzeit wohl angesagteste DJ Felix Jaehn oder auch Christina Stürmer mächtig Dampf und auch die Hip-Hopper Culcha Candela sorgten mit ihren Hits, wie „Hamma“ oder „Monsta“, für echte Partystimmung. Vor meist jugendlichem Publikum performten „Die Lochis“ und gaben somit in Bensheim, wenn auch nur vor circa 300 Zuhörern, eines ihrer Abschiedskonzerte. Weit besser besucht war an zwei Abenden die GGEW-Gala mit geballter Power aus Turnen, Akrobatik, Tanz und viel Leidenschaft in der Weststadthalle.


Sie waren Unterstützer und Initiatoren des 16. Hessischen Landesturnfestes, von links
Ulrich Müller, Vizepräsident des Hessischen Turnverbandes, der Vertreter der Sparkasse Starkenburg, der Vorstand der Sparkasse Bensheim, Eric Tjarks, Landrat Christian Engelhardt, der Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach, Boris Held, Vorsitzender des Turngau Bergstraße und Bensheims Bürgermeister Rolf Richter bei einer Pressekonferenz.

Beeindruckende Verpflegungszahlen

Ganz andere Zahlen beim Sport und der Organisation. Eine Super-Atmosphäre, gute Stimmung und die Gastfreundschaft der Bergsträßer Turn- und Sportvereine, wie der TSV Auerbach mit seinen Hunderten von Helfern, zeugen von einem erstklassigen Event. Allein 15000 Brötchen, 420 Kilogramm Müsli oder auch 84 Kilogramm Nutella und 20000 Becher des beliebten Turnfest-Eis wurden für die Verköstigung von circa 2100 Übernachtungsgästen in vier Schulen in Bensheim und Heppenheim geordert, um beim Thema Verpflegung nur einige Beispiele zu nennen.

Boom bei HTV-Turn-Warrior

Das Landesturnfest erwies sich an allen fünf Festtagen in der Tat als abwechslungsreich, vielseitig und bunt, getreu seinem Motto „BE HPPY“. Mitgemacht hatten in den verschiedensten Disziplinen fast 5000 Turner und Turnerinnen aller Altersklassen. Allein 5000 Medaillen und nochmals 5000 Urkunden wurden schon im Vorfeld von den Organisatoren geordert. Einen regelrechten Boom mit über 1000 Anmeldungen löste das in Anlehnung an das Fernseh-Spektakel der „Ninja Warrior“ erstmals angebotene HTV-Turn-Warrior aus. Hier schaffte es TSV-Turnerin Jördis Reichardt als einzige Frau neben drei Männern im Finale der 18- bis 35-jährigen Starter ins Ziel.   In welcher Form das nächste Hessische Landesturnfest nun über die Bühne geht bleibt zunächst offen. Angst vor dem Kassensturz hat Vizepräsident Ulrich Müller jedenfalls nicht, hätten die Planer doch „risikobewusst kalkuliert“. Zeit für ein Resümee bliebt allemal, findet der nächste Event doch erst wieder in vier Jahren statt. Die Ausrichterstadt steht indes noch nicht fest.  

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