Volleyball: Interview mit Aufstiegstrainerin Monika Liepolt

Erste Volleyballdamen wollen es in der Regionalliga nochmal wissen

Will mit den ersten Volleyballdamen der TSV Auerbach als Neuling der Regionalliga Süd-West die Klasse halten: Spielertrainerin Monika Liepolt.

Dass das Lebensalter im Sport nicht unbedingt eine Rolle spielt, unterstrichen jetzt die ersten Volleyballdamen der TSV Auerbach. Denn „alt ausgesehen“ haben die Auerbacherinnen in der aktuellen Saison wahrhaftig nicht, machten sie doch bereits drei Spieltage vor Abschluss der Oberligasaison die Meisterschaft „safe“ und wollen jetzt auch den Aufstieg in die Regionalliga Südwest wahrnehmen. Es ist nach den Jahren 2003 und 2006 der dritte Aufstieg in diese Klasse. Mit zuständig für die Entwicklung des Leistungsbereichs des Volleyballsports bei der TSV Auerbach ist Spielertrainerin Monika Liepolt, die schon seit circa 20 Jahren für die TSV am Netz pritscht und baggert oder neben ihrem Engagement als Spielerin auch zeitweise als Trainerin oder auch Funktionärin einsprang. Bereits seit Februar 2013 übt sie nun fest die Funktion der Spielertrainerin aus. Die Onlinezeitung sprach mit Monika Liepolt:

Kam der Aufstieg für Sie überraschend?

Nein. Das Durchschnittsalter des Teams war für uns eher ein Vorteil. Wir sind ein eingespieltes Team und verfügen über viel Routine. Auch wenn wir mal fünf Punkte zurücklagen brachte uns das nicht aus der Ruhe. Es kam keine Hektik auf. Beispielsweise lagen wir gegen Wahlheiden schon mit 0:2 Sätzen zurück und dem Gegner fehlte nur noch ein Pünktchen. Wir drehten das Spiel und gewannen noch 3:2. Nach der Spielzeit von genau zwei Stunden und 23 Minuten waren wir aber ehrlichgesagt alle platt.

Die Erfahrung ist bei uns groß. Carola Zeig, Tina Helfrich, Petra Stauch, Irene Kirchenschläger und auch ich waren bereits bei den beiden vorausgegangenen Aufstiegen dabei und haben Regionalliga-Erfahrung. Dazu kamen mehrere Verstärkungen, wie in der letzten Saison Doro Frühwirth, die schon in der zweiten Liga aufschlug oder mit Laura Kilgus ein Eigengewächs der TSV, wie auch Marlene Carvalho, die vor drei Jahren zu uns zurückkam. Dazu wechselte im letzten Sommer Inga Pfennig aus Darmstadt zu uns, auch unsere Abteilungsleiterin Lisa Weihrauch wollte es nochmal wissen und kam aus der zweiten Mannschaft hoch.

Das wir die Liga so deutlich beherrschten ist allerdings schon überraschend. Wir haben bis jetzt noch kein Spiel verloren und gaben im Gesamten nur acht Sätze ab.

Die Mannschaft spielte aber auch mehrere Jahre in der Landesliga… 

Das ist richtig. Wir wollten fünf Jahre nicht aufsteigen, obwohl wir stets oben waren. Es waren private Gründe der Spielerinnen, wie beispielsweise Schwangerschaften, die vorangestellt wurden. Vor zwei Jahren wollten wir dann doch nochmal den Schritt in die Oberliga wagen. Ich vergesse nie das Telefonat mit dem Klassenleiter, der mit der üblichen Absage rechnete. Er war völlig überrascht, es war mehrere Sekunden still am Telefon. Uns fehlte einfach die sportliche Herausforderung und wir wollten es nochmal wissen.

Gibt es Spielerinnen, die Sie besonders hervorheben möchten?

Wir sind eine echte Mannschaft, ein verschworener Haufen. Wir unternehmen auch außerhalb vom Spielfeld vieles gemeinsam. Das gemeinsame Essen nach dem Spiel ist beispielweise ein wichtiger Bestandteil und wir sind fest mit der TSV Auerbach verwurzelt. Mehrere Spielerinnen haben oder hatten Vorstandsposten. Wir bringen uns beispielsweise auch bei unserem Bergsträßer Volleyballturnier mit seinen rund 1000 Teilnehmern im Sommer ein. Die Gemeinschaft und das Wohlfühlen sind für uns wichtig.

Wenn jemand hervorzuheben wäre, dann Doro Frühwirth. Sie ist mit Sicherheit die größte Bereicherung der letzten Jahre. Eine universelle Spielerin, sie bringt auf jeder Position ihre Leistung. Zudem stellen wir mit Irene Kirchenschläger und Laura Kilgus, auch nach Meinung unserer Gegner, den besten Mittelblock der Oberliga. Im Gegensatz zu den Gegnern spielen wir öfters ohne Libero.

Wie soll es nun in der Regionalliga weitergehen?

Nachdem die Spielerinnen ihre Bereitschaft zum Aufstieg signalisiert hatten, stimmte jetzt auch der Vorstand zu. Die Entfernungen sind für uns eher ein kleines Problem; auch wurde unser Domizil, die Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule, vom Verband als Spielstätte anerkannt. Das war uns wichtig. Soweit bleibt also alles beim Alten. Allerdings müssen wir in Zukunft quer spielen (Bislang reichte ein Drittelfeld) und der Spielbeginn wird auf 20 Uhr verschoben.

Wünschenswert wären natürlich mehr Trainingszeiten. Auch muss finanziell aufgestockt werden. Die Liga ist in vielen Bereichen teurer und wir versuchen neue Sponsoren zu gewinnen. Froh sind wir auch durch die bereits angebotene Hilfe des Hauptvereins. Ein Problem sind auch die Schiedsrichtertermine. 18 Spiele müssen wir mit einem B-Lizenzinhaber abdecken. Wir selbst haben nur zwei Schiedsrichter, benötigen Hilfe von außen. Es ist also noch vieles zu organisieren. Aber die Motivation und der Ehrgeiz sind riesig. So schauen wir uns schon jetzt Spiele der Regionalliga an. Aber auch „Spione“ der Gegner haben wir bei uns schon in der Halle gesichtet…

Wird es Neuzugänge geben?

Wir hoffen ja und suchen auch aktiv. Auf jeden Fall wird unsere Mannschaft zusammenbleiben. Aus unserem eigenen Nachwuchs ist noch niemand so weit. Es haben aber bereits drei gute Volleyballerinnen bei uns im Training mitgespielt. Ich denke schon, dass die ein oder andere Verstärkung kommt. Wir haben ja jetzt die Regionalliga zu bieten…

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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