Mehrere Personen mit Vergiftungserscheinungen auf Darmstädter TU-Gelände

Milchpackungen und Wasserbehälter mit gesundheitsschädlichem Stoff versetzt

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden im Tatzeitraum zwischen Freitag und Montag (20. bis 23. August) unter anderem mehrere Milchpackungen und Wasserbehälter mit einem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt. Besonders auffällig soll der beißende Geruch der betroffenen Flüssigkeiten sein. Um welchen gesundheitsschädlichen Stoff es sich genau handelt, ist noch in der Abklärung. In diesem Zusammenhang raten Polizei und das Präsidium der Technischen Universität, alle Lebensmittel und Getränke, die im Tatzeitraum in Räumlichkeiten des Campus Lichtwiese gelagert waren, nicht mehr zu verzehren! Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt die Ermittlungen übernommen und ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts des versuchten Mordes eingeleitet.

Lebensmittel- und Wasserproben entnommen

Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurde daraufhin das gesamt Gebäude „L2.01“ bereits am Mittag geräumt und der Nahbereich gesperrt. Alle Räume sind nach Lebensmitteln und Getränken durchsucht worden, um dem Ursprung des noch unbekannten Stoffes, der die Vergiftungserscheinung hervorgerufen hat, auf die Spur zu kommen. Dafür wurden auch zahlreiche Lebensmittel- und Wasserproben für eine labortechnische Untersuchung genommen. Vorsorglich wurden durch Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Südhessen im Laufe des Abends in Abstimmung mit der TU auch alle anderen Gebäude am Campus Lichtwiese begangen. Bei den Überprüfungen wurden bislang keine weiteren für das Geschehen relevanten Gegenstände aufgefunden. Um alle Personen, die im Tatzeitraum im Gebäude „L2.01“ gegessen oder getrunken haben, rechtzeitig zu warnen und auf die mögliche Gefahr aufmerksam zu machen, wurde über KATWARN bzw. HessenWARN hessenweit aufgefordert, dass sich die Betroffenen umgehend in ärztlicher Behandlung begeben, sobald sie sich unwohl fühlen oder sich bläuliche Verfärbungen an den Extremitäten zeigen.

Im Rahmen der Ermittlungen konnten durch Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamts, unter anderem in von der Polizei am Tatort sichergestellten Lebensmitteln, Stoffe nachgewiesen werden, deren Aufnahme zu den bei den Geschädigten aufgetretenen Symptomen geführt haben könnte. Beim Polizeipräsidium Südhessen wurde zur Aufklärung des Tatgeschehens die 40-köpfige Mordkommission „Licht“ eingerichtet, die bei Bedarf personell auch noch erhöht werden wird. Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren und die Polizei tut alles, um zeitnah den oder die Verursacher zu ermitteln. Akute Gefährdungen liegen derzeit nicht mehr vor.

Personen, die in diesem Zusammenhang Hinweise geben können oder Feststellungen gemacht haben, werden dringend gebeten sich mit der Polizei (K 10) in Verbindung zu setzen. Hierfür ist unter der Rufnummer 06151/969-42191 ein Hinweistelefon eingerichtet. Die Beamten appellieren in diesem Zusammenhang an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen und raten dringend dazu, nur Lebensmittel zu konsumieren, die man direkt bei sich führt und die jederzeit unter Aufsicht aufbewahrt wurden. (rs/ots)

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